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Krisenopfer: Die Produktion des Wolga ist schon still gelegt, nun droht GAZ die Insolvenz (Foto: archiv/.rufo)
Krisenopfer: Die Produktion des Wolga ist schon still gelegt, nun droht GAZ die Insolvenz (Foto: archiv/.rufo)
Dienstag, 24.02.2009

Autokonzern GAZ von Deripaska steht vor der Pleite

Nischni Nowgorod. Die GAZ Group, der russische Autokonzern des Krisen-gebeutelten Oligarchen Oleg Deripaska, steht mit dem Rücken zur Wand. Als erstes wird GAZ wohl das britische Tochterunternehmen LDV verlieren.

Dem einstigen Krösus Oleg Deripaska ist nach einigen Monaten Krise und Dauer-Börsencrash ein Besitz im Wert von 4,9 Mrd. Dollar geblieben – dem aber 28 Mrd. Dollar Verbindlichkeiten gegenüberstehen, so das russische Fachblatt „Finans“.

Dennoch verbreitet Deripaska verbal Optimismus und zeigt Stärke: Er brauche keine weitere Staatshilfe und dies könne den Markt ohnehin nicht ersetzen, erklärte er noch vor wenigen Tagen. Doch am Samstag gestand der einstmals reichste Mann Russlands ein, dass er bereits Gespräche über einen Bankrott seines traditionsreichen Autoherstellers GAZ führe, um hier zu retten, was noch zu retten sei.

Lobbyarbeit: Noch schnell das Konkurs-Gesetz ändern


Parallel antichambrierte der Großunternehmer bei einem Treffen mit Präsident Dmitri Medwedew am Freitag hinsichtlich einer Änderung des Insolvenzgesetzes. Es müsse verhindert werden, dass einzelne Gläubiger aus Motiven des Konkurrenzkampfes ganze Unternehmensgruppen ans Messer liefern können, sagte Deripaska bei einer Sitzung des Staatsrates in Irkutsk.

„Ja, ein Schuldner kann die Eröffnung des Bankrott-Verfahrens verlangen, aber die Frage ist, womit wird sie enden? Wir dürfen nicht einfach ganze Unternehmen mit der Dampfwalze plattmachen“, so Deripaska. Medwedew stimmte dem offen zu: Die Krise dürfe nicht zu Abrechnungen zwischen Konkurrenten führen, was ihrerseits ganze Unternehmensgruppen kollabieren lassen könne, so das Staatsoberhaupt.

Schulden allerorten - und die Bänder stehen still


Die kurzfristigen Verbindlichkeiten von GAZ beliefen sich schon im Herbst auf etwa 1 Mrd. Dollar, schreibt heute der „Kommersant“. Zu der Auto-Holding gehören neben dem Autowerk in Nischni Nowgorod auch das Bus-Werk PAZ, der Lkw-Hersteller Ural, sowie Werke für Motoren und Baumaschinen.

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• Oligarch Deripaska: Krise grosse Chance für Russland (24.11.2008)
• Autowerk GAZ: Neuer Wolga wird ein Ami-Schlitten (17.04.2006)
GAZ-Obligationen in Höhe von 5 Mrd. Rubel (ca. 111 Mio. Euro) werden bereits nicht mehr bedient. Auch fordern die Alfa-Bank und das Magnitogorsker Metallkombinat als großer Stahllieferant bereits gerichtlich ihre Außenstände ein.

Die Produktion bei GAZ ist weitgehend paralysiert: Die Produktion der altbackenen Limousine Wolga wurde schon im Herbst auf Eis gelegt, das 2008 präsentierte neue Modell Volga Siber (eine Lizenzfertigung des Chrysler Sebring) kommt hingegen nicht richtig in Gang. Und die Nachfrage nach Kleintransportern, Bussen und leichten Lkw, den Hauptprodukten der GAZ-Gruppe, ist in der Krise drastisch eingebrochen.

Russisch-britisches Lieferwagen-Projekt im Leerlauf


Als erstes wird sich Deripaska wohl von seiner britischen Tochter LDV trennen müssen: Der fast bankrotte Hersteller des „auf dem Kontinent“ wenig verbreiteten Lieferwagens Maxus war 2006 von GAZ für 50 Mio. Pfund erworben worden und erhielt von Deripaska auch frisches Geld für Investitionen. GAZ arbeitete auch daran, eine Fertigung des Maxus in Russland zu lokalisieren.

Nun steht das Unternehmen akut vor der Pleite, wenn nicht innerhalb einiger Tage die britische Regierung mit einem Stützungskredit über 25 Mio. Pfund einspringt, berichtet die britische Presse. Das Geld soll dem LDV-Management helfen, das Unternehmen in einer Rettungsaktion zu übernehmen.

Bei GAZ bestätigte man gegenüber dem „Kommersant“, dass in Sachen LDV ein Management buy out“ erwogen werde. Die strategische Zusammenarbeit der beiden Hersteller solle davon aber nicht betroffen sein.

Deripaska muss Auslands-Engagements einstampfen


LDV und auch die ganze GAZ Group sind aber Nebenschauplätze angesichts der Krisen- und Auflösungserscheinungen, mit denen Deripaskas auf Pump in den letzten Jahren zusammengerafftes Wirtschaftsimperium gegenwärtig konfrontiert ist: Seine Auslandsengagements beim deutschen Baukonzern Hochtief und dem kanadischen Autozulieferer Magna musste er schon aufgeben, sein Anteil an der österreichischen Strabag steht jetzt auch zur Disposition.

Die Schulden des Herzstücks von Deripaskas Besitz, der Aluminiumholding Rusal, belaufen sich angeblich sogar auf gewaltige 17 Mrd. Dollar.
Wie der Autohersteller GAZ da die Krise überwinden soll, wenn sich nicht einmal mehr der einst superreiche Eigentümer einen neuen „Wolga“ leisten kann, steht in den Sternen.

Schlecht ist das auch für die Arbeitslätze in der Stadt und Region Nischni-Nowgorod.



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