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Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Montag, 09.05.2005

Putin: Das Wichtigste ist die Versöhnung

Moskau. Auf dem Roten Platz in Moskau hat am Montagmorgen die Militärparade zum 60. Tag des Kriegsendes stattgefunden. Erstmals nahm ein deutscher Bundeskanzler auf der Ehrentribüne Platz.

Russlands Präsident Wladimir Putin sprach in einer kurzen Ansprache vom 9. Mai als einem „heiligen Tag“, an dem das Gute über das Böse gesiegt habe. Russland werde niemals die Hilfe der Verbündeten und der deutschen und italienischen Antifaschisten vergessen, doch die Völker der Sowjetunion hätten den entscheidenden Beitrag zum Sieg über Hitlerdeutschland geleistet, sagte er.

Historische Versöhnung von Deutschland und Russland

Putin lobte die „historische Versöhnung zwischen Russland und Deutschland“ als „eine der wichtigsten Errungenschaften im Nachkriegs-Europa.“ Die Welt dürfe weder einen neuen Kalten, noch einen „heißen“ Krieg zulassen, so der Kremlchef in seiner Rede, die von Salutschüssen beendet wurde.

Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Auf der Ehrentribüne vor dem mit einem Großplakat verdeckten Leninmausoleum sahen Bundeskanzler Gerhard Schröder, US-Präsident George Bush sowie Dutzende anderer Staats- und Regierungschefs und Weltkriegsveteranen der Parade zu. Außer den Präsidenten Estlands und Litauens hatte auch Georgiens Staatschef Michail Saakaschwili seine Teilnahme abgesagt. Es gebe „für Georgien in Moskau nichts zu feiern“, hatte er seinen Schritt begründet.

Kriegsveteranen und historische Uniformen

Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Die einstündige Parade, die größtenteils nach seit vielen Jahren praktisch unveränderten Regeln verlief, ist die zentrale Veranstaltung zum 60. Jahrestag des Kriegsendes. Wie seit dem Zerfall der Sowjetunion üblich, rollte auch diesmal keine Militärtechnik über den Roten Platz.

Bevor Abordnungen aller Truppenkontingente der heutigen russischen Armee über den Platz zogen, waren Soldaten in Uniformen und mit Waffen des Zweiten Weltkriegs vor den Ehrengästen vorbeimarschiert. Darunter war auch eine Pionier-Einheit mit Hunden.

Ihnen folgten, verteilt auf 130 werksneue Lastwagen in historischer Weltkriegs-Optik, 2.600 Kriegsveteranen, die ordensgeschmückt und mit Blumen winkend die Staatsgäste grüßten. Noch 1995 waren die Veteranen zum 50.Jahrestag selbst über den Platz marschiert. Diesmal mochte man ihnen diese Anstrengung nicht mehr zumuten.

Zum Abschluss der Zeremonie donnerten MIG-29 und SU-27 Kampfflugzeuge in enger Formation über das Moskauer Stadtzentrum hinweg und malten eine russische Fahne in die Wolken über den Kreml.

Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Siegesparade auf dem Roten Platz (foto: 1. Kanal)
Seit Sonntag waren bereits andere Maschinen der russischen Luftwaffe im Einsatz gewesen, um mit Chemikalien-Abwürfen die dichten Regenwolken über Moskau aufzulösen und um in der russischen Hauptstadt zum Siegestag für Sonnenschein zu sorgen.

Doch noch am frühen Montagmorgen regnete es in Strömen. Wladimir Putin und Frau Ludmilla empfingen noch im Nieselregen regenschirmbewehrt die Ehrengäste. Erst unmittelbar vor Beginn der Parade zeigte sich die Sonne – und wurde auf dem Roten Platz mit Applaus begrüßt. Bald darauf zog der Himmel jedoch wieder zu, es blieb aber trocken.

Die etwa 50 angereisten Staats-Chefs gingen nach der Parade zusammen mit Wladimir Putin zum Grabmal des Unbekannten Soldaten im Alexandergarten an der Kreml-Mauer, um dort Blumen niederzulegen. Anschließend gab es einen Fest-Empfang im Kreml. Zur gleichen Zeit begannen überall in Moskau Straßenfeste und Konzerte zur Feier des 60. Jahrestages des Sieges.

(kp-ld/.rufo)


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