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Trotz Fukushima: Russlands Atomwirtschaft expandiert - gerade im Ausland.
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Donnerstag, 16.01.2014

Russlands Atomwirtschaft auf dem Vormarsch

Moskau. Strahlende Zukunft für Russlands Atomwirtschaft: Vom Atomunglück im japanischen Fukushima hat RosAtom sogar profitiert. Die Exporte boomen, auch dank der Kredite des Kremls. Nun wollen die Russen Ungarn erobern.

Russland und Ungarn haben eine Kooperation beim Bau zweier neuer Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Paks, 100 Kilometer südlich von Budapest an der Donau vereinbart. Das Memorandum wurde in Moskau bei einem Treffen von Ungarns Premier Viktor Orbán mit Russlands Präsident Wladimir Putin unterzeichnet.

Ungarn verdoppelt Atomstromproduktion


Die Reaktoren vom Typ WWER 1200 sollen 2023 ans Netz gehen und haben eine Leistung von je 1,2 Gigawatt. Damit verdoppelt Ungarn seine Atomkapazitäten. Die ungarische Regierung hofft damit, langfristig die Strompreise zu senken. Schon jetzt deckt das Land seinen Energiebedarf zu 40 Prozent aus Atomstrom.

Das AKW Paks wurde in den 80er Jahren mit sowjetischer Technologie gebaut. Der schon 2009 vom ungarischen Parlament beschlossene Ausbau sollte ursprünglich über eine Ausschreibung laufen. Doch das Angebot aus Russland war schlussendlich zu verlockend.

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• Moskau gibt 10 Mrd. USD Kredit für weißrussisches AKW (19.07.2012)
• Russland will Deutschland mit Atomstrom versorgen (29.03.2012)
• Teheran: Russland soll für Iran fünf weitere AKW bauen (08.11.2011)
• AKW in Bushehr dank Russen fertig, neue in Planung (13.09.2011)

Moskau finanziert den AKW-Bau


Um die Auftragsvergabe an den eigenen Staatskonzern RosAtom sicherzustellen, ist Moskau bereit, das Projekt zu 80 Prozent mit eigenen Langzeitkrediten zu finanzieren. Derzeit werden die Kosten auf zehn bis zwölf Milliarden Euro geschätzt. Das Kreditlimit liege bei zehn Milliarden Euro, „doch die Zahl wird niedriger“, versicherte der ehemalige russische Premier und jetzige RosAtom-Chef Sergej Kirijenko.

Der Vertrag soll innerhalb des nächsten Halbjahres unterzeichnet werden. Schon jetzt sind die Auftragsbücher von RosAtom voll. Laut Kirijenko hat der Staatskonzern bereits jetzt Verträge für den Bau von 20 Atommeilern im Ausland geschlossen. Über den Bau von weiteren 40 Reaktoren wird verhandelt. „Wir haben nach Fukushima den Auftragsbestand verdoppelt, obwohl der Markt insgesamt geschrumpft ist“, sagte Kirijenko.

Moskau forciert Export mit Geld


Die größten Kunden der russischen Atomwirtschaft sind China und Indien, aber auch im Iran hofft Russland nach der Fertigstellung des AKW Bushehr auf Nachfolgeaufträge. Moskau fördert die Expansion der Atomwirtschaft nachdrücklich. So befürwortete Putin unmittelbar nach der Katastrophe von Fukushima die Vergabe eines Milliardenkredits an Minsk, um damit in Weißrussland ein neues Atomkraftwerk – natürlich made in Russia – aufzubauen.

Das gleiche Schema kam nun auch in Ungarn zum Tragen: „Die Inbetriebnahme neuer Reaktoren erhöht die Energieunabhängigkeit Ungarns und trägt zur Verbesserung von Sicherheitsaspekten bei“, zeigte sich Putin nach der Unterzeichnung zufrieden.

Reviermarke in der EU


Ganz so unabhängig wird Ungarn nicht sein, vermutet der russische Ökologe Wladimir Sliwjak. „Das Land, welches das AKW baut, stellt meist auch den Brennstoff“, sagte er. Tatsächlich sind weltweit alle Reaktoren der sowjetisch-russischen WWER-Technologie (also in insgesamt 15 Ländern) auf angereichertes Uran der RosAtom-Tochter Twel angewiesen. Daher gebe es in den Ländern eine gewisse Energieabhängigkeit von Russland, erläutert Sliwjak.

Innerhalb der EU wäre es der erste Reaktor, den Russland bauen würde. Die Meiler, die es in Paks und anderen osteuropäischen Ländern gibt, stammen alle noch aus sowjetischer Zeit, das Projekt des AKW-Baus im bulgarischen Belene scheiterte im vergangenen Jahr. Umso wichtiger wäre es für Moskau, sich in Ungarn ein Standbein innerhalb der EU zu sichern.

Befürchtungen in Brüssel


In Brüssel wird der Vorstoß zwiespältig aufgenommen: Russland hat seinen Energiereichtum zuletzt verstärkt für politische Ziele eingesetzt. Die Gasstreitigkeiten mit den Nachbarländern Ukraine, Weißrussland und im Baltikum zeugen davon. Den Kurswechsel Kiews weg vom EU-Assoziationsabkommen verbinden viele politische Beobachter mit Moskaus Sanktionsdrohungen und dem Versprechen über Gaspreisrabatte.

Auch für die EU ist Russland der wichtigste Energielieferant. Allerdings mehren sich in Brüssel die Befürchtungen vor einer zu starken Abhängigkeit von Moskau.



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