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Eine heftige Eruption auf der Sonne: Plasma wird ins All geschleudert  - und verursacht in Erdnähe nicht nur Polarlichter, sondern eventuell auch Raumfahrtpannen (Foto: wikipedia)
Eine heftige Eruption auf der Sonne: Plasma wird ins All geschleudert - und verursacht in Erdnähe nicht nur Polarlichter, sondern eventuell auch Raumfahrtpannen (Foto: wikipedia)
Donnerstag, 26.01.2012

Sonnenwind soll Ursache für Phobos-Grunt-Debakel sein

Moskau. Das Scheitern der Marsmond-Mission Phobos-Grunt soll durch einen Magnetsturm verursacht worden sein, so eine neue Version. Schuld wäre dann nicht Pfusch in der russischen Raumfahrtbranche, sondern die Sonne.

Zu diesem Ergebnis soll jetzt eine fachübergreifende Expertenkommission gekommen sein, die mit der Untersuchung der Gründe für das 120 Mio. Euro teure Raumfahrt-Debakel beauftragt ist. Wie Interfax unter Berufung auf einen russischen Raumfahrt-Insider berichtet, soll der Flug der Sonde von einer Plasma-Wolke im Erdmagnetfeld gestört worden sein.

Schnelles Ende einer jahrelangen Mission


Phobos-Grunt war am 9. November vom Kosmodrom Baikonur gestartet. In der Erdumlaufbahn angekommen, brach jedoch der Kontakt zu dem 12,5 Tonnen schweren Apparat ab, der dann auch nicht planmäßig seinen Flug in Richtung Mars antrat. Am 15. Januar stürzte die der Erde entgegen taumelnde Sonde dann über dem Südpazifik ab und verglühte dabei wohl weitgehend.

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•  Version: Starkes US-Radar hat Phobos-Pleite ausgelöst (19.01.2012)
• Marssonde rätselhaft abgestürzt: unklar wann, wo, warum (16.01.2012)
• 200 Kilo Marssonden-Schrott fallen auf die Erde (16.12.2011)
• Mars-Mission gescheitert, Absturzgefahr umstritten (21.11.2011)
• Russische Mars-Mission Fobos Grunt droht zu scheitern (09.11.2011)
Auslöser des verhängnisvollen Plasmafeldes soll eine besonders heftige Eruption auf der Sonne am 4. November gewesen sein, bei dem mehrere Milliarden Tonnen Plasma ins Weltall ausgeworfen wurden.

Nicht ein US-Radar, sondern die Sonne funkten dazwischen


Die russische Raumfahrtbehörde spricht schon seit längerem von einer diffusen „äußeren Einwirkung“, die Phobos-Grunt angeblich aus dem Takt gebracht haben soll. Allerdings wurden technische Mängel oder konstruktive Fehler nicht ausgeschlossen, sonder mit Priorität betrachtet.

Vorübergehend stand eine Version der äußeren Einwirkung im Raum, wonach ein starkes US-Radar auf den Marshallinseln im Pazifik das Versagen von Phobos-Grunt provoziert haben soll. Diese Theorie wurde aber alsbald als unrealistisch zu den Akten gelegt – zumal die USA beteuerten, am fragliche Tag sei die Anlage gar nicht in Betrieb gewesen.

Kann Sonnenwind Satelliten außer Gefecht setzen?


Mehrere russische Wissenschaftler stellten inzwischen aber in Abrede, dass ein Sonnensturm den Mars-Apparat so stark gebeutelt haben könnte, dass dessen Technik versagte.

Allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte über Störungen bei Satelliten und sogar technische Defekte auf der Erde, die durch Eruptionen auf der Sonne hervorgerufen worden sein sollen.



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