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Bär und Bulle vor der Frankfurter Börse - löst die Main-Metropole langfristig London als Handelsplatz für russische Papiere ab? (Foto: Börse Frankfurt)
Bär und Bulle vor der Frankfurter Börse - löst die Main-Metropole langfristig London als Handelsplatz für russische Papiere ab? (Foto: Börse Frankfurt)
Donnerstag, 31.01.2008

Deutsche Börse will Plattform für russische Aktien schaffen

Frankfurt am Main/Moskau. Die Gruppe Deutsche Börse will eine europäische Plattform für den Handel mit Aktien russischer Unternehmen schaffen. Die Plattform könnte langfristig zur ernsten Konkurrenz für London werden.

Mit einem Brief richtet sich das Management des führenden deutschen Aktien-Handelsplatzes an den russischen Präsidentenberater Sergej Prichodko. Darin bieten die Topmanager Frank Gerstenschläger und Rainer Riess an, den Handel mit russischen Papieren auszuweiten und dazu eigens ein Handelssystem zu etablieren. Die Kontrolle über das neue Aktien-Handelssystem könnte nach Vorstellungen der Gruppe Deutsche Börse die Moskauer Börse MMWB haben.

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Weniger Barrieren für Investoren


Laut Informationen der Tageszeitung „Kommersant“ ist der Brief bereits weitergeleitet worden an das russische Wirtschaftsministerium, die Föderale Finanzmarktaufsicht, das Außen- und das Finanzministerium.

Diese neue Plattform in den Grenzen der Europäischen Union, heißt es im Brief sinngemäß, würde Investoren aus Europa und den USA den Zugang zu russischen Wertpapieren erleichtern.


Derzeit werden 56 Papiere von russischen Unternehmen an der Deutschen Börse gehandelt – darunter Aktien der Fluglinie „Aeroflot“, des Autoproduzenten „AwtoWAS“ oder des Energiekonzerns „Gazprom“ (Gasprom).

Deutsche Börse hat das Nachsehen


Die Initiative der Gruppe Deutsche Börse wertet der „Kommersant“ als Reaktion auf die zahlreichen Börsengänge russischer Unternehmen an der London Stock Exchange (LSE). Derzeit entfallen rund 75,87 Prozent der durchschnittlichen Tagesumsätze russischer Papiere auf den britischen Handelsplatz. Weitere 18,3 Prozent Umsatz werden an US-amerikanischen Börsen gemacht. Die Deutsche Börse hatte bisher mit lediglich 5,83 Prozent der Umsätze aus russischen Papieren das Nachsehen.

Die Deutsche Börse hatte im vergangenen Jahr eine Repräsentanz in Moskau eröffnet. Damals hatte das Management seinen Vorschlag in Frankfurt ein Handelssystem für russische Wertpapiere einzurichten erstmals vorgeschlagen.

Moskau reagiert zurückhaltend


Die Moskauer Börse sollte als Partner das Marketing und die technischen Möglichkeiten der Gruppe Deutsche Börse mitnutzen können. Damals fielen die Reaktionen der zuständigen russischen Behörden allerdings zurückhaltend aus – womöglich aus taktischen Gründen.

Die Kapitalisierung der Deutschen Börse liegt bei rund 16 Milliarden Euro. Sie belegt damit weltweit den zweiten Rang direkt hinter der New York Stock Exchange Euronext (NYSE). Die Kapitalisierung der in Frankfurt gehandelten Unternehmen betrug im November 2007 laut der World Federation of Exchanges bei rund 980 Milliarden Euro.
Das Handelsvolumen belief sich in den ersten elf Monaten 2007 auf rund 2,7 Billionen Euro.



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hartwigknapp 24.04.2010 - 16:16

Russische Aktien

Finde den Vorstoß nicht schlecht, ein eigenes Handelssystem hierfür einzurichten.


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