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Ein SU-27 Kampfflugzeug. Stürzte bisher seltener ab als MiG oder Starfighter (Foto: Archiv)
Ein SU-27 Kampfflugzeug. Stürzte bisher seltener ab als MiG oder Starfighter (Foto: Archiv)
Freitag, 16.09.2005

Eklat Russland-Litauen nach Kampfflugzeugabsturz

Moskau. Der Absturz eines russischen Kampfjets über Litauen hat für einen diplomatischen Skandal gesorgt. Russland macht Technikfehler und Sonnenwinde für den Fehlflug verantwortlich. Litauen hält den Piloten fest.

Der Kampfflieger vom Typ SU-27 stürzte am Donnerstagnachmittag etwa 80 Kilometer hinter der litauischen Grenze zu Boden. Das Flugzeug war eigentlich als Teil einer Staffel auf dem Weg von Petersburg nach Kaliningrad, verlor auf dem Weg über die Ostsee allerdings auf Grund eines Fehlers im Navigationssystem die Orientierung.

Bei Russland-Aktuell
• Russland und Nato kritisieren gemeinsam Litauen (23.06.2004)
• Der Stolz der russischen Luftwaffe fing Feuer (18.09.2003)
Pilot Major Trojanow flog zum Festland in Richtung Kaliningrad, drehte einige Runden über dem unbekannten Gebiet, um das Kerosin zu verbrennen und katapultierte sich dann per Schleudersitz aus dem Cockpit. Das Flugzeug ging auf einem Feld zu Boden, er selbst landete einige Minuten später per Fallschirm. Per Handy konnte er seine Vorgesetzten von dem Unfall in Kenntnis setzen - bevor ihn die litauische Polizei festnahm.

Nun sollen er und der Flugschreiber solange in Gewahrsam bleiben, bis die genauen Umstände des Absturzes geklärt sind. Litauens Verteidigungsminister Kirkilas beschuldigt Russland, den Luftraum seines Landes verletzt zu haben.

Sonnenwinde haben Schuld

Russische Militärs machen hingegen extrem starke Sonnenwinde in den letzten Tagen für die Technikprobleme verantwortlich. Nur so sei zu erklären, dass die vierfach abgesicherten Navigationsgeräte versagten.

Russland schätzt den durch die SU-27 verursachten Flurschaden auf 3.000 USD (Foto: TV)
Russland schätzt den durch die SU-27 verursachten Flurschaden auf 3.000 USD (Foto: TV)
Estland beschwert sich ebenfalls

Am Freitag schloss sich auch Estland dem Protest der Litauer an. Zwar hatte die Fliegerstaffel aus St. Petersburg kommend eine Überfluggenehmigung für estnisches Territorium, doch hätten die Jets während des Fluges unerlaubterweise die Transponder ausgeschaltet.

Der Flugfunktransponder dient nicht nur zur Identifizierung der Flugzeuge, sondern gibt auch automatisch verschiedene Daten wie Flughöhe und –geschwindigkeit an die Luftraumüberwachung weiter. Durch das Ausschalten der Transponder hätten die russischen Jets den estnischen Luftverkehr gefährdet, beschwert sich Tallinn.

Russland bietet 3.000 USD für Pilot und Black Box

Während Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow auf die Anschuldigungen aus Estland bislang nicht direkt reagierte, versprach er den Litauern bereits Schadenersatz in Höhe von 3.000 USD (2.500 Euro) für das zerstörte Feld zu zahlen. Im Gegenzug fordert er den Piloten und die Black Box mit der Freund-Feind-Kennung zurück.

Noch hat Litauen das Angebot nicht angenommen. Sollte das NATO-Mitglied, den Freund-Feind-Code der Black Box knacken, wäre dies für die russische Luftabwehr eine potentielle Gefahr.

(ab/.rufo)


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Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)






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