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Der Automarkt in Russland wächst immer noch rasant. Die Staus auf der Moskauer Stadtautobahn auch. (Foto: rufo)
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Sonntag, 23.04.2006

Merkel-Besuch: VW schafft Arbeitsplätze bei Moskau

Moskau. In Deutschland baut VW Arbeitsplätze ab, in Russland sollen neue entstehen. Schon nächste Woche, beim Besuch einer deutschen Delegation in Tomsk, könnte der Bau des Montagewerks in Stupino bei Moskau besiegelt werden.

Kommt Volkswagen nach Russland oder nicht? Lange gab es zu diesem Thema die verschiedensten Spekulationen. Am Donnerstag schließlich machte der Aufsichtsrat des Wolfsburger Automobilkonzern seine Entscheidung für den Bau eines Montagewerks bei Moskau offiziell bekannt.

Bei Russland-Aktuell
• Volkswagen baut ein Werk im Moskauer Gebiet (06.12.2005)
• Fiat überholt in Russland VW und DaimlerChrysler (11.01.2006)
• 1,5 Millionen Neuwagen in Russland verkauft (13.01.2006)
• Petersburg: GM und Nissan verhandeln über Autowerke (16.03.2006)
• Autowerk GAZ: Neuer Wolga wird ein Ami-Schlitten (17.04.2006)
Laut russischen Medienberichten will VW mehr als 400 Millionen US-Dollar in das Werk investieren. Voraussichtlich im Moskauer Vorort Stupino sollen ab 2007 zwei Fahrzeugtypen zusammengesetzt werden, einer davon ist der Skoda Octavia.

Bisher nur ein Gerücht: Beim Besuch einer deutschen Delegation unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Tomsk könnte nächste Woche der Werksstandort vertraglich festgeschrieben werden.

Des weiteren heißt es, Volkswagen werde beim russischen Ministerium für Wirtschaftsentwicklung einen Antrag auf verbilligte Zolltarife für den Import von Montageteilen stellen. Entsprechend einem Beschluss der russischen Regierung würde ein solcher Antrag Volkswagen in der Folgezeit dazu verpflichten, seine Produktion über die reine Montage von importierten Teilen hinaus auch auf die Fertigung von Teilen und die Lackierung auszudehnen.

Auch wenn die Verlegung von Standorten in Billiglohnländern mittlerweile zum Alltag in der globalisierten Welt gehört, so bergen die VW-Pläne doch politischen Sprengstoff. Am Donnerstag sickerten nämlich auch Informationen durch, wonach der Wolfsburger Autobauer aus betriebswirtschaftlichen Gründen in seinen deutschen Werken in den kommenden Jahren mindestens 40.000 Arbeitsplätze einsparen müsse. (cj/rufo)


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