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Auszählung vor der Webcam: Auch hier soll jemand Stimmzettel untergeschoben haben, behaupten Blogger. Die besonders heftigen Mogeleien sieht man aber nicht (Foto: youtube)
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Dienstag, 06.03.2012

Putin: Es gab Wahlverstöße, sie sind aufzuklären

Moskau. Wahlsieger Wladimir Putin hat eingestanden, dass es bei der Präsidentenwahl Verstöße gegen die Wahlvorschriften gegeben hat. In St. Petersburg wurden zum Beispiel Wahllokale mit tausenden Wählern fingiert.


„Selbstverständlich gab es Wahlverstöße. Man muss sie alle herausfinden, aufklären und dafür sorgen, dass alle alles richtig verstehen“, sagte Putin heute. Er zähle darauf, dass es „eine maximale Kontrolle der Situation“ gebe, damit es bei Wahlen keinen „Schmutz“ mehr gebe.

Die Diskussionen darüber, in welchem Umfang bei den Wahlen von wem und zu wessen Gunsten manipuliert wurde, reißen unterdessen in Russland nicht ab.

Igor Bunin, der Leiter des „Zentrums für politische Technologien“ erklärte gegenüber der Zeitung „RBK Daily“, dass er die Differenz zwischen den von Demoskopen erwarteten 58 Prozent und dem offiziellen Ergebnis von 63,6 Prozent für das Resultat „von Initiativen administrativer Kader“ halte.

Beamte werden an ihren Wahlergebnissen gemessen


Solange nicht Beamte bestraft würden, die mit unlauteren Methoden für eine Ergebnisaufbesserung sorgen, werde dieses Phänomen fortbestehen, so Bunin.

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• OSZE-Gebetsmühlen verstellen den Blick auf den Wandel (06.03.2012)
• Wahlbeobachter: Ergebnis in Russland war vorher klar (05.03.2012)
• Opposition spricht von massenhaften Manipulationen (04.03.2012)
• Webcams: 500.000 Menschen wollen Wahlen online sehen (02.03.2012)
Als ein Hauptmotiv für Wahlmanipulationen sehen viele Beobachter den Umstand, dass lokale Verwaltungs-Chefs von ihren Vorgesetzten daran gemessen würden, wie hoch in ihrem Gebiet bei Wahlen die Zustimmung zur Staatsmacht ausfällt.

Wer schlechte Zahlen liefert, muss um seinen Posten fürchten – egal ob er Vorsitzender einer Stadtteil-Verwaltung ist oder Gouverneur eines Föderationsgebietes ist.

"Golos" sieht Putin real unter 50 Prozent


Die oppositionelle Wahlbeobachtungs-Organisation „Golos“ hat unterdessen ihre Einschätzung vom Sonntag Abend korrigiert, wonach Putin real 50,1 Prozent erreicht habe.

Alexander Kynew, Leiter der Analyse-Abteilung, sagte gegenüber Radio Swoboda, er gehe von einer Verfälschung des Ergebnisses um 15 Prozent aus. Da Putin nach nach den offiziellen Angaben 63,6 Prozent erreicht habe, gehe er davon aus, dass auf diese Weise die Frage, ob es einen oder zwei Wahlgänge gibt, entschieden worden sei.

Putins Unterstützer sehen sich diffamiert


Aus dem Putin-Lager ist dabei immer wieder das Argument zu hören, dass nicht automatisch jede Wahlmanipulation zugunsten von Putin erfolgt sein muss.

Außerdem kann es durchaus „Fälschungen von Fälschungen“ gegeben haben – sprich: fingierte oder echte Regelverstöße, deren Enttarnung dann als Argument herhalten muss, bei den Wahlen sei zugunsten von Putin manipuliert worden. Allerdings sind manche Wahlmanipulationen so perfekt eingefädelt, dass sie kaum ohne administrative Ressourcen und Rückendeckung durch die Wahlbehörde erfolgen können:

Auf der Suche nach Phantom-Wahllokalen


Von Oppositionsvertretern und der Presse wird vor allem die Organisation von massenhaften (und auch noch mehrfachen) Stimmabgaben durch (angebliche) Arbeitskollektive sowie die kurzfristige Einrichtung von zusätzlichen, möglicherweise fiktiven Wahllokalen auf Betriebsarealen kritisiert. Dort kann dann keine Kontrolle durch Wahlbeobachter und Medien stattfinden.

Ein Reporter der Petersburger Internetzeitung fontanka.ru konnte von zehn derartigen Wahllokalen in einem Stadtteil am Wahltag nur ein einziges real finden. Auch an ihm zwischenzeitlich genannten präzisierten Adressen, wo diese Wahllokale in der Realität gewesen sein sollen, fanden sich keine Zeugen, die bestätigen konnten, dass dort am Sonntag zum Teil tausende Arbeitnehmer abgestimmt haben sollen.

Dennoch stehen die Ergebnisse dieser Phantom-Wahllokale jetzt in der amtlichen Statistik: So sollen über 2.000 Mitarbeiter einer Firma namens EweK zu 97 Prozent für Putin votiert haben. Der verwunderte Vizedirektor des Unternehmens, das einen Markt verwaltet, erklärte dem Reporter, dass seine Firma nur etwa 60 Mitarbeiter habe.



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Royaler 08.03.2012 - 00:49

Wahrheit ? Unter 50 Prozent ! 2te

Herr Putin, veranlassen Sie, dass die Einzelergebnisse bis hin zu den einzelnen Wahlbüros lückenlos veröffentlicht werden. So ist es nicht nur in Deutschland üblich, einem zumindest im Großen und Ganzen vorbildlichen demokratischen Staat, der gerade bei Wahlen zeigt, was Transparenz bedeutet. Herr Schroeder, der deutsche Altkanzler, sollte Sie besser zu einer solchen Aktion auffordern, wenn er weiter behaupten möchte, es handele sich um lupenreine Demokratie, was da jetzt rund um ihre Wahl vorgeht.
Interessant wären in gleicher Weise die Ergebnisse seit Ihrer ersten Wahl zum russischen Präsidenten. - Solches könnte jeder russische Bürger sich wünschen, der das Gefühl nicht los wird, dass jetzt nur etwas mehr Licht auf eine perfide, von Staats wegen zum reinen Machtgewinn begünstigte Maschinerie des totalen Wahlbetrugs geworfen wird, die eine lange Tradition hat.
Das Wort Wahrheit, das seit den illegitimen Parlamentswahlen über allem schwebt, sollte für die Zukunft Russlands eine wirklich inhaltlich gefüllte Bedeutung bekommen und es wäre für jeden aufrichtigen Russen angesagt, sich von den Betrügern zu distanzieren.

In dieser Hinsicht scheinen dann Golos und OSZE zumindest den richtigen Suchweg mit einer aus Erfahrung gespeisten und mit Kenntnis von … Karussellchen …, … Phantom-Wahlbüros\" … und … geheimen Zusammenrechnungsmechanismen … einen belegbaren Weg der Erforschung in Richtung Wahrheit zu beschreiben.

Wer Golos und OSZE widerspricht, hat wohl vor der russischen Geschichte mit einer langen Betrugstradition die Augen verschlossen. Siehe das Folgende, das man real entkräften müsste in der Form einer rückhaltlosen Offenlegung durch die Wahlkommission, angeregt durch den Wahlsieger, der ja sicher als erster eine lupenreine Legitimität braucht, wenn er international überhaupt noch reüssieren möchte.
Nichts anderes werden die Demonstranten weiter fordern - das reicht - und warum sollte man vom Wahrheitsanspruch gerade bei der Grundlegung der wichtigsten Machtinstanz abweichen? - Anderes kann ja dann locker aufgesattelt werden - da gibt es genügend Bereiche, die Putin in seiner direkten Umgebung und bei seinen vielen Helfershelfern angehen könnte bis hin zur wenig eingeschränkt korrupten Polizei , die anscheinend nach der putinschen Wahlfeier wieder etwas ruppiger sein durften - auch da müsste nur mal ein bisschen mehr Licht hineinfallen können - vom sehr geheimnisvollen Privatleben Herrn Putins ganz zu schweigen - z.B. ist ja seine Frau ganz anders als bei anderen Weltherrschern nun bescheiden selten zu sehen.
Das Feld der Forderungen ist dann bis hin zu wirklich Gesellschaftlichem und Wirtschaftlichem von Relevanz offen - an der Stelle Grundlegung von Macht durch Partizipation ist jetzt nur mal ein Spalt weit die Sonne mit Licht auf die Kammer des Apparats erfolgreich geworden und das Zeichen des weißen Bandes wird die Freiheitsliebenden weitertragen auch gegen getürkte 63, X % von Putin III.

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… Golos … sieht Putin real unter 50 Prozent

… Die oppositionelle Wahlbeobachtungs-Organisation … Golos … hat unterdessen ihre Einschätzung vom Sonntagabend korrigiert, wonach Putin real 50,1 Prozent erreicht habe.

Alexander Kynew, Leiter der Analyse-Abteilung, sagte gegenüber Radio Swoboda, er gehe von einer Verfälschung des Ergebnisses um 15 Prozent aus. Da Putin nach den offiziellen Angaben 63,6 Prozent erreicht habe, gehe er davon aus, dass auf diese Weise die Frage, ob es einen oder zwei Wahlgänge gibt, entschieden worden sei.\"


Royaler 08.03.2012 - 00:31

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Herr Putin, veranlassen Sie, dass die Einzelergebnisse bis hin zu den einzelnen Wahlbüros lückenlos veröffentlicht werden. So ist es nicht nur in Deutschland üblich, einem zumindest im Großen und Ganzen vorbildlichen demokratischen Staat, der gerade bei Wahlen zeigt, was Transparenz bedeutet. Herr Schroeder, der deutsche Altkanzler, sollte Sie besser zu einer solchen Aktion auffordern, wenn er weiter behaupten möchte, es handele sich um lupenreine Demokratie, was da jetzt rund um ihre Wahl vorgeht.\\r\\nInteressant wären in gleicher Weise die Ergebnisse seit Ihrer ersten Wahl zum russischen Präsidenten. - Solches könnte jeder russische Bürger sich wünschen, der das Gefühl nicht los wird, dass jetzt nur etwas mehr Licht auf eine perfide, von Staats wegen zum reinen Machtgewinn begünstigte Machinerie des totalen Wahlbetrugs\\r\\ngeworfen wird, die eine lange Tradition hat. \\r\\nDas Wort Wahrheit, das seit den illegitimen Parlamentswahlen über allem schwebt, sollte für die Zukunft Russlands eine wirklich inhaltlich gefüllte Bedeutung bekommen und es wäre für für jeden aufrichtigen Russen angesagt, sich von den Betrügern zu distanzieren.\\r\\n\\r\\nIn dieser Hinsicht scheinen dann Golos und OSZE zumindest den richtigen Suchweg mit einer aus Erfahrung gespeisten und mit Kenntnis von \\\\\\\"Karussellchen\\\\\\\", \\\\\\\"Phantom-Wahlbüros\\\\\\\" und \\\\\\\"geheimen Zusammenrechnungsmechanismen\\\\\\\" einen belegbaren Weg der Erforschung in Richtung Wahrheit zu beschreiben.\\r\\n\\r\\nWer Golos und OSZE widerspricht, hat wohl vor der russischen Geschichte mit einer langen Betrugstradition die Augen verschlossen. Siehe das Folgende, das man real entkräften müsste in der Form einer rückhaltlosen Offenlegung durch die Wahlkommission, angeregt durch den Wahlsieger, der ja sicher als erster eine lupenreine Legimität braucht, wenn er international überhaupt noch reüssieren möchte.\\r\\n\\r\\nNichts anderes werden die Demonstranten weiter fordern - das reicht - und warum sollte man vom Wahrheitsanspruch gerade bei der Grundlegung der wichtigsten Machtinstanz abweichen? - Anderes kann ja dann locker aufgesattelt werden - da gibt es genügend Felder, die Putin in seiner direkten Umgebung und bei seinen vielen Helfershelfern angehen könnte - auch da müsste nur mal ein bisschen mehr Licht hineinfallen können - vom sehr geheimnisvollen Privatleben Herrn Putins ganz zu schweigen - z.B. ist ja seine Frau ganz anders als bei anderen Weltherrschern nun bescheiden selten zu sehen.\\r\\n\\r\\nDas Feld der Forderungen ist dann bis hin zu wirklich Gesellschftlichem und Wirtschftlichem von Relevanz offen\\r\\n- an der Stelle Grundlegung von Macht durch Partizipation ist jetzt nur mal ein Spalt weit die Sonne mit Licht auf die Kammer des Apparats erfolgreich geworden und das Zeichen des weißen Bandes wird die Freiheitsliebenden weitertragen auch gegen getürkte 63, X % von Putin III. \\r\\n\\r\\n..................................\\r\\n\\r\\n\\r\\n\\\\\\\"Golos\\\\\\\" sieht Putin real unter 50 Prozent\\r\\n\\r\\n\\\\\\\"Die oppositionelle Wahlbeobachtungs-Organisation „Golos“ hat unterdessen ihre Einschätzung vom Sonntag Abend korrigiert, wonach Putin real 50,1 Prozent erreicht habe.\\r\\n\\r\\nAlexander Kynew, Leiter der Analyse-Abteilung, sagte gegenüber Radio Swoboda, er gehe von einer Verfälschung des Ergebnisses um 15 Prozent aus. Da Putin nach nach den offiziellen Angaben 63,6 Prozent erreicht habe, gehe er davon aus, dass auf diese Weise die Frage, ob es einen oder zwei Wahlgänge gibt, entschieden worden sei.\\\\\\\"\\r\\n


jich 06.03.2012 - 16:27

Die oppositionelle Wahlbeobachtungs-Organisation „Golos“ hat unterdessen ihre Einschätzung vom Sonntag Abend korrigiert, wonach Putin real 50,1 Prozent erreicht habe. Alexander Kynew, Leiter der Analyse-Abteilung, sagte gegenüber Radio Swob

Muahahahaha eine von den USA finanzierte Organisation verkündet in der ehemaligen(?) Hochburg der CIA-Propaganda das Fazit über Betrügereien bei russischen Wahlen und nennt die korrekten Zahlen, die ganz zufällig zu einer Stichwahl führen würden...


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