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Typische Chruschtschowka (Foto: spbru.ru)
Typische Chruschtschowka (Foto: spbru.ru)
Mittwoch, 28.01.2004

Chruschtschowkas in Moskau vor dem Aus

Moskau. Die russische Hauptstadt soll in den nächsten zwei Jahren von Grund auf saniert werden. Dem Modernisierungsschub fallen besonders die fünfstöckigen, so genannten Chruschtschowka-Wohnblöcke zum Opfer. Sie sind zu eng, zu wenig komfortabel und natürlich auch zu billig. Ein Drittel Moskaus wird so zur Baustelle.

Die Chruschtschowkas verdanken ihren Namen – unschwer zu erraten – dem ehemaligen sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow. Der hatte sie Ende der 50er Jahre bauen lassen, um das akute Wohnungsproblem in Moskau zu lösen. Die Chruschtschowka hat eine etwa fünf qm große Küche, einen engen Korridor und maximal drei Zimmer (meist nur eins). Trotz ihrer Mängel war sie bei den Moskauern sehr begehrt, da sie immer noch besser war als eine Kommunal-Wohnung ("Kommunalka"), in der sich mehrere Familien Küche und Bad teilen müssen.

Doch inzwischen entsprechen die fünfstöckigen Gebäude längst nicht mehr dem Standard. Außerdem sind viele Häuser seit ihrem Bau nicht renoviert worden. Die Hälfte der Chruschtschowkas, über drei Millionen Quadratmeter, wurde schon abgerissen.

Jetzt rücken weitere 2,5 Mio. qm in den Blickpunkt der Stadtplaner. Von 2004 – 2006 sollen 1,2 Mio. qm abgerissen, eine Mio. qm völlig umgestaltet und 300.000 qm renoviert werden.

Etwa 30 Prozent der Stadtfläche sind damit von Bauarbeiten betroffen. Wo die Chruschtschowkas abgerissen werden, können Investoren neue Hochhäuser in den Himmel bauen. An anderen Stellen werden den Wohnblöcken einfach ein paar neue Etagen aufgesetzt. Die Wohnfläche soll sich somit auf 5,6 Mio. qm erhöhen.

Aus dem Budget selbst sollen gerade einmal 684 Mio. Rubel (19 Mio. Euro) in die Modernisierung fließen, berichtet die Moskauer Tageszeitung „Iswestja“. Den Rest können Investoren beisteuern.

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Die werden sich vor allem um die Renovierung der Chruschtschowkas in den Elitewohnbezirken reißen, die Stadtteile im Osten und Südosten Moskaus sind für die Baumogule kaum interessant. Es gibt freilich mehr baufällige Wohnungen in den weniger prestigeträchtigen Vierteln. Deren Renovierung stellt Moskau derzeit noch vor Probleme.

(ab/.rufo)


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