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Montag, 28.11.2005

Gastransit: Wenn Europa friert, hat Ukraine Schuld

Moskau. Die Ukraine hätte Schuld, wenn im Januar in Westeuropa die Gasthermen ausfallen. Quintessenz einer Gazprom-Mitteilung: wenn die Ukraine für Gasimport nicht genug bezahle, sei auch der Transit nach Europa gefährdet.

Die Ukraine besteht in den Vertragsverhandlungen mit Gazprom darauf, trotz hoher Gasschulden auch in 2006 weiterhin Gas zum Sondertarif beziehen zu wollen. In den letzten fünf Jahren hatte die Ukraine stabil und unverändert 50 USD pro Kubikmeter Gas bezahlt, während sich die Preise für den europäischen Markt beinahe verdoppelten. Nach Meinung von Gazprom müsste der weltmarktgerechte Preis für Gaslieferungen in die Ukraine sogar 160 USD betragen.

Bei Russland-Aktuell
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• Gasprom (20.10.2004)
• Weißrussland lenkt im Gasstreit ein (19.02.2004)
• Deutsche Bank verkauft russische Gasprom-Aktien (22.04.2004)
Gazprom lehnte auch das ukrainische Angebot ab, die seit Jahren ausstehenden Gasschulden im Tauschhandel mit T-80-Panzern oder anderen Rüstungsgütern zu begleichen. Gazprom handele nicht mit Waffen, sondern mit Gas und bestehe darauf, dass die Ukraine für die Lieferungen bezahlt, erklärte ein Gazprom-Sprecher am Wochenende. Gazprom verlangt bisher erfolglos von der Ukraine Preise „wie in Europa“.

Ukraine will ein europäisches Land sein, aber Gaspreise wie in Sibirien zahlen
Am Montag beklagte sich Gazprom über „unkonstruktives“ Verhalten der Ukrainer. „Die Ukraine sabotiert de facto mit ihrem Verhalten die Unterzeichnung der Dokumente, von denen die Versorgung Europas mit russischem Erdgas abhängt.“ Die Ukraine gefährde mit ihrem Verhalten die stabile Gasversorgung Europas in 2006.

Zugleich betont Gazprom, dass der Konzern bereit sei, für den Gastransit durch die Ukraine nach europäischen Transittarifen zu bezahlen. Gazprom schlägt der Ukraine vor, zur Absicherung der Gaslieferungen nach Europa, als erstes einen Transitvertrag zu unterschrieben.

(mig/.rufo)


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