St. Petersburg. Am 31. Januar 1865 verteidigte der berühmte Chemiker Dmitri Mendelejew seine Dissertation über „Die Verbindung von Alkohol und Wasser“. Damit war das russische Nationalgetränk geboren – der Wodka.
Seit nun bereits 145 Jahren ist Mendelejews Rezept für den 40-prozentigen Alkoholgehalt Gesetz bei der russischen Wodkaproduktion. In St. Petersburg wird dem fast runden Jubiläum sogar eine Ausstellung gewidmet – in einem angesagten Restaurant zeigen drei Künstler in karikaturistischer Manier die schlimmen Folgen von zu viel Schnapsgenuss.
Mendelejew wird nicht geahnt haben, was seine Rezeptur in Russland anrichten würde – inzwischen ist der Alkoholverbrauch der Russen mit 18 Litern im Jahr weit über dem europäischen Durchschnitt und auch schon jenseits aller Gesundheitsnormen angelangt.
Russlands oberster Drogenarzt Jewgeni Brjun sagte am Freitag gegenüber RIA Novosti, vor der Revolution sei der Alkoholkonsum eher gering gewesen; erst nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Kurve steil nach oben gegangen.
Es sei an der Zeit, die „Alkohol- epidemie“ einzudämmen und den Menschen die Vorteile einer gesunden Lebensweise einzuimpfen. Die Antialkoholkonzeption des russischen Staates sei ein guter und nötiger Schritt in diese Richtung.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)