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EU und Russland wollen sich in London über eine gemeinsame Energiepolitik und Terrorbekämpfung verständigen
EU und Russland wollen sich in London über eine gemeinsame Energiepolitik und Terrorbekämpfung verständigen
Donnerstag, 29.09.2005

Energie und Terror Themen bei EU-Russland-Gipfel

Moskau. Zwei Themen stehen im Mittelpunkt des EU-Russland-Gipfels, der Anfang nächster Woche in London beginnt: Kooperation bei Energie und Terrorismusbekämpfung. Die Wirtschaft will neue Kontakte knüpfen.

Ein runder Tisch der Industriellen wird die gesamte Bandbreite der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland ausloten. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Themen Gas und Öl. Die vor kurzem zwischen Deutschland und Russland vereinbarte Gaspipeline durch die Ostsee ist erweiterungsfähig, u.a. haben schon die Niederlande und Großbritannien ihr Interesse an einer Verlängerung der Trasse bekundet.

Runder Tisch mit hochkarätiger Besetzung

Doch neben dem Energiedialog, der auch auf offizieller Ebene geführt wird, wollen die Wirtschaftsvertreter auch Kooperationen im Bereich Banken und Finanzen, Telekommunikation und Transport sowie im Bauwesen besprechen.

Unter anderem werden EU-Kommissar Günter Verheugen, Russlands Industrie- und Energieminister Viktor Christenko, Telekom-Minister Leonid Reiman, der Chef der Russischen Eisenbahn AG, Wladimir Jakunin, und der Ölmilliardär Viktor Wechselberg erwartet.

Bei Russland-Aktuell
• Gasprom übernimmt Sibneft für 11 Milliarden Euro (28.09.2005)
• Bahn: Deutsch-russischer ICE liegt auf Eis (12.09.2005)
• Ostseepipeline: Gewinn für Schröder und Industrie (29.08.2005)
• Oligarchen zieht es in Russlands fernen Osten (11.08.2005)
Wechselberg, der ein Kandidat für den Gouverneursposten auf der Fernosthalbinsel Kamtschatka ist, könnte sich vor Ort von Roman Abramowitsch erklären lassen, wie eine Provinz fernzusteuern ist. Abramowitsch, der gerade seinen Ölkonzern Sibneft für elf Mio. Euro an Gasprom verkaufte, leitet die Arktis-Halbinsel Tschukotka seit Jahren aus der britischen Hauptstadt.

Eine Teilnahme am Runden Tisch der Industriellen hat er allerdings bislang noch nicht zugesagt. Dafür aber Anatoli Tschubais, Russlands Ex-Chefprivatisierer und derzeit Vorsitzender des Energiekonzerns RAO EES Rossii. Er wird einer der beiden Moderatoren der Plenarsitzung sein. Ob auch Wladimir Putin beim Runden Tisch vorbei schauen wird, ist noch nicht klar.

Breites Spektrum an Gipfelthemen

Er wird sich wohl am Rande des Gipfels mit Großbritanniens Premier Tony Blair treffen. Bei dem Gipfel in London geht es um die Erweiterung der strategischen Partnerschaft zwischen EU und Russland. Beim gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus wird es wohl auch ganz allgemein um die Verbesserung der gemeinsamen äußeren Sicherheit gehen.

Nur so ist eine Vereinfachung des Visaregimes – ein weiteres Thema des Gipfels – zu erreichen. Daneben soll auch über die Beteiligung der EU an Sozialprojekten im Kaukasus geredet werden. Russland ist außerdem an mehr europäischen Investitionen (außerhalb des Energiesektors) in Russland interessiert.

(ab/.rufo)


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