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Abramowitsch ist Milliardär, er ist aber - wie nicht alle wissen - auch Politiker (Foto: Archiv/.rufo)
Abramowitsch ist Milliardär, er ist aber - wie nicht alle wissen - auch Politiker (Foto: Archiv/.rufo)
Freitag, 30.04.2010

Milliardäre an die Macht: Politiker als Oligarchen

Moskau. Wladimir Putin hatte den Oligarchen vor Jahren öffentlich den Kampf angesagt. Doch die Macht der Reichen ist nicht weniger geworden. Nur setzt sich die neue politische und finanzielle Elite anders zusammen.

Michail Chodorkowski sitzt wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis, Boris Beresowski im Londoner Exil. Der „arme“ Beresowski ist wie sein einstiger Gegenspieler Wladimir Gussinski zumindest laut Forbes nicht mehr unter den 100 reichsten Russen. Dafür tauchen andere Namen auf, viele der Superreichen sind entweder selbst Politiker oder haben ganz enge Verbindungen zur Politik.

Eine Hausfrau als Dollarmilliardärin?


Nicht auf der Liste steht bislang Natalja Bykowskaja. Doch die Hausfrau könnte zur zweiten Dollarmilliardärin Russlands werden. Wie funktioniert das? Ganz einfach:

Bei Russland-Aktuell
• Forbes: Russlands Milliardäre verdoppeln ihr Vermögen (16.04.2010)
• Zufälliger Tod einer Exil-Oligarchen-Mutter - am Wodka (07.04.2010)
• Milliardär Wekselberg koordiniert russ. Silicon Valley (23.03.2010)
• Chodorkowski: „Der Staat legalisiert Gewalt“ (03.03.2010)
• Stahlbaron Wladimir Lissin ist Russlands neuer Krösus (15.02.2010)
Der Landwirtschaftskonzern Rusagro will an die Börse. 20 Prozent der Aktien werden verkauft, die Emissionsbanken schätzen den Wert des Unternehmens auf 1,07 bis 1,35 Milliarden Dollar. Wird der Konzern am oberen Ende der Preisspanne verkauft, wird die bisherige Besitzerin Bykowskaja zur Milliardärin.

Vom Chefsessel eines Konzerns in den Föderationsrat


Seit 1996 ist sie mit Wadim Moschkowitsch verheiratet, hat sich allerdings nach Angaben ehemaliger Rusagro-Manager nie in die Geschäfte ihres Gatten eingemischt. Auch das Aktienpaket (70 Prozent nach dem Börsengang) hält Bykowskaja wohl nur formal.

Denn Moschkowitsch ist Politiker. Als Senator im russischen Föderationsrat (Oberhaus des Parlaments) vertritt er seit 2006 das Gebiet Belgorod. Als Senator darf er offiziell keinen anderen Geschäften nachgehen, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Elf föderale Parlamentarier auf der Forbes-Liste


Doch diese Formulierung ist dehnbar und so ist es kein Zufall, dass unter den laut Forbes 100 reichsten Russen gleich elf Mitglieder der Duma oder des Föderationsrats sind - Moschkowitsch taucht in der Liste nicht auf. Sein Konzern wurde von Forbes bei Erstellung der Liste als weniger wert betrachtet.

Der reichste Parlamentarier ist der 44jährige Suleiman Kerimow, Besitzer der Finanz- und Ölholding „Nafta Moskau“. Sein Kapital schätzt Forbes auf 5,5 Milliarden Dollar.

Kerimow war seit 1999 in der Duma, musste 2007 aber in den Föderationsrat ausweichen. Zuvor hatte bei einem skandalösen Unfall mit einem Ferrari in Nizza, bei dem Kerimow mit einer Showdame unterwegs war, vor allem sein Image Schaden genommen.

Abramowitsch reichster aktiver Politiker


Unter den aktiven Politikern ist Kerimow keineswegs der Reichste. Übertroffen wird er von Roman Abramowitsch. Schon zu Jelzins Zeiten zählte Abramowitsch zum engeren Kreis der Macht.

Nach dem Wachwechsel im Kreml ist er dort zwar nicht mehr so häufig zu sehen, dafür wurde er mit verschiedenen Posten betraut. Acht Jahre lang war er Gouverneur von Tschukotka. Inzwischen leitet er das regionale Parlament und ist mit 11,2 Milliarden Dollar weiterhin viertreichster Russe.

Regionale politische Elite ist reich


Während Abramowitschs Funktion in Tschukotka überwiegend repräsentativ ist und allein dazu dient, dem ansonsten in Moskau und London lebenden Oligarchen politische Immunität zu verleihen, verdanken andere Oligarchen ihren Reichtum dem politischen Einfluss in ihrer Region.

Beispiele sind der Multimillionär und Ex-Präsident von Adygea, Chasret Sowmen, oder Ural Rachimow, Besitzer der baschkirischen Ölindustrie. Rachimow ist nicht nur Abgeordneter des baschkirischen Parlaments, sondern auch Sohn des Präsidenten Murtasa Rachimow, der die russische Teilrepublik seit Anfang der 90er Jahre diktatorisch beherrscht.

In dieser Zeit eignete sich der Clan die Ressourcen der ölreichen Wolga-Region an. Nun hat Ural Rachimow seine Anteile am Konzern Baschneft verkauft. Mit einem geschätzten Vermögen von 1,2 Milliarden Dollar belegt er immerhin Rang 54 auf der Liste der reichsten Russen.

Amtlich festgestellt: Luschkows Frau ist erfolgreich ohne ihren Mann


Seit Anfang der 90er regiert übrigens auch Juri Luschkow in Moskau. In der Zeit ist seine Ehefrau Jelena Baturina mit aktuell 2,9 Milliarden Dollar zur reichsten Russin aufgestiegen. Gegen Behauptungen, dass ein Zusammenhang zwischen beiden Tatsachen besteht, klagt die Baulöwin aber stets. Vor Moskauer Gerichten hat sie auch alle Prozesse gewonnen.

Baturina ist nicht die einzige Milliardärin, die sich gegen diese Unterstellungen zur Wehr setzen muss. Auch über den ansonsten wenig bekannten Ölhändler Gennadi Timtschenko (1,9 Mrd. USD) halten sich hartnäckig Gerüchte, er verdanke seinen geschäftlichen Erfolg den guten Beziehungen zu Wladimir Putin. Timtschenko dementiert diese Aussagen stets. Er sei lediglich lose mit dem Premier bekannt, erklärte er.

Putins Bekannte sind auch erfolgreich


Gut bekannt mit Putin sind die Brüder Rotenberg (zusammen 1,4 Mrd. USD). Beide stammen aus St. Petersburg. Der Ältere, Arkadi, leitet den Judo-Klub „Jawara Newa“, dessen Präsident Putin ist. Bruder Boris ist Vize-Präsident der russischen Judo-Föderation.

Ihr Geschäft eröffneten sie 2001 mit der Gründung der SPM-Bank. Inzwischen ist das Imperium der Brüder deutlich gewachsen. Die Rotenbergs haben Aktiva im Hafengeschäft und im Bausektor.



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