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Die meisten modernen Piraten hissen keine Piratenflagge mehr (Foto: newsland.ru)
Die meisten modernen Piraten hissen keine Piratenflagge mehr (Foto: newsland.ru)
Freitag, 31.07.2009

Piraten auf der Ostsee überfallen russischen Frachter

Stockholm. Piraten auf der Ostsee: Wie erst jetzt bekannt wurde, haben am vergangenen Freitag Seeräuber einen russischen Holzfrachter vor der schwedischen Küste gekapert. Die 15 Besatzungsmitglieder wurden misshandelt.

Acht maskierte Männer haben in der Nacht den unter der Flagge von Malta laufenden Frachter „Arctic Sea“ geentert. Der Überfall ereignete sich zwischen den schwedischen Inseln Öland und Gotland. Das Schiff war mit einer Holzladung von Helsinki nach Algier unterwegs.

Geiselnahme für zwölf Stunden wegen Drogen?


Die Angreifer sollen sich zunächst als Polizisten ausgegeben haben. Untereinander unterhielten sich die Männer in gebrochenem Englisch. Sie fesselten die russische Mannschaft und durchsuchten zwölf Stunden lang das Schiff nach Wertgegenständen.

Bei Russland-Aktuell
• Russland baut Mittelmeerhafen für Marine in Syrien aus (21.07.2009)
• Russen erneuern Mittelmeer-Stützpunkt für Piratenkampf (20.07.2009)
• Somalische Piraten foltern ukrainische Geiseln (27.05.2009)
• Medwedew für internationales Gericht gegen Piraterie (04.05.2009)
• Schiff mit 24 Ukrainern in der Hand somalischer Piraten (03.05.2009)
Offensichtlich hatten die Piraten eine andere Beute erwartet, denn nach langer Suche verließen sie den Frachter schließlich wieder, ohne dass sie zumindest den Meldungen zufolge größere Waren mitgehen ließen. Die schwedische Polizei vermutet, dass die Piraten auf der Suche nach Drogen waren.

Polizei mit Verspätung verständigt


Die Mannschaft konnte sich nach dem Ende der Geiselnahme selbst befreien und verständigte die Reederei, die wiederum nur die russische Botschaft in Helsinki informierte. Erst mit einiger Verspätung gaben die russischen Diplomaten die Information an die Polizei weiter.

Nun suchen die Behörden nach den Tätern. Nach Angaben der Polizei ist es der erste Piratenüberfall in der Ostsee in der jüngeren Vergangenheit. Als Tummelplätze der Piraten gelten eher südlichere Gefilde, insbesondere die Küstengewässer von Somalia.

Piraten heute im Golf von Aden aktiv


Dort wurden im vergangenen Jahr über 50 Schiffe gekapert und noch weit mehr Schiffe von Piraten attackiert. Die größte Beute der afrikanischen Seeräuber war der Supertanker „Sirius Star“, für den die Piraten ein Lösegeld von 3 Mio. USD aushandelten.

Wegen der Gefahr, die die Piraten für die moderne Seefahrt bedeuten, haben eine Reihe von Ländern bereits Kriegsschiffe in die Region entsandt, um die Plage zu bekämpfen. Unter den Ländern, die sich an der Piratenjagd beteiligen, sind auch Deutschland und Russland.

Geschichte der Piraten in der Ostsee


Auch die Ostsee hat übrigens in früheren Jahrhunderten Bekanntschaft mit Freibeutern gemacht. Der berühmteste Seeräuber der Ostsee ist wohl Klaus Störtebeker, der im 14. Jahrhundert unter den hanseatischen Kaufleuten (böse Zungen sagen auch „Pfeffersäcke“) Schrecken verbreitete.

Störtebekers Likedeler standen zeitweise unter dem Schutz der schwedischen Krone und versteckten sich auch in den Gewässern zwischen Gotland und Visby. Störtebeker wurde allerdings 1401 bei einer Schlacht in Helgoland gefangengenommen und anschließend hingerichtet. Heute erinnern die alljährlichen Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen an den legendären Seeräuber.



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