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Noga-Chef Nessim Gaon hat seine Forderungen an Russland weiterverkauft - an einen Geschäftspartner der russischen Behörden (foto: vesti/newsru)
Noga-Chef Nessim Gaon hat seine Forderungen an Russland weiterverkauft - an einen Geschäftspartner der russischen Behörden (foto: vesti/newsru)
Donnerstag, 09.03.2006

Russische Noga-Schulden in die USA weiterverkauft

St. Petersburg. Das russische Finanzministerium hat mit Hilfe eines US-Unternehmers offenbar die Noga-Schulden aus der Welt geräumt. Die Schweizer Firma Noga versuchte über Jahre, russisches Eigentum zu pfänden.

Fast zeitgleich mit dem Erfolg des deutschen Unternehmers Franz Sedelmayer, der in Köln einen Russland gehörigen Gebäudekomplex mit Beschlag belegen ließ, wurde das russische Finanzministerium offenbar einen weitaus größeren Posten strittiger Forderungen los: Der in Russland geschäftlich aktive US-Unternehmer Alexander Kogan kaufte der Noga zu einem nicht genannten Preis die gerichtlich anerkannten russischen Schulden in Höhe von etwa 70 Millionen Dollar ab.

Das Geschäft wurde jedoch weitgehend von der staatseigenen russischen Wneschtorgbank finanziert und mit dem russischen Finanzministerium koordiniert, erklärte Kogan dem „Kommersant“.

Der Genfer Unternehmer Nessim Gaon versuchte seit mehreren Jahren russisches Staatseigentum im Ausland beschlagnahmen zu lassen, um seinem Unternehmen Noga zustehende Schulden abzudecken. Nach Gaons Darstellungen handelte es sich mit Zinsen um 1,5 Milliarden Dollar, die aus einem in der ersten Hälfte der 90er Jahre abgeschlossenen und dann geplatzten Großgeschäft über Lebensmittellieferungen im Tausch gegen Öl stammten. Durch einen Spruch eines Stockholmer Schiedsgerichts wurden Gaon allerdings nur 63 Mio. Dollar zugesprochen.

Noga bedrohte russische Segelschiffe, Flugzeuge und Kunstwerke


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• Streit um gepfändete Antonow-Frachtjets (01.09.2004)
• Ermittlungen zum „Russischen Haus“ eingestellt (12.03.2004)
• Gewitterwolken über dem Russischen Haus (27.02.2004)
• Noga darf nicht mehr pfänden (10.12.2003)
Doch auch diese Summe konnte Noga nicht eintreiben, obwohl die Schweizer vor allem in Frankreich mehrfach spektakuläre Beschlagnahmeaktionen versuchten: So wurde in Brest vorübergehend das Segelschulschiff „Sedow“ an die Kette gelegt. Zuletzt belegte 2005 in der Schweiz ein Gericht vorübergehend 54 Bilder aus dem Puschkin-Museum mit Arrest.

Zu Zwangsversteigerungen des russischen Eigentums kam es zwar nie, doch ließ das Damokles-Schwert möglicher Konfiskationen russische Staatsunternehmen immer genau nachdenken, welche Exponate sie beispielsweise zu Messen in den Westen schicken können. Allerdings zeigte sich der russische Staat im Fall Noga wie im Falle Sedelmayer auch kategorisch nicht bereit, juristisch geklärte Forderungen zu erfüllen. Ein russisches Zahlungangebot an Noga sah lediglich ein Abstottern von 70 Prozent der Schulden in den Jahren 2010 bis 2030 vor – worauf der 80 Jahre alte Gaom erklärte, er wolle die Rückzahlung gerne noch selbst erleben. Abgesehen davon war er in der Zwischenzeit faktisch pleite gegangen.

Medien auf der Suche nach dem richtigen Kogan


Die ersten Informationen über den Weiterverkauf der Noga-Schulden sorgten am Dienstag für gehörige Verwirrung: Zunächst meldete eine französische Agentur, der Petersburger Ex-Bankier Wladimir Kogan (der reichste Mann der Stadt und mittlerweile auch Vize-Chef der staatlichen Baubehörde), habe Russland bei Noga ausgelöst. Wladimir Kogan dementierte dies heftig – und verwies auf den Moskauer Bankier Igor Kogan. Dieser wiederum erklärte, er hätte die Schulden zwar durchaus gerne gekauft, doch dies sei ihm nicht vegönnt gewesen. Schließlich identifizierte Nessim Gaon seinen Geschäftspartner als „Alex Kogan, ein russischer Geschäftsmann, der in den USA lebt“.

Der Aufkäufer handelt mit aufblasbaren Gebäuden


Dieser Kogan unterhält in den USA wie in Russland das Unternehmen ASATI, das Traglufthallen produziert und installiert. Wie der „Kommersant“ berichtet, erfreut sich die Idee der massenhaften Errichtung derartiger „Luftschlösser“ als Lager- oder Sporthallen der Lobby-Unterstützung durch Duma-Vorsitzenden Boris Gryslow und Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu.

2005 konnte ASATI allerdings nur drei derartiger Bauten errichten, zwei davon für Schoigus Behörde. Kogan erklärte, er rechne mit einer alsbaldigen Restrukturisierung der ehemaligen Noga-Schulden durch russische Banken und den Staat. Voraussichtlich kann sein gegenwärtig in Obninsk im Bau befindliches Werk zur Traglufthallen-Produktion als Resultat dieses Deals ebenfalls mit einigen Aufträgen rechnen. (ld/.rufo)


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