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Russischer Schnäppchenjäger wird Drittels-Eigentümer bei Opel: Der ehemalige Wirtschaftsminister und heutige Sberbank-Chef German Gref  (Foto: RBK)
Russischer Schnäppchenjäger wird Drittels-Eigentümer bei Opel: Der ehemalige Wirtschaftsminister und heutige Sberbank-Chef German Gref (Foto: RBK)
Sonntag, 31.05.2009

GAZ will bis zu 180.000 Opel-Pkw in Russland bauen

Moskau. Magna ist als Sieger aus dem Berliner Verhandlungs-Krimi um die Opel-Eigentümerschaft hervorgegangen. 35 Prozent sollen in Zukunft von der Sberbank gehalten werden – die sich über das Schnäppchen freut.

Das Autowerk GAZ, der Wolga-Produzent aus Nischni-Nowgorod, hofft dadurch auf eine Zukunft als Opels Russland-Standort. GAZ ist selbst faktisch pleite, wird von der Sberbank aber in den neuen Magna-Opel-Konzern eingebunden – vorausgesetzt, der Verkauf der europäischen GM-Strukturen durch das vor dem Bankrott stehende US-Mutterhaus an Magna und die Sberbank klappt jetzt auch noch.

Gref: Opel-Kauf ist eine günstige Gelegenheit


„Wir sind daran interessiert, mit Hilfe dieser Erwerbung die Automobil-Branche in Russland restrukturieren zu können“, erklärte Sberbank-Chef German Gref gegenüber dem Nachrichtenkanal Vesti am Samstag. Der Einstieg bei Opel sei eine gute Chance „für einen außerordentlich niedrigen Preis einen der vom technologischen Gesichtspunkt her fortschrittlichsten europäischen Produzenten zu erwerben“.

Wie hoch der Preis ist, den die Sberbank für ihren geplanten 35-Prozent-Anteil an Opel und Vauxhall zu zahlen hat, ist noch offen. Klar ist momentan nur, dass der deutsche Staat zunächst mit einem Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro Opel in der Übernahme-Phase zur Seite steht.

„Restrukturiert“ werden soll von der Bank offenbar wohl in erster Linie der überschuldete russische Automobilhersteller GAZ, der als „industrieller Partner“ dem Bieterkonsortium angehört.

GAZ verfügt über eine Autofabrik aus den USA


„Die Kapazitäten unserer neues Technologie-Komplexes in Nischny Nowgorod erlauben es, zusammen mit dem Konsortium die Produktion von etwa 180.000 Autos im Jahr zu organisieren“, erklärte am Samstag ein GAZ-Vertreter gegenüber RIA Novosti.

Bei Russland-Aktuell
• Russisches Opel-Werk arbeitet wieder Vollzeit (28.05.2009)
• Magna, GAZ und die russische Weite im Opel-Poker (23.05.2009)
• Fiat oder Magna/GAZ: Vor der Entscheidung über Opel (20.05.2009)
• Pleitekandidat GAZ angeblich an Opel interessiert (23.04.2009)
• Autokonzern GAZ von Deripaska steht vor der Pleite (24.02.2009)
Bei diesen Kapazitäten handelt es sich in erster Linie um eine 2006 in den USA eingekaufte gebrauchte Fertigungsanlage für das inzwischen abgelöste Modell des Chrysler Sebring, den GAZ im letzten Jahr als „Volga Siber“ auf den Markt brachte. Das Fließband für die Limousine steht gegenwärtig aber faktisch still. Die defizitäre Produktion des alten Wolga hat GAZ bereits im Herbst mit Ausbruch der Auto-Absatzkrise aufgegeben. Ansonsten produziert GAZ vorrangig Lieferwagen, Kleinbusse und leichte Lkw.

„Aufgrund der entwickelten Infrastruktur dieser Produktionsanlage, ihres von Magna ausgebildeten Personals und dem entwickelten Service-Netz von GAZ bekommt Opel die Chance zu einem erweiterten Marktzutritt in Russland“, so der Sprecher.

Neue Märkte im Austausch gegen Opels Know-how


Für GAZ bedeute die Integration in das neue Opel-Konsortium die Chance, einmaliges Knowhow zu erlangen und seine Produktion auslasten zu können, so der Firmensprecher.

Magna hatte bei seinem Gebot Wert darauf gelegt, dass es dank der russischen Beteiligten den Absatz der Marke in Osteuropa und speziell in Russland deutlich wird erhöhen können.

Inwieweit angesichts der weltweiten Absatzkrise für Autos und der Überkapazitäten in der Produktion allerdings für Opel und Magna der Aufbau einer neuen großen Fertigungsstätte in Russland sinnvoll ist, muss sich noch zeigen.



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