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Man trifft sich, man spricht sich: Wladimir Putin und Angela Merkel 2013 (Foto: tv/.rufo)
Man trifft sich, man spricht sich: Wladimir Putin und Angela Merkel 2013 (Foto: tv/.rufo)
Mittwoch, 17.04.2013

Warum Putin kein Demokrat sein darf

Sönke Paulsen, Berlin. Merkel empfängt Putin, aber rechte Wärme kommt nicht auf, auch nicht in den Medien. Ein starker russischer Führer ist Deutschland nicht geheuer – und der deutschen Leit-Macht USA sogar lästig. Eine Analyse.

Putin und Merkel sind kein glückliches Paar. Das zeigte sich einmal mehr bei Putins Deutschlandbesuch anlässlich der Hannover-Messe. Die Medien und vermutlich auch die Kanzlerin möchten keine andere Botschaft transportieren, obwohl die wirtschaftliche Verflechtung Deutschlands und Russlands immer enger wird und der russische Präsident ein zunehmend bedeutender außenpolitischer Partner Deutschlands ist, wenn auch kein Traumpartner.

Es geht eigentlich im „Deutsch-Russischen-Jahr 2013“, welches von vielen schönen kulturellen Veranstaltungen gesäumt ist, in unseren Medien häufig eher darum, die politische Entwicklung in Russland möglichst schwarz zu malen, obwohl auch die politischen Verflechtungen inzwischen enger sind als beispielsweise die mit Polen und der Türkei - zwei Ländern, mit denen wir ausgesprochen enge und dynamische Wirtschaftspartnerschaften haben.

Merkel selbst möchte die politische Beziehung zu Russland wenig betont wissen und ist offensichtlich froh, dass die Medien hier mitspielen und Russland in düsteren Farben auf dem Weg in die Diktatur zeichnen. Die Bundeskanzlerin, die uns Deutsche im kleinen Kreis auch gern mal als die Amerikaner Europas bezeichnet, weil wir ähnlich unbeliebt sind, lehnt sich emotional lieber in Washington an, als in Moskau, was man ihr nicht verdenken möchte, inhaltlich gesehen aber vollkommen falsch ist.

Bei Russland-Aktuell
• Putin und Merkel eröffnen knirschend die Hannover Messe (08.04.2013)
• Putin betrachtet barbusige Femen-Aktion als werbewirksam (08.04.2013)
• Deutschen Femen-Frauen droht mehrjährige Haftstrafe (10.04.2013)
• Treffpunkt Hannover: Merkel, Putin und ein Wirtschaftsgipfel (04.04.2013)
• Putin laut US-Politjournal mächtigster Mann der Welt (04.01.2013)
Dennoch gibt es gute Gründe, im chronischen Konflikt zwischen Russland und Amerika die Position der USA zu beziehen. Deutschland ist nämlich von der ehemaligen Siegermacht nie vollständig in die Souveränität entlassen worden, was sich bereits in der Präambel des Grundgesetzes niederschlägt, in der Deutschland nur als Teil von Europa und im friedlichen europäischen Einigungsprozess eine gewisse Souveränität zurückerlangen kann.

Alle Bundeskanzler in der Tradition Adenauers haben das gebetmühlenartig wiederholt und unser Finanzminister spricht dies zur argumentativen Untermalung der alternativlosen europäischen Einigung auch gern aus. Er verlangt genau vor diesem Hintergrund eine europäische Verfassung und beruft sich gern auf Paragraf 14 des Lissabon-Vertrages, in dem sich die EU-Mitglieder verpflichten, ihre Souveränität in Haushaltsfragen im Zweifel an Brüssel abzugeben.

Die europäische Einigung und die Probleme der Eurokrise als spätes Kind des zweiten Weltkrieges zu betrachten, ist stimmig, wenn man diese Grundabhängigkeit Deutschlands von Amerika betrachtet, die eine andere Variante als einen europäischen Staat letztlich nicht zulässt, was den Vätern und Müttern der Verfassung auch mit dem Gedanken diktiert wurde, die sowjetische Vormachtstellung in Europa zu verhindern. Gemeint war von Anfang an eine europäische Union nicht mit sondern gegen Russland.

Sich aus dieser historischen Sackgasse zu lösen, fällt besonders CDU-Kanzlern schwer, weil sie das Erbe Adenauers direkt mit vertreten müssen, was Helmut Kohl ja in offensiver Weise tat und zugleich die bedingungslose Bindung an Amerika niemals auch nur kritisierte.

Es gibt für Deutschland keine echte russische Option, die für die Russen integrativen europäischen Charakter hätte. Dies wurde bei der Gründung der Bundesrepublik klar ausgeschlossen und übrigens auch im Rahmen der Wiedervereinigung nicht geändert. Es gab keine Anpassungen der Verfassung, sondern lediglich eine feindliche Übernahme der DDR, die exakt die bundesrepublikanische Verfassung zu akzeptieren hatte.

Die Ideologie vom „Zweiten Deutschen Unrechtsstaat“ fasste vor allem in der konservativen politischen Elite die Rechte der russisch beeinflussten DDR zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung zusammen: Sie wurden vollständig negiert. Auch dies war eine Bedingung aus Washington, ohne welche die Wiedervereinigung nicht möglich gewesen wäre.

Russland ist also bereits aus der staatlichen Neukonstruktion Deutschlands heraus kein möglicher politischer Partner und Verbündeter und steht insbesondere für die politischen Enkel Adenauers nicht wirklich zur Debatte. Die Medien halten sich daran und verhindern weiterhin eine deutsch-russische Annäherung, die sich natürlich auch auf andere postsowjetische Staaten überträgt, darunter auch auf die Ukraine.

Allein Schröder und Fischer hatten sich mit ihren Annäherungen an Russland und die Ukraine von dieser existentiellen Grundbedingung Deutschlands ein wenig frei geschwommen, was sie in Washington äußerst unbeliebt machte und besonders Schröder nach seiner Kanzlerschaft den „goldenen Handschlag“ mit der westlichen Wirtschaft kostete. Der Genosse der Bosse, der zuvor fast schon so anerkannt war, wie ein Konzernchef von Volkswagen, musste nach dieser kompromittierenden politischen Annäherung an Russland seinen goldenen Handschlag bei Gazprom suchen. Er tat es sicherlich nicht nur aus Freundschaft zu Putin, sondern auch mangels anderer Alternativen.

Das geschnittene Putin-Internview der ARD


Am 2. April sendete die ARD nun ein Putin-Interview, mal wieder geführt von Jörg Schönborn, in der Tagesschau, das ähnlich wie andere brisante Interviews zum Nachteil Putins gekürzt wurde. Es gibt auf der Seite der Tagesschau allerdings eine ungekürzte PDF-Version des Interviews, welche die Argumentationen des russischen Präsidenten wesentlich überzeugender wiedergibt, als die gesendete Kurzversion.

Das ist nicht neu. Anlässlich des Georgienkonfliktes, in welchem die westlichen Medien annähernd drei Tage behaupteten, dass Russland Georgien angegriffen habe, bis sich schließlich das Gegenteil herausstellte, führte die ARD ebenfalls ein Interview, welches so geschickt gekürzt war, dass Putin eigentlich darin nicht zu Wort kam. Eine Technik, welche die Tagesschau inzwischen zur Perfektion getrieben hat.

Worum geht es? Putin wurde direkt zu Beginn des Interviews vorgeworfen, er schüchtere die Opposition in Russland ein und der Umgang mit ausländischen NGOs sei ein erneuter Beweis dafür. Kürzlich befanden sich die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung im Visier der russischen Staatsanwaltschaft. Putin konterte kurz, dass eher die deutschen Journalisten die Öffentlichkeit einschüchtern und meinte damit seinen wiederholten Vorwurf gegen die deutschen Medien, statt objektiver Berichterstattung der russischen Regierung konsequent die Vorbereitung einer Diktatur zu unterstellen.

Schönborn ging auf diese Replik des russischen Präsidenten nicht ein, obwohl er die Hintergründe dieses Vorwurfs sehr wohl kannte.

Die Antwort Putins über den Umgang mit ausländischen NGOs war umfassend und erklärend, wurde aber ebenfalls nur bruchstückhaft wiedergegeben. Er stellte dar, dass auch die USA ein solches Gesetz haben, um ausländische Einflussnahme auf amerikanische Innenpolitik zu begrenzen oder zumindest transparent zu machen und davon auch heftigen Gebrauch machen. Er betonte, dass das russische Gesetz NGOs weder verbiete noch übermäßig reglementiere und keinesfalls stärker beeinträchtige, als das korrespondierende amerikanische Gesetz.

Putin erwähnte, dass 685 ausländische NGOs mit einem Jahresetat von 3-4 Milliarden Euro in Russland die Innenpolitik beeinflussen. Er wüsste gerne, was in Europa los wäre, wenn russische NGOs dort mit einer ähnlichen Vehemenz auftreten würden. Diese Argumente wurden aus dem Interview komplett herausgekürzt.

Wie zu erwarten verlief dann der Putin-Besuch ganz im Sinne der antirussischen Medien- und Kanzlerstimmung. Es gab sogar einen Auftritt von „Femen“, die sich „Putin Dictator“ auf die Brüste geschrieben hatten und versuchten den Präsidenten zu attackieren. Merkel sprang erschrocken zur Seite.

Nun könnte man diesen Umgang mit Russlands schwierigem Weg zur Demokratie, wie Putin es bezeichnete, als deutsche Übereifrigkeit bezeichnen oder als besondere demokratische Musterknaben-Moral betrachten, welche wir Deutschen uns anmaßen.

Diese Sichtweise ist allerdings viel zu eng und national, denn Deutschland sitzt zusammen mit den Amerikanern in einem antirussischen Propaganda-Tretboot, das langsam immer mehr Fahrt aufnimmt. Hineingesetzt in dieses Tretboot hat uns die Bundeskanzlerin höchst persönlich.

(Sönke Paulsen/.rufo)

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ivanfi 27.04.2013 - 20:58

Beitrag Ivanfi Teil 2:

Im zweiten und dritten Teil meiner Wortmeldung möchte ich PCs Artikel auszugsweise zitieren, wo ich besonders zustimme und teilweise mit meinen Bemerkungen versehen habe:
---------------

Eine Reihe von NGOs in Russland dienen
einer amerikanischen Destabilisierungs-Doktrin
(Ivanfi: West-NGOs, in deren Fußstapfen die vom Westen geklonten russischen NGOs treten, eindeutig die Führerschaft der USA,
wie beim NATO nicht in Frage stellen
und sich den US-Vorgaben JEDERZEIT vorauseilend, TOTTAL unterordnen!
Siehe die bekannte Beistands- und Solidaritätsprinzipien des NATO-Pakts.)
und können dem Land tatsächlich schaden.
Putin und Merkel sind kein glückliches Paar. Das zeigte sich einmal mehr bei Putins Deutschlandbesuch anlässlich der Hannover-Messe.
Die Medien und vermutlich auch die Kanzlerin möchten keine andere Botschaft transportieren,
(Ivanfi: Die Medien….nicht möchten? Richtig wäre: Nicht wollen!
Es entstand seit 1999, es herrscht mitlerweile zu fast 100% eine neu deutsche Volksgemeinschaft, wie zu Hitlers Zeiten,
die die schäbigsten braunen Stammtische und die feinen Rot-Grünen Salons miteinander über alle Grenze und über alle Differenzen hinweg wie ein riesiges,
alles überspannendes, nicht beseitugbares, zäh-schmieriges, ekelhaft stabiles Pilzgeflecht miteinander verbindet.
Alle diese NEUEN durch und durch reaktionären, von geopolitischen Größenwagnsinn gesteuerten Kreise in Deutschland, in der EU/NATO sind sich miteinander einig:
was Hiltler und Napoleon mit bestialischen Kriegen nicht geschafft haben,
schaffen wir mit einer verschlagenen Subversion, mit der Trommelpropagnada Typ Jericho. Nach dem Motto: Viel bring viel, wenn man nur unablässig, unbeirrt, unermüdlich die verlogene Proipaganda gegen Russland betreibt, werden die Lügen des Westens wahr Russlands Mauer halten den Druck nicht aus und stürzen ein..
Die aktuellen Stereotypen der PARETIÜBERGREIFENDEN, westlichen politische Verschlagenheit gegen Russland (und auch gegen andere Länder der Welt, die man destabilisieren, zerlegen, besetzten will) sind: „Zivilgesellschaft“ „Menschenrechte“)
obwohl die wirtschaftliche Verflechtung Deutschlands und Russlands immer enger wird
und der russische Präsident ein zunehmend bedeutender außenpolitischer Partner Deutschlands ist,
wenn auch kein Traumpartner.
Es geht eigentlich im „Deutsch-Russischen-Jahr 2013“, welches von vielen schönen kulturellen Veranstaltungen gesäumt ist,
in unseren Medien häufig eher darum,
die politische Entwicklung in Russland möglichst schwarz zu malen,
--------------------
Merkel selbst möchte die politische Beziehung zu Russland wenig betont wissen
und ist offensichtlich froh,
dass die Medien hier mitspielen und Russland
in düsteren Farben auf dem Weg in die Diktatur zeichnen.
--------------------
Sich aus dieser historischen Sackgasse zu lösen, fällt besonders CDU-Kanzlern schwer, weil sie das Erbe Adenauers direkt mit vertreten müssen, was Helmut Kohl ja in offensiver Weise tat und zugleich die bedingungslose Bindung an Amerika niemals auch nur kritisierte.
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Russland ist also bereits aus der staatlichen Neukonstruktion Deutschlands heraus kein möglicher politischer Partner und Verbündeter und steht insbesondere für die politischen Enkel Adenauers nicht wirklich zur Debatte.
Die Medien (Ivanfi: …und alle Politiker der etablierten „Stammtisch+Salon“-Parteien) halten sich daran
und verhindern weiterhin eine deutsch-russische Annäherung,
----------------------


ivanfi 27.04.2013 - 20:58

Beitrag Ivanfi Teil 1:

Was PC zu diesem Sinneswandel veranlasst hat, weiss ich nicht. Ich kann nur hoffen, dass sein Sinneswandel (Analyse Russland-Westen im Lichte Putins Rolle, den ich selbst für einen GLÜCKSFALL der russischen Gegenwart halte) von Dauer bleibt!

Ich kenne PCs früheren Beiträge, die keineswegs Verständnis zeigten dafür, dass sich Russland als souveräner Staat
vom NIEMANDEN auf der Welt vereinnahmen lässt,
vom Niemanden auf der Welt was sagen lässt.
Genauso, wie dies Deutschland und alle anderen SOUVERÄNEN Staaten der Welt kennzeichnet.
--------------

Und zum Schluss schreibt PC:
Ich persönlich halte Putin keinesfalls für einen überzeugten Demokraten.
Aber mit Sicherheit ist er ein Patriot,
der sich sein Land nicht von den Amerikanern kaputt machen lässt.
Putin würde noch eher die Sowjetunion wieder beleben, als eine erneute Jelzin-Ära zu riskieren. Vermutlich hat er Recht damit.
----------------
Um etwas Salz in die Suppe zu schmeissen möchte ich schließen:
Ich bin nicht traurig darüber, dass bei PC (hier und heute) der Groschen gefallen ist.


Paulsen-Consult 19.04.2013 - 23:25

Vielen Dank und Hinweis auf Diskussion

Der Artikel wurde, wie ich gerade gesehen habe, im Ukraine Forum zur Diskussion gestellt und hat eine, vorsichtig ausgedrückt, heftige Resonanz.
http://forum.ukraine-nachrichten.de/warum-putin-kein-demokrat-sein-darf-t24737.html Bei der Diskussion im Ukraine Forum, teilweise auch hier, bin ich erstaunt, wie wenig wahrgenommen wird, dass ich mit meinem Artikel Putin weder angreife noch verteidige. Es ist ein Artikel über Voreinstellungen und Manipulationen im Westen, die bestimmten Interessenslagen und Zwängen im Westen entsprechen. Er soll zur Reflexion über uns selbst anregen, auch darüber, wie leicht man sich in ein Propaganda-Tretboot setzen lässt. Zum sehr viel kleineren Teil ist es ein Artikel über Russland.


Marco 19.04.2013 - 15:08

Thomas Edmund Mueller

Der Artikel von Herrn Sönke Paulsen ,ist auch am 16.04 in der Freitag online Ausgabe veröffentlicht. Eine der besten politischen Russland Analysen

http://www.freitag.de/autoren/soenke-paulsen/warum-putin-kein-demokrat-sein-darf


Thomas Edmund Mueller 19.04.2013 - 12:39

Besten Dank an die Autorin!

Ein wunderbarer Artikel! Mit allem, mit JEDEM darin enthaltenen Wort stimme ich überein! Ich war oft in Russland und kann alles nachvollziehen - habe ja auch in meinem Buch darüber geschrieben. Nur eine Träne bleibt: Warum erscheint dieser Artikel nicht im Spiegel, in der Zeit, in der Süddeutschen? Mein Glückwunsch an Russland Aktuell für solch einen hochwertigen Artikel, er MUSS aber auch in die großen Zeitungen, um dem breiten Publikum Einsicht in die Realität (Wahrheit) zu ermöglichen. Nochmals: Mein Respekt an die Autorin! Thomas Edmund Mueller


Von Spree 18.04.2013 - 18:43

Bismarcks Alptraum

Wie definieren Sie \"Demokratie\"?

Im Grunde bleibt als Kernqualität die unblutige Machtübergabe
durch Wahlen. Was nicht gering zu schätzen ist. Staatliche Ordnungsstrukturen benötigen keineswegs zwingend ein demokratisches System, und schon gar keines deutscher Definition. Was viele Deutsche anscheinend anders sehen.

Was den Vorwurf betrifft, Moskau betriebe \"gelenkte Demokratie\", so komme ich zu dem Ergebnis, dass Demokratie anders als \"gelenkt\" gar nicht denkbar ist - dafür sorgen schon die Partei- und Regierungspropaganda sowie die staatlichen Ordnungsstrukturen. Was soll das also sein, ungelenkte Demokratie?

Putin hat es geschafft, den russischen Staat zu stabilisieren, die Oligarchen einzufangen und zu zivilisieren, Rechtsstaatlichkeit zu etablieren, die sozialen Spannungen auszugleichen, den Staatshaushalt zu sanieren und die russische Politik zu einem berechenbaren, außenpolitischen Stabilisierungsfaktor zu machen. Putins persönliche Leistung.

Wenn Stimmen in der Bundesrepublik zur Maßregelung Moskaus aufrufen, dann halte ich das nicht nur für einen übergriffigen, sondern auch für einen geschichtblinden und damit außenpolitisch fahrlässigen Akt.

Bismarck - so verwegen bin ich - würde seine Deutschen an die strategische Mittellage erinnern und anmerken, dass Putin-Russland mit anderen Mitteln gesegnet ist als Jelzin-Russland.


Marco 17.04.2013 - 21:06

Warum Putin kein Demokrat sein darf

Werte Sönke Paulsen,kompliment für Ihren Kommentar.

Eine Anmerkung dazu wollte ich geben
Historisch waren die Deutschen Staaten und später auch noch zum Teil unter Bismarck meistens enge Verbündete Russlands
Kaiser Wilhelm II setzte dann andere außenpolitische Maßstäbe an, die dann auch in den ersten Weltkrieg mündeten.
Eine Naturgebundene Feindschaft ist also keineswegs in der Historie geschuldet. Ich Denke Deutschland die anderen Europäischen Staaten sollten da mehr Vernunft ansetzten und Russland als Partner sehen ,der es ehrlich meint. Ich halte die aufgezogene Grenze zu den Russen in Form der Demokratiekeule ,das unablässige kritisieren der Strukturen in der Russischen Förderration ,das unreflektierte eingreifen in die politische Landschaft mit Hilfe von PR Agenturen finanziert aus Brüssel und NGOs. Das erinnert fast schon an den kalten Krieg. Ich halte diese Praktik für sehr fragwürdig und unehrlich, dieses hat auch nichts mit Demokratie zu tun. Es werden zum Teil Personen aufgebaut oder unterstützt, die mit Nichten als Demokraten zu bezeichnen sind, oder auch einfach nur als nützliche Unterstützer einer anti-russischen Allianz auftreten können. Sie dienen nur den Zweck die Russische Politik, die Gesellschaft als schlecht darzustellen. Da scheinen Begriffe wie Diktator, Diktatur bestens geeignet, selbst wenn diese Personen notorische Antisemiten sind oder naive Blondinen die sich nackt in Szene setzten. Ich frage mich warum? Wer steckt dahinter ?
Europäische Politiker betonen Gebetsmühlenhaft, das der Euroraum zusammenhalten muss, da sonst alte Feindschaften wieder sich neu ausbilden können, Allianzen geschmiedet werden usw. Aber hier wird mit der Russischen Föderation gerade massiv ein neuer Rivale, ein böser Antidemokrat aufgebaut. Den mag Zeigen muss, wie Demokratie westlicher Ausrichtung funktionieren tut.
Diese Praktik ist schlicht falsch und gefährlich, heuchlerisch und dient nur den Gesellschaften ein Zerrbild vorzuspielen.In Wahrheit betrachtet man geopolitisch Russland als Konkurrent, mit den man zwar Geschäfte machen will aber je schwächer der Konkurrent ist, je genügsamer die Politik sich dem westlichen politischen und wirtschaftlichen Eitern darstellt, desto besser.
Fakt ist es geht nicht um eine sicherlich notwendige Weiterentwicklung der russischen Zivilgesellschaft ,den unbestritten Bürokratieabbau ,moderne Infrastrukturen ,das Schaffen aber die Russen selbst und die kennen sehr genau ihre Schwachstellen .
Russland ist noch immer ein Land im Umbruch mit enormen Veränderungen in den letzten zwanzig Jahren, es ist ein Land dessen Menschen Ihre Würde Neu bekommen haben. Russland ist mit Nichten, die alte Sowjetunion, Russland ist auf seinem Weg sich selbst zu finden, es ist ein freies Land in dem jeder nach London usw. Fliegen kann, wenn es Ihm nicht mehr gefällt in Russland zu leben. Es ist ein Land mit Pressefreiheit, freies Internet, Jede in der Welt verfügbare Zeitschrift kann in Russland gelesen werden, jede Internetseite frei empfangen werden, Jeder kann nach seinen Möglichkeiten Leben. All da natürlich nach den Gesetzen dieses Staates ,die sich unwesentlich von anderen Nationen unterscheiden . Es gibt Dinge die Verbesserungswürdig sind, Es gibt sicher noch zu wenig Transparenz in der Zivilgesellschaft, in der Wirtschaft in der Politik. Dazu brauchen die Russen aber nicht andere, deren Mist nur anders Stinkt, aber sich unwesentlich von dem russischen Unterscheidet. Man verlangt von den Russen Ihren wegzufegen aber den eigenen in Europa oder Übersee ignoriert man, so wird Demokratie zur Farce der Eliten im Westen , die dem Volk sich als Demokraten hofieren ,wie einst die Kirchenfürsten .


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