Kiew. Entgegen früherer Erklärungen hat sich der neue ukrainische Präsident Janukowitsch am Dienstag für das Ukrainische als einzige Amtssprache ausgesprochen. Experten sehen darin einen vernünftigen Schritt.
In seinem Wahlkampf hatte der als prorussisch eingestufte Viktor Janukowitsch mehrmals erklärt, er wolle sich, sollte er ukrainischer Präsident werden, für die Aufstufung des Russischen zur zweiten Amtssprache in der Ukraine einsetzen.
Am Dienstag sagte er laut ITAR-TASS, Ukrainisch bleibe die einzige Amtssprache im Lande. Zugleich möchte er jedoch die Durchsetzung der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen erwirken, nach der Russisch in den zumeist von Russen besiedelten Regionen der Ukraine den Status einer offiziellen Sprache bekommen kann.
Der Politologe Wadim Kassajew sagte gegenüber RIA Novosti, damit läge Janukowitsch auf dem Kurs der ukrainischen Verfassung, in der das Ukrainische als einzige Amtssprache festgelegt ist.
„Früher war er Oppositioneller, jetzt ist er Präsident des ganzen Landes“, erklärt sich Kassajew Janukowitschs Einsicht. Sein Kollege Wladimir Fessenko ist der Meinung, Russisch als Amtssprache sei bei der heutigen Zusammensetzung der Rada nicht durchzusetzen.
Dazu ist sei eine Verfassungsänderung nötig, und die bräuchte 300 von 450 Stimmen, gibt er zu bedenken. „Das würde eine große politische Spannung mit sich bringen, und das will der Präsident sicher vermeiden“, so Fessenko.
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)