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Willkommen in der Zone! Tschernobyl soll nun Besucher anziehen, nicht abstoßen (Foto: pripyat.com)
Willkommen in der Zone! Tschernobyl soll nun Besucher anziehen, nicht abstoßen (Foto: pripyat.com)
Dienstag, 21.12.2010

Ukraine bietet Kurzurlaube in Tschernobyl an

Kiew. 25 Jahre nach dem Super-GAU soll das Atomkraftwerk Tschernobyl zur Touristen-Attraktion werden: Nächstes Jahr sollen Besichtigungen und Kurz-Trips in die Sperrzone angeboten werden – auf Wunsch im Schutzanzug.

Ein Tipp für alle, die immer auf der Suche nach besonders exotischen Reisezielen mit erhöhtem Prahl-Faktor sind: In Tschernobyl war sicher noch keiner von Ihren Bekannten – zumindest nicht in den letzten 25 Jahren … und wenn doch, dann sicher nicht aus purer touristischer Neugier, sondern höchstens als Strahlenschutzfachmann oder Reaktorexperte.

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Ab nächstem Frühjahr soll der Katastrophen-Tourismus zu dem ukrainischen Kernkraftwerk und in seine verstrahlte Umgebung jedenfalls deutlich ausgebaut und durchorganisiert werden, erklärte Oxana Nor von der staatlichen Agentur „TschenobylInterInform“ in Kiew. 2009 kamen immerhin schon 7.000 Besucher in die Sperrzone - darunter sind aber auch viele "Heimweh-Touristen", die hier einst lebten und arbeiteten.

Besuchsprogramme und Verhaltensregeln für Gruppenreisende beim Besuch der radioaktiv belasteten Sperrzone seien jedenfalls schon ausgearbeitet. Im Januar sollen Verträge mit Reisebüros unterzeichnet werden, die in Zukunft die touristische Seite der Super-GAU-Visiten abwickeln werden.

Dieses Hotel im Sperrgebiet kommt nach 25 Jahren Verfall nicht mehr zur Gästeunterbringung in Frage (Foto: pripyat.com)
Dieses Hotel im Sperrgebiet kommt nach 25 Jahren Verfall nicht mehr zur Gästeunterbringung in Frage (Foto: pripyat.com)

Grusel-Programm: Geisterstädte und alte Reaktoren


Als Höhepunkte eines Tschernobyl-Besuchs werden die Gäste die weitgehend verwaiste Stadt Tschernobyl, die nach dem Unglück komplett geräumte Geisterstadt Pripjat (wo einst 47.500 Menschen nahe des Reaktors lebten) und das im Jahr 2000 endgültig stillgelegte Atomkraftwerk besuchen.

Schließlich geht es zu einer Aussichtsplattform, die den besten Fotostandort für Bilder des Sarkophags über dem explodierten Reaktor bietet. „Irgendwelche Safaris oder Unterhaltungsprogramme sind nicht vorgesehen“, so Nor.

Reiseführer mit Strahlenschutz-Kompetenz


Jede Reisegruppe werde von fachkundigen Leuten begleitet, die sowohl über die Reaktorkatastrophe als auch das heutige Leben in der 30-Kilometer-Sperrzone um den Unglücksreaktor Auskunft geben können. Außerdem wird es Aufgabe dieser Nuklear-Guides sein, ihre Reisegruppe genau über die Sicherheitsvorschriften zu instruieren.

Die verstrahlten Überreste der Reaktorkatastrophe sind Denkmäler für deren Opfer (Foto: pripyat.com)
Die verstrahlten Überreste der Reaktorkatastrophe sind Denkmäler für deren Opfer (Foto: pripyat.com)
Denn nach wie vor gibt es im Umfeld des Reaktors extrem stark verseuchte Abschnitte – ebenso wie solche, an denen die Radioaktivität auf ein Normalmaß zurück gegangen ist. Auch über die richtige Kleidung bei dem Extrem-Trip sollen die Touristen aufgeklärt werden - und wem es nach spezieller Schutzkleidung verlangt, soll auch diese gestellt bekommen.

Neuer Gedenkpark in der Stadt Tschernobyl


Die ukrainischen Behörden machen sich unterdessen Gedanken über weitere Sehenswürdigkeiten im Katastrophengebiet: In der Stadt Tschernobyl soll zum 25. Jahrestag der Katastrophe im April 2011 auf fünf Hektar Fläche ein Gedenk-Park angelegt werden, in dem über jeden der 94 seither geräumten Orte informiert wird.

Bei den Reisen in die Atom-Zone soll es sich dabei nicht nur um Tagestrips handeln: Laut Nor können die Pauschalprogramme bis zu vier oder fünf Tagen dauern. Ob dabei in oder außerhalb des Sperrgebietes übernachtet wird, präzisierte sie nicht.
Es gibt also viel zu sehen in Tschernobyl! Bis auf die Radioaktivität, die ist bekanntlich unsichtbar ...



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