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Russland diversifiziert sein Pipelinenetz. China ist an russischen Rohstoffen interessiert (Foto: TV)
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Dienstag, 19.03.2013

Russland schmiedet demonstrativ an der Achse mit China

Moskau. Russland orientiert sich um. In wenigen Tagen empfängt Präsident Wladimir Putin im Kreml Chinas neuen starken Xi Jinping. Danach wollen beide in Durban die BRICS vorantreiben. Kann Russland von der Allianz profitieren?

Russland sieht seine Zukunft in der BRICS. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Verlust der eigenen Rolle als Supermacht propagiert Moskau das Wertesystem einer multipolaren Welt. Die aufstrebenden BRICS-Staaten sollen die Übermacht der Vereinigten Staaten nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch einengen – und Moskaus Einfluss in der Welt stärken.

BRICS soll den Westen als Zentrum ablösen


Aus einem Strategiepapier der russischen Regierung, aus dem die Tageszeitung „Kommersant“ zitiert, geht hervor, dass der Kreml die BRICS als neues mögliches Einflusszentrum sieht, das den Westen ablösen könnte. Die Agenda des Gipfels am 26. – 27. März im südafrikanischen Durban ist daher so vollgestopft wie noch nie.

Bei Russland-Aktuell
• Beim APEC-Gipfel am Pazifik will Russland Stärke zeigen (06.09.2012)
• China und Russland: mehr Kooperation in Zentralasien (07.06.2012)
• Putin in China: Ausbau der strategischen Partnerschaft (05.06.2012)
• Russland und China legen Streit um Öllieferungen bei (28.02.2012)
• Putin in China: Modernisierungspartner aus dem Osten (10.10.2011)
Da geht es um die Umgestaltung der Weltwirtschaft, die Reform des IWF und anderer internationaler Finanzinstitute bis hin zur Diskussion über die Abschaffung des US-Dollars im Handel zwischen den BRICS-Staaten, um die nationalen Währungen zu stärken, und die Verlegung eines milliardenteuren Seekabels, das die BRICS-Wirtschaften enger zusammen schweißen soll.

China und Russland wollen Handel verdoppeln


Ein Seekabel braucht es nach China nicht. Schon jetzt demonstrieren Moskau und Peking den Schulterschluss. Der neue Premier Li Keqiang will das Handelsvolumen im Eiltempo auf 124 Mrd. Euro verdoppeln. Politische Probleme zwischen beiden Ländern gebe es nicht, versicherte Li.

Staatschef Xi Jinping wird vom 22. bis 24. März in Moskau erwartet. Es ist der erste Auslandsbesuch von Xi nach seinem Amtsantritt; eine Visite mit Symbolcharakter. Auch China ist auf der Suche nach einem Bündnispartner, da es nun in immer schärferen Konflikt mit den USA um den weltweiten Führungsanspruch gerät.

Russland wird zum Anhängsel


Doch Russland gerät gegenüber seinem Nachbarn immer stärker ins Hintertreffen. Dank hoher Ölpreise wächst zwar auch die russische Wirtschaft, doch im Vergleich zu den Wachstumsraten im Reich der Mitte, nimmt sich der Progress vergleichsweise bescheiden aus.

Zudem wird Russland auf die Rolle als Rohstofflieferant festgenagelt. Zahlreiche Abkommen aus der jüngsten Vergangenheit bestätigen das: Russen und Chinesen wollen gemeinsam Holz fällen und Steinkohle, Eisenerze, Edelmetalle, Apatit und Molybdän in Russland abbauen. Daraus sollen dann u.a. Ziegelsteine, Kupferplatten, Möbel und verschiedene technische Produkte werden. Auffällig: Abgebaut werden die Rohstoffe in Russland, produziert wird auf chinesischer Seite.

Russland liefert China die Energie für den Aufstieg


Auch Xi bringt rund 20 Vereinbarungen mit. In erster Linie geht es wohl um die Energieverträge, die seit Jahren verhandelt werden. Doch der Streit um die Öl- und Gaslieferungen macht auch deutlich, dass Russland in China keinen einfachen Partner hat. Peking ist es gewohnt, seine Forderungen durchzusetzen.

Hohe Preise zahlt China nicht. Das mussten auch Rosneft und Gazprom erfahren. Freilich dürfte der gewaltige Energiehunger Chinas die Beamten im Kreml mittel- und langfristig über die geringere Marge der Lieferungen hinwegtrösten.



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Holger Eekhof 23.03.2013 - 17:59

Grübel, Grübel....

\"Peking ist es gewohnt seine Forderungen durchzusetzen\"...

Ob das wohl so stimmt?

Nur weil es gerade am anderen Ende Russlands ( in Schirinowskis Dimensionen) so interessant um einen Herrn Rybolovlev wird....

Irgendwie habe ich da in Erinnerung, das Peking wohl doch nicht immer in der Lage ist, seine Forderungen durchzusetzen :)

Herr Rybolovlev drehte den Chinesen den Kali\"hahn\" ab, als diese auf Konfliktkurs gehen wollten. Eventuell ist der Eindruck, das sich die Chinesen stets mit Ihren Forderungen durchsetzen, eher einer Wetterlage geschuldet als der tatsächlichen Realität.

Ich kann mich ja täuschen, aber wenn wir eines aus allen Rohstoffkrisen gelernt haben, dann war es doch dieses:

Die Entscheidung darüber, was ein gutes oder schlechtes Geschäft in diesem Wirtschaftssektor ist, fällt letztendlich derjenige, der den Hahn auf und zudrehen kann.


laufer 23.03.2013 - 08:23

Achse mit China

............ exakt wie von Herrn Stoll bewertet endet das Trauerspiel, das da ggf. angedacht ist.


Stoll 23.03.2013 - 05:37

Im chinesischen Theater darf Russland den Kasper spielen, über den man sich lustig macht. Wenn Sibirien ohne Wald, Öl und Gas sein wird, machen die Chinesen den Vorhang wieder dicht.


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