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Dieser Anblick (und der Qualm) soll den Russen in Zukunft in der Öffentlichkeit erspart bleiben (Foto: vk.com)
Dieser Anblick (und der Qualm) soll den Russen in Zukunft in der Öffentlichkeit erspart bleiben (Foto: vk.com)
Mittwoch, 13.02.2013

Gesetz führt neue Beschränkungen für Raucher ein

Moskau. Die Staatsduma hat in dritter Lesung ein Gesetz verabschiedet, dass Russlands Raucher zwingt, an vielen Orten in Zukunft auf das Qualmen zu verzichten. Zigaretten können auch nicht mehr an Kiosken verkauft werden.


Das „Anti-Tabak-Gesetz“ ist – wie in letzter Zeit fast üblich - in der Duma innerhalb weniger Wochen durchgepeitscht worden. Die noch nötige Zustimmung des Föderationsrates und von Präsident Wladimir Putin gilt als gewährleistet. Das Oberhaus des Parlamentes wird darüber am 20. Februar abstimmen

Die Beschränkungen, wo in Zukunft nicht mehr geraucht werden darf, werden in mehreren Schritten eingeführt. Ab dem 1. Juni dieses Jahres gilt ein Rauchverbot in allen staatlichen Hochschulen, Schulen, Krankenhäusern, Sportstätten sowie in geschlossenen Räumen von Behörden, sozialen Diensten und Gefängnissen.

Ab 2014: Rauchverbot in Zügen, Cafes, selbst auf der Treppe


Ein Jahr später soll der Tabak-Bann dann deutlich ausgeweitet werden: Das Rauchverbot gilt dann auch an Arbeitsplätzen in geschlossenen Räumen, in Parks, auf Stränden und Spielplätzen, in Treppenhäusern (sofern die Hausbewohner nicht andere Vereinbarungen treffen), an Haltestellen und auf Bahnhöfen (hier auch in 15 Meter Entfernung von selbigen), in Fernzügen sowie in Hotels, geschlossenen Märkten sowie in „Einrichtungen der öffentlichen Ernährung“ („obschepit“).

Bei Russland-Aktuell
• Es gibt kein Bier mehr … im Kiosk um die Ecke (02.01.2013)
• Bald Schock-Fotos auf russischen Zigarettenpackungen (11.05.2012)
• Rauchen kostet Russland jährlich 38 Mrd. Euro (03.09.2012)
• Kampf dem Qualm: Sotschi stellt Raucher-Häuschen auf (05.06.2012)
• Glimmstängelverbot soll Russlands Demographie retten (19.06.2012)
Nach Aussage des Duma-Abgeordneten und Gesundheitsausschuss-Mitglied Oleg Kulikow sind darunter Kantinen und Cafes zu verstehen, „alles was nicht ein Restaurant ist“. Dort darf demnach also weiterhin zu Speis und Trank geraucht werden.

Kiosken geht es endgültig an den Kragen


Heftigen Protest bei Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften erregte die ebenfalls verabschiedete Regelung, dass in Zukunft Tabakwaren nicht mehr an Kiosken, d.h. durch ein Fenster, verkauft werden dürfen. Nach dem zum Jahreswechsel in Kraft getretenen Verbot des Bierverkaufs dürfte dies vielen Kioskbetreibern endgültig die Geschäftsgrundlage entziehen. Ihre Fürsprecher sehen darin einen Sieg der Lobbyisten der großen Handelsketten, die nunmehr mehr Umsatz mit Tabakwaren machen dürften.

Der Verkauf in Geschäften unterliegt ab 2014 aber ebenfalls neuen Regeln: Die Zigarettenpackungen dürfen der Kundschaft nicht mehr in Vitrinen oder Regalen zur Schau gestellt werden, der Verkauf hat nur anhand von ausgehängten Preislisten zu erfolgen.

Außerdem muss die Tabakindustrie in Zukunft komplett auf Werbung für ihre Produkte verzichten. Auch Lotterien und das Verteilen von Gratis-Zigaretten ist der Branche in Zukunft verboten.

Gesundheitshüter Onischtschenko im Glück


Russlands oberster Gesundheitshüter, Sanitätsarzt Gennadi Onischtschenko, gratulierte der Duma ausdrücklich zur Verabschiedung des Gesetzes, das "aus Russland ein zivilisiertes Land macht".

Nach Angaben von Onischtschenko verkürzt das in Russland noch sehr weit verbreitete Rauchen die Lebenserwartung von Männern im Durchschnitt um neuen und die von Frauen um sechs Jahre.



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Holger Eekhof 14.02.2013 - 22:20

Der russische Weg in den...

UNTERGANG.

Liebe Duma, lieber Gennadi,
schön das Ihr nun auf den Trichter gekommen seid, euch als zivilisierte Nation betrachten zu dürfen.

Eine überaus interessante Perspektive, Russland gleichgeschaltet und einnivelliert mit dem Westen zu sehen.
Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, Russland ist eben nicht mehr das Land der individuellen Freiheit, sondern die Duma geht einen ganzen Schritt weiter, als selbst Stalin es gewagt hätte - aber schließlich war der Mann nicht dumm.
Ich warte noch auf den Moment, an dem Russlands Verbraucherministerin nur noch von Konsumenten anstatt von Bevölkerung spricht*, dann habt ihr es geschafft, dann seid Ihr für das Groß der Bevölkerung austauschbar und beliebig geworden. Dann interessiert es niemanden mehr, wer die eigentlich Herrschenden in diesem Lande sind - schließlich ist man zivilisiert und einnivelliert.

Eine Frage hätte ich da noch:

Stellen wir uns einfach mal vor, es gibt andere, die an der Ausbeutung russischer Bodenschätze interessiert wären, und diese würden auch vor militärischen Mitteln nicht zurückschrecken, warum sollte irgendein Normalbürger Russlands darin eine Bedrohung sehen, in welcher Form kann seine individuelle Freiheit noch beschnitten werden - wo er doch eh schon durch die Duma zwangszivilisiert wurde?

Keine... eine Übertragung der staatlichen Macht in andere Hände hätte für den Normalbürger keine Auswirkung.
Ich wünsche euch viel Spaß!

PS: Das einzige was ich nun unternehmen würde:
Welcher der Dumaabgeordneten ist nun einfach dämlich, wer hat Geld kassiert und wem wurden entsprechende Pfründe für die Zeit danach versprochen?

Denn wenn Russland so weiter macht, ist das Ergebnis klar:

ES WIRD KEINE RUSSISCHE IDENDITÄT UND FREIHEIT MEHR GEBEN - UND ES WIRD AUCH NICHTS MEHR GEBEN, WOFÜR ES SICH ZU KÄMPFEN LOHNT.

Das Ergebnis kann sich jeder Mensch, der seine fünf Sinne beisammen hat, an seinen fünf Fingern abzählen.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

*= so zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland


Matthias 13.02.2013 - 13:25

Gut, wenn ich im Zug nicht mehr rauchen darf dann kann Russland in Zukunft auf mich als Tourist verzichten.


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