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Badepark in Scharm-el-Scheich (foto: newsru)
Badepark in Scharm-el-Scheich (foto: newsru)
Montag, 25.07.2005

Russische Touristen fliegen weiterhin nach Ägypten

St. Petersburg. Die Terrorwelle im ägyptischen Badeort Scharm-el-Scheich hat russische Touristen nicht abgeschreckt: Während Westeuropäer den Ort mit Sonderflügen verlassen, flogen 900 Russen zum Urlaub dorthin.

Nach der Serie von Bombenexplosionen, bei der mindestens 88 Menschen getötet wurden, haben zahlreiche Urlauber ihren Aufenthalt auf der Sinai-Halbinsel abgebrochen. Sondermaschinen bringen sie in ihre Heimatländer zurück. Russische Urlauber, die traditionell in Ägypten einen großen Anteil der Feriengäste stellen, reagierten jedoch – wie in derartigen Situationen schon üblich – mit einer gewissen Gelassenheit.
Am Wochenende landete in Moskau lediglich eine Maschine aus Scharm-el-Scheich. An Bord befanden sich jedoch nur Urlauber, deren Aufenthalt planmäßig zu Ende gegangen war.

Trotz der Nachrichten von den Terroranschlägen waren am Samstag auch etwa 900 Urlauber mit vier Flugzeugen aus Russland auf den Sinai geflogen, um ihren Urlaub anzutreten. Nach Angaben einer Sprecherin des russischen Tourismusverbandes hatte es keine Absagen gegeben.

Terrorgefahr auch im eigenen Land

Die stoische Ruhe, mit der russische Touristen der Gefahr ins Auge sehen, hat wohl damit zu tun, dass sie auch in ihrem Heimatland mit einer permanenten Terrorgefahr und anderen erhöhten Alltagsrisiken leben gelernt haben.

Allerdings dürften auch die im Vergleich zu westlichen Gepflogenheiten im Tourismusgewerbe meist schlechteren Rücktrittsklauseln viele Urlauber dazu bewegen, ihren bereits bezahlten Urlaub nicht zu opfern.

Bei Russland-Aktuell
• Ägypten: Terror schreckt russische Urlauber nicht (08.10.2004)
• Schlechte Karten für Frauen in Schwarz (23.09.2004)
• Neu: Reisen mit TUI auch in Russland (04.08.2004)
• Putin von den Pyramiden an die Klagemauer (26.04.2005)
Die Reisebüros rechnen jedoch damit, dass in den nächsten Tagen auch die russische Kundschaft versuchen wird, verstärkt auf die Türkei oder Tunesien umzubuchen. Eine islamistische Gruppierung, die sich als Urheber der Anschläge bezeichnete, stellte „Juden und Christen“ inzwischen ein Ultimatum von 60 Tagen, um Ägypten zu verlassen.

(ld/rufo)


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