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Frischluftgarantie: Petrosawodsk liegt direkt am Ufer des Onega-Sees, Europas zweitgrößtem See (Foto: trip-guide.ru)
Frischluftgarantie: Petrosawodsk liegt direkt am Ufer des Onega-Sees, Europas zweitgrößtem See (Foto: trip-guide.ru)

Petrosawodsk – Stadt der weißen Nächte und dunklen Tage

Petrosawodsk. Für ausländische Touristen ist Petrosawodsk am Ufer des Onegasees vor allem das Sprungbrett hinüber auf die Insel Kischi. Die kühle nordische Stadt lohnt aber durchaus einen ganzen Tagesaufenthalt.


Petrosawodsk liegt am Westufer des Onegasees, etwa 400 Kilometer nordöstlich von St. Petersburg und 920 Kilometer nördlich von Moskau. Mit seinen 270.000 Einwohnern ist es die größte Stadt und zugleich Hauptstadt der Republik Karelien.

“Stadt an fünf Meeren“


Durch Fluss- und Kanalsysteme hat Petrosawodsk Zugang zur Ostsee, der Barentssee, dem Weißen, Kaspischen und Schwarzen Meer und kann sich (wie Moskau übrigens) stolz als „Stadt an fünf Meeren“ bezeichnen.

Das Klima ist hier nördlich rau, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei sehr bescheidenen drei Grad Celsius. Im Sommer herrscht Polartag – im Juni um die Sonnenwende herum ist es 22 Stunden hell. Die andere Seite dieser Medaille sind die sehr dunklen Wintertage, an denen das Tageslicht kaum in seine Rechte tritt.

Peters Werk


Als Gründungsjahr von Petrosawodsk gilt (wie auch für St. Petersburg) das Jahr 1703, als Zar Peter der Große hier eine Fabrik (russisch: sawod) errichten ließ. Für den Materialbedarf des Nordischen Krieges wurden dort Eisen gegossen und Kanonen gebaut. Aus der als „Petrowskaja sloboda“ bezeichneten Arbeitersiedlung ging später die Stadt hervor.

Anreise nach Petrosawodsk
Ausländische Touristen besuchen Petrosawodsk meist im Rahmen einer Fluss-Kreuzfahrt von oder nach St. Petersburg. Hier wird meist ein mehrstündiger Stopp auf der Fahrt nach oder von Kischi eingelegt.

Wer nicht mit dem Schiff unterwegs ist, kann die Bahn nehmen. Petrosawodsk liegt an der Murman-Bahn, der berühmten Strecke nach Murmansk. Die Fahrtzeit beträgt mit Tages- oder Nachtzügen von St. Petersburg etwa sieben Stunden, von Moskau ca. 15 Stunden.

Direktflüge aus dem Ausland gibt es nur von Helsinki. Aus Deutschland führt der Weg immer über Moskau-Domodedowo. Aus Russland wird Petrosawodsk auch aus Archangelsk, Anapa und Tscherepowez angeflogen.
Die Stadtrechte bekam die Sloboda 1777 von Katharina der Großen verliehen; seither heißt sie auch Petrosawodsk. Heute ist sie kulturelles, wirtschaftliches und industrielles Zentrum des ansonsten mehr von Landwirtschaft und Fischerei geprägten Kareliens.

Zauberhaftes Karelien


Während sich in Petrosawodsk Werften, Holz- und Fischverarbeitung und Möbelherstellung konzentrieren, zieht das Umland massenweise Touristen an. Die karelische, von Flüssen und Seenplatten durchzogene Landschaft ist so gut wie unberührt und strahlt eine fast überirdische Ruhe aus.

Im Sommer zieht es Kanufahrer, Angler und Wanderer hierher, im Winter kommen Eisangler und Skitouristen. Beliebt sind auch Jagdreisen. Und natürlich ist der Kreuzfahrttourismus weit entwickelt, denn Petrosawodsk ist Ausgangspunkt oder Zwischenstation für Schiffsreisen zur Insel Kischi im Onegasee.

Die größte Sehenswürdigkeit der Stadt ist sicher die lange und breite Uferpromenade. Dort steht unter anderem ein Denkmal für Stadtgründer Peter I. Hier finden sich an Abenden und Wochenenden die Bewohner zum Flanieren ein; im Sommer ist die Promenade Ort von vielfältigen Theater- und Kunstfestivals.

An der Uferpromenade liegt der Gouverneursgarten – eine Art Freilichtmuseum für Stadtskulptur. Hier stehen u. a. Standbilder, die Petrosawodsks Partnerstädte gestiftet haben.

Deutsche Partner sind übrigens Tübingen und Neubrandenburg.



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Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)



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