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Steuerstand für das Gasnetz (Foto: TV)
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Donnerstag, 26.11.2009

Putin erobert in Paris die sächsische VNG für Gazprom

Moskau/Paris. Mit dem Besuch Putins in Paris verschieben sich die Gewichte im europäischen Gasgeschäft: Frankreich investiert in die Ostsee- und Schwarzmeerpipelines. Gazprom bekommt die lang ersehnte Kontrolle über die ostdeutsche VNG.

Der Deal geht vor allem zu Lasten der süddeutschen EnBW, dem drittgrössten deutschen Energiekonzern, der sich darauf versteift hatte, seinerseits die Kontrolle über VNG zu übernehmen und damit (mit der französischen EDF als EnBW-Hauptaktionär im Rücken) tief ins internationale Gasgeschäft in Richtung Osten einsteigen zu können.

Bei Russland-Aktuell
• Tausch: Französische Autos gegen russische Pipeline (27.11.2009)
EnBW-Chef Villis hatte darauf gehofft, zu den 48 Prozent der VNG-Aktien, die er zusammen mit der Oldenburger EWE seit Sommer 2008 sowieso schon kontrollierte, auch noch fünf Prozent der VNG-Aktien dazukaufen zu können, die der französischen GDF-Suez gehören. Macht zusammen 53 % der VNG-Anteile.

Bei Russland-Aktuell
• Putin nachgiebig bei Gas-Gesprächen in Jalta (20.11.2009)
• Julia Timoschenko ist Gazproms neue Prinzessin (25.11.2009)
• Russland an Sanierung ukrainischer Pipelines beteiligt (17.11.2009)
• Russland-EU-Gipfel: Verständnis bei Energiesicherheit (18.11.2009)
• Berlusconi, Schröder und Chirac privat bei Putins Party (22.10.2009)
Obwohl das Geschäft nicht vorankam, drängte Villis, der schon über zwei Milliarden Euro bei EWE investiert hatte, beharrlich weiter in Richtung VNG - bis dieser Tage deutlich wurde, dass aus der geplanten Übernahme nichts wird, weil die Franzosen sich anders entschieden hatten.

Französische GDF denkt um und setzt auf Gazprom


Statt sich durch einen Verkauf ihrer 5 VNG-Prozent mit Gazprom-Wintershall zu verkrachen, die ihrerseits VNG weitgehend übernehmen möchten, schwenkte GDF nun um und setzt direkt auf Gazprom:

Im Gegenzug zum Verkauf der VNG-Anteile an den russischen Gasriesen will sich GDF an der Ostsee-Pipeline beteiligen North-Stream - neben Gazprom (51%), E.ON (bisher 20), Wintershall (bisher 20) und der holländischen Gasunie (bisher 9 %). Im Gespräch ist übrigens auch eine Beteiligung der Briten, deren Nordseegas sich dem Ende zuneigt, an der Ostseepipeline.

Putins Besuch bei Sarkozy bringt also wahrscheinlich einigen strategischen Zugewinn: GDF investiert in North-Stream. Französische Investitionen in South-Stream scheinen auch sicher. Beide Röhren zusammen können einen sicheren Transit russischen Erdgases nach Europa garantieren.

Und Gazprom kommt im Verein mit Wintershall seinem langersehnt Traumziel näher, nicht nur Gas zu liefern, sondern auch beim Vertrieb an die europäischen Endverbraucher dabei sein zu dürfen.

Allerdings: ohne Wissen von Bundeskanzlerin Merkel ist der Deal vermutlich nicht abgelaufen.



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