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Ende 2005 begannen die Arbeiten an der Ostseepipeline. Die EU-Pläne stellen die Eigentümerstruktur in Frage (Foto: Packeiser/.rufo)
Ende 2005 begannen die Arbeiten an der Ostseepipeline. Die EU-Pläne stellen die Eigentümerstruktur in Frage (Foto: Packeiser/.rufo)
Montag, 18.06.2007

Reformplan der EU bedroht Gazprom und Ostseepipeline

Moskau. Die Reformpläne der EU-Kommission stellen die Expansion des russischen Staatskonzern Gazprom nach Europa in Frage. Die Reform sieht eine klare Abgrenzung zwischen Energieproduzenten und Versorgern vor.

Der russische Gasmonopolist versucht seit Jahren, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Unter anderem ist Gazprom (Gasprom) Mehrheitsaktionär an der Betreibergesellschaft der Ostsee-Pipeline, Nord Stream AG, bei der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als Aufsichtsratschef fungiert.

Ostseepipeline – wichtige Versorgungsachse für Westeuropa



Die Ostsee-Pipeline soll 2010 in Betrieb genommen werden und Europa pro Jahr mit etwa 50 Mrd. Kubikmeter russischen Gases versorgen. Sie führt zunächst einmal vom russischen Küstenstandort Wyborg bis nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Geplant sind weitere Verlängerungen der Trasse bis in die Niederlande und sogar nach Großbritannien.

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• Gazprom: 420 Milliarden Dollar für russischen Gasmarkt (16.04.2007)
Die Ostseepipeline soll somit zu einem der Hauptversorgungsinstrumente der europäischen Gaswirtschaft werden. Doch nach Plänen der EU-Kommission dürfte Gazprom an diesem Unternehmen dann nicht beteiligt sein. Versorger und Produzenten sollen nämlich nach den geplanten Reformen künftig in getrennter Hand sein, um die Abhängigkeiten der Verbraucher zu minimieren. Gazprom ist der größte Erdgasförderer weltweit. Zudem hat der mehrheitlich in russischem Staatsbesitz befindliche Konzern ein Monopol auf den Export russischen Gases ins Ausland.

Muss Gazprom seine Aktiva in Europa verkaufen?



Wird die Trennung von Erdgas-Produzenten und -Versorgern genehmigt, müsste sich Gazprom nicht nur von der Ostsee-Pipeline, sondern von all seinen Aktiva in Europa trennen, die nicht unmittelbar mit der Förderung von Erdgas zusammenhängen. Dazu zählt möglicherweise auch die Beteiligung am deutsch-russischen Gemeinschaftsunternehmen Wingas, das sich auf den Handel mit Erdgas spezialisiert hat.

Allerdings stoßen die Pläne nicht nur in Moskau auf Widerstand. Auch in Brüssel gibt es einflussreiche Gegner des Projekts. So haben die europäischen Energieminister die Reform unlängst zurückgewiesen, wobei Frankreich und Deutschland als die entschiedensten Kritiker auftraten, während Großbritannien, die Niederlande und Spanien das Projekt unterstützten.

Nun wird die Kommission die Reform überarbeiten müssen. In welcher Form die nächste Variante ausfällt, ist noch nicht ganz sicher. Das Ringen um den europäischen Gasmarkt wird sicher noch eine Weile andauern.

(ab/.rufo/Moskau)


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