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Aeroflot kann expandieren, muss aber aufpassen, nicht zu schwerlastig zu werden (Foto: Aeroflot/.rufo)
Aeroflot kann expandieren, muss aber aufpassen, nicht zu schwerlastig zu werden (Foto: Aeroflot/.rufo)
Mittwoch, 03.02.2010

Keine Konkurrenz, aber Aeroflot wird schwerer

Moskau. Das Konkurrenzprojekt zu Aeroflot, der Aufbau der staatlichen Fluglinie Rosavia, ist geplatzt. Stattdessen will der Staat alle seine Luftfahrtunternehmen unter dem Dach von Aeroflot bündeln. Eine schwere Last.

Die Staatsholding Rostechnologii verzichtet auf eine eigene Airline. Bis zuletzt hatte vor allem Rostechnologii-Chef Sergej Tschemesow, ein enger Vertrauter von Premier Wladimir Putin, davon geträumt, Aeroflot Konkurrenz zu machen. Doch fehlendes Management hat diese Träume zerplatzen lassen.

Passagierzahl fast verdoppelt


Dafür wird Rostechnologii seine sechs Fluggesellschaften an Aeroflot abgeben. Im Einzelnen handelt es sich um Rossija, Kawkasminwody, Orenburgskije Avialinii, Saratowskije Avialinii, Wladiwostokavia und Sachalinskije Aviatrassy. Insgesamt haben die Rostechnoloii-Airlines im vergangenen Jahr 6,65 Mio. Passagiere befördert. Aeroflot ist mit 8,76 Mio. Passagieren nur leicht besser.

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• Vorsicht Chaos! Flughafen Scheremetjewo-II in F umbenannt (25.12.2009)
• Moskau: Aeroflot beginnt Abflüge von Scheremetjewo-3 (06.11.2009)
• Aeroflot baut bis Jahresende 2.200 Stellen ab (17.09.2009)
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• Abflug für Jelzins Schwiegersohn Okulow bei Aeroflot (30.03.2009)
Vor allen Dingen auf dem innerrussischen Markt kann Aeroflot damit seinen Anteil deutlich erhöhen; von bislang 15 Prozent auf 30 – 35 Prozent. Doch zugleich werden die neuen Fluglinien Aeroflot deutlich belasten. Vor allem die Airline Rossija drücken Schulden. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Verlust von umgerechnet 70 Mio. Euro. In diesem Jahr soll sich der Verlust immerhin halbieren.

Wieviel sind die neuen Airlines wert?


Zudem gibt es noch Streit um die Gegenleistung von Aeroflot. Das Management hat gerade beschlossen, den Großaktionär Alexander Lebedew aus dem Unternehmen herauszukaufen. Lebedew will für 25,8 Prozent der Aktien 400 Mio. USD haben. Aeroflot nimmt dafür einen Kredit auf.

Rostechnologii beansprucht nun das ganze Paket Lebedews für sich. Aeroflot will allerdings nur rund zehn Prozent seiner Aktien an die Staatsholding weiterreichen. Die Aktien sind nach Ansicht von Analysten derzeit unterbewertet und können später ein gutes Pfand bei Kreditverhandlungen werden.

Geld braucht Aeroflot dringend, um den Ausbau des Flughafens Scheremetjewo voran zu treiben, seine eigene Flotte zu modernisieren und die neu hinzugekommenen Töchter zu integrieren und ihre Schulden zu bezahlen. Hoffen kann Aeroflot allerdings noch darauf, dass der Kreml diese Schulden übernimmt – ansonsten könnte die Übernahme Aeroflot zum Absturz bringen.



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