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Wladimir Putin und Angela Merkel reden Klartext in Moskau. (Foto: ITAR-TASS)
Wladimir Putin und Angela Merkel reden Klartext in Moskau. (Foto: ITAR-TASS)
Freitag, 16.11.2012

Moskauer Treffen: Merkel kritisiert, Putin kontert

Moskau. Beim Petersburger Dialog haben Kanzlerin Merkel und Präsident Putin einen Schlagabtausch geführt. Merkel kritisiert den Druck auf die Zivilgesellschaft, Putin wirft den Punkerinnen von Pussy Riot Antisemitismus vor.

Die Bundeskanzlerin bringt als Beispiel für Repressalien gegen die Zivilgesellschaft das Beispiel der beiden Frauen von Pussy Riot, die wegen eines „Punkgebets“ in der orthodoxen Hauptkirche zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt wurden.

Kritik, aber kein Angriff


In Deutschland würde ein Verhalten wie das der Sängerinnen zwar auch debattiert - sie würden aber nicht wie in Russland zwei Jahre in ein Arbeitslager kommen, sagte Merkel am Freitag beim deutsch-russischen Diskussionsforum Petersburger Dialog mit Putin.

Außerdem sehe sie eine Reihe von Gesetzen in Russland, bei denen sie nicht erkennen könne, dass sie die Freiheit der Menschen beförderten. «Wir fragen uns, ob das gut für die Entwicklung der russischen Gesellschaft ist oder nicht.»

Sie bat Putin, die Kritik nicht als Angriff zu verstehen. «Das ist nicht destruktiv gemeint.» Sie sei vielmehr Ausdruck eines offenen Umgangs zwischen Partnern. «Wenn ich jedesmal eingeschnappt wäre, könnte ich keine drei Tage Bundeskanzlerin sein», sagte Merkel.

Bei Russland-Aktuell
• Dt.-russ. Gipfel: Kreml kennt antirussische Rhetorik (15.11.2012)
• Blog: Gedankenfreiheit - auch zwischen Merkel und Putin (13.11.2012)
• Petersburger Dialog: Es ist Zeit für einen Neuanfang (23.10.2012)
• Putin: Echte Partnerschaft mit EU nur mit Visafreiheit (04.06.2012)
• Merkel und Putin um deutsch-russische Achse bemüht (01.06.2012)
Sie betonte: «Ich bin eine große Freundin der deutsch-russischen Beziehungen.» Nur weil Deutschland und Russland eine gute Zusammenarbeit in der Wirtschaft hätten, heiße das aber nicht, dass sie in anderen Bereichen nicht verbesserungswürdig sei.

«Ich bin der Meinung, dass man nicht so viel Angst haben sollte, dass Menschen eine andere Meinung haben», sagte Merkel.

“Eine der Frauen hat einen Juden erhängt“


Kremlchef Wladimir Putin hat den Vorwurf, gezielt gegen die russische Zivilgesellschaft vorzugehen, zurückgewiesen. Nichtstaatliche Organisationen könnten nützlich sein: «Die Zivilgesellschaft kann mit ihrer Beharrlichkeit helfen, Probleme zu lösen, und Politiker sollten dazu das Notwendige beitragen», betonte er.

Was das Urteil gegen Pussy Riot betrifft, griff der russische Präsident zu einem krassen Beispiel aus der „schöpferischen Biografie“ der Bandleaderin Nadeschda Tolokonnikowa. Bei einer Aktion in einem Moskauer Kaufhaus habe die 2008 mit einer anderen Gruppe eine „antisemitische Provokation“ durchgeführt, so Putin.

„Weiß Frau Bundeskanzlerin, dass eine der Frauen die Strohpuppe eines Juden aufgehängt und erklärt hat, Moskau müsse vor solchen Leuten verschont werden?“ Er verweist dabei offensichtlich auf eine Aktion der Künstlergruppe „Wojna“ (Krieg) im Moskauer Einkaufszentrum „Aschan“.

Die Gruppe hatte dort symbolisch „Gastarbeiter, Juden und Homosexuelle aufgehängt“, um auf Außenseiter der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

(mit Material von dpa)



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Cello 18.11.2012 - 14:03

Missverstaendnis Ihrerseits!

Werter @gerd, ich denke Sie haben den Kontext in welchem ich das Wort „scharfprovokant“ benutzte missverstanden. Ich schrieb dies auf die Intervention von

@Stolls Kommentar 18.11.2012 0:53 (Mir gefallen Royalers Beiträge sehr, gerade auch wegen ihrer Wortwahl.) welcher auf meinen vorangegangenen Kommentar antwortete, in welchem ich

Zitat

17.11.2012 4:49 Cello: „@Royaler: Auch ich bin der Meinung, dass der Ton die Musik macht. Bei Machbarkeit Ihrerseits die Kommentare ein wenig entprovokatisieren heisst nicht, dass Ihre Kommentare am Wert des Inhalts und der Aussagekraft verlieren!“

verfasste.

Ich bitte Sie hoeflich um Kenntnisnahme.

Freundlicher Gruss

Cello


gerd 18.11.2012 - 13:36

@cello/niemeier

das www ist schon eine seltsame und für manche geistigen Tiefflieger eine schöne Sache. Versteckt hinter einem Nickname kann man Straftaten nach § 186ff StGb begehen und braucht nicht die Folgen zu fürchten, übrigens das Strafgesetzbuch ist ein Bestandteil der Deutschen Justiz, als Hinweis für die Tiefflieger.
Bedenklich finde ich es jedoch wenn menschen wie Sie dies verniedlichen mit den Worten \"scharfprovokant\". Es handelt sich um strafrechtlich relevante Beleidigungen/Verleumdungen.
Sicher war der Hinweis auf den Antisemitismus ein Riesenfehler und sollte dem Berater/Textschreiber den Job kosten, aber sind wir es als Deutsche nicht selbst schuld?
Judenverfolgung gibt es seit mehr als 2000 Jahren, kein Volk aber geiselt sich selbst so wie Deutschland.
Ich darf mir dazu eine Meinung anmassen, ich habe meinen Grossvater nie kennenlernen dürfen. Er starb im KZ wegen Fluchthilfe für Juden. Er brachte Juden illegal nach Holland von wo aus Sie dann Europa verlassen haben. Im Dokumentationszentrum für NS Opfer meiner Heimatstadt habe ich Listen der von ihm transportierten einsehen können.
Ich hätte erwartet das einige, ja wenigsten ein einzelner sich nach dem Krieg mal bei meiner Großmutter oder den Niederländern gemeldet hätte. Aber das geschah nie, also frage man mich besser nicht nach meiner Einstellung zu Juden


Uwe Niemeier 18.11.2012 - 08:45

Herr Stoll, ich verstehe Sie ja ...

... so wie Sie dafür arbeiten Putin in ein \"entsprechendes\" Licht zu rücken, so arbeite ich auch dafür ... Wir beide arbeiten eben nur in unterschiedlichen Richtungen. Jeder hat eben so seine Erfahrungen mit Wladmimir Wladimirowitsh gemacht.
Aber zum Thema: Wenn ich auf alles reagieren würde (müßte) was an Unwahrheiten/Unkorrektheiten über mich verbreitet wird - ich hätte keine Zeit mehr mich mit Ihnen hier bei www.aktuell.ru auszutauschen. Ich nehme an, dass es WW genauso geht ... er hätte dann einfach keine Zeit mehr die demokratische Oppostion in Russland zu unterdrücken (bitte mit Unterton verstehen - meine Art Humor ist etwas spezifisch)


Stoll 18.11.2012 - 08:26

http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Wladimirowitsch_Putin#Berufliche_Karriere

Zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften promovierte Putin 1997 an der renommierten staatlichen Bergbau-Hochschule St. Petersburg mit einer 218 Seiten langen Arbeit zur staatlichen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen.[5] Seine Doktorarbeit bestand nach Aussage des amerikanischen Ökonomen Clifford Gaddy in wesentlichen Teilen aus Abschriften und Abbildungsplagiaten der US-Ökonomen William King und David Cleland von der Universität Pittsburgh, von denen er außerdem in der Einleitung des zweiten Teils 16 Seiten aus Arbeiten des Jahres 1978 der US-Amerikaner kopiert habe.[5] Hierzu gibt es bislang keine offizielle Stellungnahme von Putin.[6]


Stoll 18.11.2012 - 08:17

@18.11.2012 4:22 Cello,-- So sind die Geschmaecker halt unterschiedlich und verschieden, genauso wie die Farben der Natur!--

Stimmt.:-)
Freundliche Grüße.


Uwe Niemeier 18.11.2012 - 05:46

Herr Stoll, ich verstehe schon,

was Sie (eigentlich) sagen wollen mit der Bemerkung:
Seine Fähigkeiten (...)als ehemaliger kleiner KGB Mitarbeiter sehr gering.
Frau Merkel als ehemalige kleine FDJ-Sekretärin bringt es wohl besser, und Herr Gauk als studierter Pfarrer auch, und Napoleon als verarmter französicher Provinzler ...
Ich kenne keinen Menschen in der Weltgeschichte, der als Staatsmann geboren wurde. Also der von mir kopierte Satz von Ihnen ist ein klitzekleines bißchen unpassend - scheint mir.


Cello 18.11.2012 - 04:22

Geschmaks- und Ansichtssache!

Mir ist das Inhaltliche eines Kommentars wichtiger als eine \"scharfprovokante\" Wortwahl. So sind die Geschmaecker halt unterschiedlich und verschieden, genauso wie die Farben der Natur!


Stoll 18.11.2012 - 00:53

Mir gefallen Royalers Beiträge sehr, gerade auch wegen ihrer Wortwahl. Da gab es in der kürzeren Vergangenheit hier bei Ru.ak. wesentlich schärfere Beiträge, die zum Teil auch unter die Gürtellinie gingen.
Doch ein Betrüger darf man Betrüger nennen.
Putin hat mit seiner Äußerung zu angeblichen antisemitischen Taten von Pussy Riot in einen riesengroßen Fettnapf getreten. Einmal mehr wird Putin zum Gespött fast der ganzen Welt. Er kann es einfach nicht. Seine Fähigkeiten einen Staat zu lenken und leiten sind als ehemaliger kleiner KGB Mitarbeiter sehr gering. Russland tritt seit Jahren auf der Stelle und viele Daten weisen auf einen weiteren Absturz Russland hin. Die Bevölkerung wird wie zu Zeiten der SU gegängelt und bevormundet und es gibt nun auch wieder politische Gefangene. Das alles hatten die Menschen über Jahrzehnte zu ertragen. Hoffen wir, das es nicht wieder 70 Jahre dauert, bis sie sich von Tyrannen und ihrer Helfershelfer befreien.


Cello 17.11.2012 - 04:49

Bewahrheitete Recherche!


Nun, liest man den Text der nachstehenden URL

http://www.aktuell.ru/russland/kommentar/treffen_mit_merkel_ein_dickes_fettnaepfchen_fuer_putin_594.html

dann darf man @Royaler zumindest die Richtigkeit seiner Aussage betreffend der Pussy Riot Aktion von 2008 zugestehen! Doch @Royaler: Auch ich bin der Meinung, dass der Ton die Musik macht. Bei Machbarkeit Ihrerseits die Kommentare ein wenig entprovokatisieren heisst nicht, dass Ihre Kommentare am Wert des Inhalts und der Aussagekraft verlieren!


Uwe Niemeier 16.11.2012 - 19:57

Sehr geehrter Royaler,

Sie würden mir die Möglichkeit mit Ihnen über Russland und Putin zu diskutieren erleichtern, wenn Sie Ihre Titulierungen von Personen und die Beschreibung von Sachständen etwas weniger aufgeregt angehen. Ich gehe davon aus, dass Sie hier kommentieren, weil auch Sie an einem Gedanken- und Meinungsaustausch interessiert sind. Mir fällt es aber schwer in Ihrer Tonlage mit zu diskutieren. Schade eigentlich ... Frau Merkel ist auch nicht einverstanden mit Herrn Putin und seiner Politik. Aber sie findet Worte und Formulierungen die von der Gegenseite angehört und auch beantwortet werden. Bei Ihnen, wie gesagt, fällt es mir schwer.


Royaler 16.11.2012 - 19:28

Recherche - kommentarlos?

um auf Außenseiter der Gesellschaft aufmerksam zu machen.
Also sagt Herr Putin öffentlich die Unwahrheit.
Der Kommentar hätte russland.ru gut gestanden - oder passt das nicht ins Konzept?
Der Spiegel hat wohl sehr schnell zwei Belegstellen für seine Internetheadline gefunden.


Royaler 16.11.2012 - 19:22

Der selbstgekrönte Bandit lügt

Der selbstgekrönte Bandit lügt auf höchster deutsch-russischer Bühne, dem Petersburger Dialog.
Schande auf den Schmutzfink aus
SPb - weg damit - Deutschland braucht schnellsten eine andere Gangart zu Nutzen des russischen Volkes.
Wir hatten die absoluten Musterbeispiele von Lügen-Gaunern, die Unglück über die ganze Welt brachten, wobei das Ausland sich wie die Deutschen selbst durch Wegschauen und Beschwichtigen selbst betörten.
Wir sollten mit der Diktatorenerfahrung jedes Lügenwort auf die Goldwage legen und gegen wirtschaftlichen Profannutzen gründlich abwägen.
Nochmal, damit es klar ist:
Pussy Riot ist von der Grundhaltung gegen Rassismus und Antisemitismus. - Welche Dummkumpel müssen in Putins Apparat stecken? - Damit hat Herr Putin ungewollt eine dann durch Pussy Riot indirekt bewirkte, weil staatswichtig,
Aufräumdebatte angeregt:
Man warte auf ungelogene Beispiele
in möglichst idealer Darstellung: Wie stehts mit Putin und seinem Apparat und der
Judenfreundlichkeit?


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