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Masleniza 2004: von Polizisten und Blinys

Moskau. Seit letzten Sonntag ist die Masleniza-Woche (Butterwoche) vorüber. Mit dem Verbrennen von Strohpuppen haben die Russen den Winter endgültig vertrieben. Die Scheiterhaufen verfehlten ihre Wirkung nicht. Seit Montag gehören die kalten Februartage der Vergangenheit an.

Das Moskauer Masleniza-Städtchen hatte seine Zelte rund um die Basilius-Kathedrale aufgeschlagen. Auf dem Wasiljewskij Spusk, am unteren Ende des Roten Platzes fanden alle zentralen Veranstaltungen statt. Mit dem Abendrot im Rücken und dem letzten Schnee auf den Kuppeln der Kathedrale, fühlte sich der Besucher zurückversetzt in ein alt-russisches Märchen.

Auf dem Jahrmarkt rockte der Bär. Zum Glück bestand das riesige Pelztier aus flauschigem Kunststoff, und verfügte über einen gezügelten Hunger. Eine Bliny-Bude reihte sich an die andere. Nur hinter der Bude von „Tjeremok“ bildeten sich keine langen Schlangen. Dort kostete der Blin 45 Rubel.

Kein Stadtfest ohne die ordnende Miliz. Quer durch das Masleniza-Städtchen bildeten die Sicherheitskräfte eine Schneise. Der obere Teil mit der Bühne blieb dem geimeinen Fußvolk vorenthalten: Nur Ausgänge und keine Eingänge. In die erste Reihe vor der Bühne stieß nur vor, wer über ein charmantes Lächeln oder Beziehungen verfügte.

Weit weg von den Massen baute auf der Bühne das Moskauer Tourismus-Komitee am welthöchsten Bliny-Turm. Zum dritten mal in Folge versuchten die Organisatoren den eigenen Rekord vom Vorjahr zu brechen. In diesem Jahr schraubte sich der Bliny-Turm 14.58 Metern in die Höhe und sicherte sich den Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde.

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Das Ziel des Tourismus-Komitee, aus der Masleniza einen zweiten Karneval von Rio zu zaubern, schlug fehl. Das Familienfest lässt sich nicht ohne Weiteres vom warmen Herd in die Kälte am Wasiljewskij Spusk verlegen. Eine Ursache für die zaghafte Resonanz der Moskauer war bestimmt auch der jüngste Terroranschlag. Die Polizeipräsenz war allgegenwärtig. Sicherheitskräfte schleusten die Besucher durch Metalldedektoren. Zuweilen entstand der Eindruck, als tummelten sich mehr Ordnungshüter als Besucher im Masleniza-Städtchen. Der Erfolg der Großveranstaltung liegt im Kleinen. Mit der Organisation der Masleniza ist immerhin eine wunderschöne Tradition aus der Vergessenheit ins russische Bewusstsein gerückt.

(cs/.rufo)

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