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Eines Tages vielleicht auch in Russland: Ein französischer TGV-Zug (Foto: N. Hüttisch/Wikipedia)
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Mittwoch, 07.07.2010

Russische Bahn will neue Highspeed-Strecke MSK-SPB

St. Petersburg. Russlands Bahn will den gegenwärtigen „Sapsan“-Verkehr zwischen Moskau und St. Petersburg noch übertrumpfen: Mit einer Neubaustrecke für Züge, die dann bis zu 400 km/h schnell sein könnten.



Schon 2011 werde die russische Bahngesellschaft RZD voraussichtlich einen internationalen Wettbewerb unter Investoren für die neue Trasse ausrufen, verkündete RZD-Vizechef Valentin Gapanowitsch auf einer Bahnkonferenz in St. Petersburg. Bis 2012 wolle man sich um den nötigen Grundstückserwerb kümmern.

Kostenpunkt: Eine Billion Rubel


Das Projekt solle in einer staatlich-privaten Partnerschaft verwirklicht werden, wobei die Bahn erst nach Vollendung des Baus und der Betriebsaufnahme beginnen werde, dem Träger seine Unkosten zurückzuerstatten. Der Investitionsbedarf liege, so Gapanowitsch, bei einer Billion Rubel (ca. 25,5 Mrd. Euro).

Die Idee gab es schon mal - unter Jelzin


Der Neubau einer für den Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgelegten Bahnlinie zwischen den beiden Metropolen (samt der Eigenentwicklung von Zügen dafür) war schon einmal in der Jelzin-Zeit geplant – und wurde nach einigen Anfangsinvestitionen wieder zu den Akten gelegt.

Die RZD entschied sich daraufhin, mit vergleichsweise geringem Aufwand die bestehende, fast schnurgerade Strecke schneller zu machen – und dafür bei Siemens die dann „Sapsan“ getauften ICE-Züge einzukaufen.

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• Todesfall: Sapsan erfasst eine Frau auf den Gleisen (24.06.2010)
• Angriffe auf Schnellzug Sapsan kein Partisanenakt (24.06.2010)
• Russland und Ukraine planen Highspeed-Bahnverkehr (16.06.2010)
• Sapsan-Schnellzug nach Nischni später als geplant (04.05.2010)
Nach einem halben Jahr Betrieb zeigen sich jetzt zunehmend die Schattenseiten dieser Sparlösung: Auf der Hauptstadtstrecke musste der Nahverkehr ausgedünnt werden. Auch gab es einige Unglücke mit Todesopfern – unter Spaziergängern auf den Gleisen, aber auch, weil Menschen auf Bahnsteigen von der Druckwelle des rasenden Zuges erfasst wurden. Unter den Bahn-Anrainern gibt es deshalb einigen Unmut – der sich auch mal in Steinwürfen äußert.

"Sapsan" für neues Zeitziel zu langsam


Im besten Fall schafft der Sapsan die 650 Kilometer lange Fahrt in drei Stunden 45 Minuten. Auf einer neuen Magistrale könnte sie nur 2,5 Stunden dauern – wobei die Züge dann bis zu 400 km/h schnell sein sollen. Für die gegenwärtigen deutschen Züge in russischen Diensten ist diese Geschwindigkeit nicht erreichbar: Sie sind auf höchstens 250 Kilometer pro Stunde ausgelegt.

Auch andere Modelle der sogenannten Velaro-Reihe von Siemens haben bislang eine Maximal-Speed von 350 km/h aufzubieten. Gapanowitsch hatte aber schon im Februar erklärt, dass die RZD auch über die Anschaffung französischer TGVs des Herstellers Alstom nachdenke – und die halten momentan den Schienen-Geschwindigkeitsrekord mit 575 km/h.

Flughafenanbindung wird erwogen


Im Auftrag der RZD plant gegenwärtig das Büro „LenGiproTrans“ die zukünftige Bahnstrecke, berichtete fontanka.ru. Nach Informationen der Internetzeitung soll die neue Strecke im Stadtgebiet von St. Petersburg und Moskau aufgeständert oder in Tunnels verlaufen.

Wie der „Kommersant“ berichtet, ist auch noch nicht festgelegt, wo es bei dem Projekt „WSM 1“ eventuelle Zwischenhalte geben soll. Es werde aber erwogen, die Flughäfen Scheremetjewo und Pulkowo an die Strecke anzubinden.

Dies würde jedenfalls bedeuten, dass die Streckenführung teilweise anders verlaufen wird als bei dem totgeborenen Projekt aus den 1990er Jahren.



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Niels G. 08.07.2010 - 11:54

Äpfel mit Birnen verglichen!

Sehr schlechter Artikel mit einigen Fehlern: Geschwindigkeitsrekordfahrten sind nicht mit regulären Geschwindigkeiten vergleichbar. Der TGV hat übrigens eine regulären \"Maximal-Speed\" von 320 km/h. Wird auch nicht mehr hergestellt, gemeint ist wahrscheinlich der AGV. Der spanische Velaro schafft ohne Modifikationen übrigens über 404 km/h...das müssen AGV/TGV noch beweisen...

Die Äußerung von Gapanowitsch im Februar ist wohl eher als Versuch ein wenig Druck auf Siemens aufzubauen zu verstehen.


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