Wer nach Russland reisen will, sollte sich frühzeitig um sein Visum kümmern. Noch immer gibt es vor den Konsulaten Warteschlangen. Agenturen nehmen dem Antragsteller das Anstehen ab.
Wer in der Hauptstadt noch im Laufe des Tages in das Konsulat möchte, muss sich unbedingt schon deutlich vor Beginn der Öffnungszeiten vor dem Tor anstellen. Wesentlich ruhiger geht es in den Konsulaten in Hamburg und Leipzig zu. Wer das Konsulat seiner Wahl anrufen möchte, braucht in jedem Fall gute Nerven und einen langen Atem. Telefonisch sind alle russischen Auslandsvetretungen praktisch unerreichbar - außer über die teils vorhandenen kostenpflichtigen Hotlines.
Bearbeitungsdauer – Nichts für Eilige
Bei einer Bearbeitungszeit von weniger als zwei Wochen werden Express-Zuschläge fällig, die sich je nach Dringlichkeit staffeln. Die Erfahrung zeigt, dass persönliche Vorsprache die Ausstellung des Visums deutlich beschleunigen kann. Im besten Fall klebt das Visum schon eine Stunde, nachdem alle Unterlagen vollständig beim Konsulat vorliegen, im Reisepass. Allerdings hängt die Mindestbearbeitungszeit sehr stark von der Visaart und wiederum vom konkreten Konsulat ab. In Berlin scheint eine Bearbeitung am Tag der Antragstellung beispielsweise grundsätzlich ausgeschlossen zu sein. Touristenvisa sind frühestens 48 Stunden nach der Ausstellung für die Einreise nach Russland gültig.
Kosten
Visagebühren müssen auf das Konto des jeweiligen Konsulats überwiesen werden. Barzahlung ist nicht möglich. Die Gebühren schwanken je nach Visaart und Bearbeitungszeit erheblich zwischen 35 € für ein mehr als zwei Wochen vor dem Abholtermin beantragtes Touristenvisum zur einmaligen Ein- und Ausreise bis zu 340 € für ein 12-Monate-Geschäftsvisum zur mehrfachen Ein- und Ausreise im Express-Verfahren. Bürger von Drittländern müssen u.U. Zuschläge zahlen.
Krankenversicherung und HIV-Test
Außer dem Originalpass müssen ein ausgefüllter Visaantrag, die Einladung bzw. die offizielle Bestätigung des Reisebüros (bei Touristenvisa) sowie ein Krankenversicherungsschein beim Konsulat eingereicht werden. Viel Verwirrung gibt es bis heute um den AIDS-Test, den ein russisches Gesetz von allen Reisenden fordert, die länger als für drei Monate nach Russland wollen. Diese Regelung wird wegen fehlender bzw. ungenauer Detailvorschriften von den Konsulaten sehr unterschiedlich gehandhabt.
Grundsätzlich gilt: Sie müssen Ihr Visum auf jeden Fall in ihrem Heimatland beantragen. Uns sind zwar Fälle bekannt, in denen Visa für Deutsche (mit Wohnsitz in Deutschland) nach langem Zureden auch von russischen Konsulaten im Baltikum ausgestellt wurden. Dabei handelte es sich aber echte Ausnahmen.
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