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Der Rubel rollt nicht mehr in Russland - zumindest derzeit machen die russischen Oligarchen schlechte Geschäfte (Foto: Archiv/.rufo)
Der Rubel rollt nicht mehr in Russland - zumindest derzeit machen die russischen Oligarchen schlechte Geschäfte (Foto: Archiv/.rufo)
Freitag, 17.04.2009

Russlands Oligarchen um 380 Milliarden Dollar leichter

Moskau. Die Finanzkrise hat tiefe Löcher in die Brieftaschen der russischen Oligarchen gerissen. Der Verlust der Dollar-Milliardäre zwischen Kaliningrad und Wladiwostok beläuft sich auf 380 Milliarden USD.

Die Zahlen hat das russische Forbes-Journal errechnet. Wie zuvor auch das Wirtschaftsmagazin „Finans“ setzt Forbes Michail Prochorow auf Rang 1 der Oligarchenliste. Sein Vermögen wird allerdings „nur“ auf 9,5 Milliarden USD taxiert (laut „Finans“ waren es immerhin 14,1 Mrd. USD).

The winner is… Prochorow


Gewonnen hat Prochorow den Oligarchen-Wettstreit, weil er am wenigsten verloren hat. Noch zu Boomzeiten konnte er seinen Anteil am Buntmetall-Produzenten Norilsk Nickel an Oleg Deripaska verkaufen.

Deripaska gilt gleichzeitig auch als der Verlierer der Krise. Im Vorjahr noch auf Platz 1 ist er auf Rang 10 (Finans: Rang 8) abgerutscht. Sein Vermögen wird auf 3,5 Mrd. USD geschätzt. Im Vorjahr wurden ihm noch über 25 Mrd. USD angerechnet.

Top 10
Michail Prochorow 9,5 Mrd. USD
Roman Abramowitsch8,5 Mrd. USD
Wagit Alekperow 7,8 Mrd. USD
Michail Fridman 6,3 Mrd. USD
Wladimir Lisin 5,2 Mrd. USD
Alexander Abramow 4,4 Mrd.USD
Alexej Mordaschow 4,3 Mrd. USD
Genadi Fadejew 4,3 Mrd. USD
German Chan 4 Mrd. USD
Oleg Deripaska 3,5 Mrd. USD

Deripaska mit den schwersten Verlusten


Deripaskas Rohstoffkonzern RusAl ist schwer angeschlagen. Der Milliardär hat inzwischen sowohl bei RusAl, als auch bei seinem Investmentimperium BasEl die Zügel wieder selbst in die Hand genommen, um die Verhandlungen über die Schuldenrestrukturisierung persönlich zu führen. Das alles verdeutlicht die tiefen finanziellen Schwierigkeiten der ehemaligen Nummer 1.

Aber verschont hat die Krise keinen der Oligarchen. Unter den 100 reichsten Russen gebe es niemanden, dessen Vermögen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei, betont Forbes. Erstmals sind auch wieder Nichtmilliardäre auf der Liste der „100 Reichsten“ vertreten.

Bei Russland-Aktuell
• Moskauer Milliardärsrating: Playboy die Nummer Eins (18.02.2009)
• Deripaska übernimmt wieder das Ruder bei RusAl (19.01.2009)
• Krisenwitz: Prognosen schwer, besonders für die Zukunft (16.12.2008)
• Abramowitsch wird Parlamentschef auf Tschukotka (22.10.2008)
• Oleg Deripaska: Ein Oligarch auf Pump? (06.10.2008)

Zahl der Dollarmilliardäre auf ein Drittel gefallen


2008 noch gab es laut Forbes Russia 110 Dollarmilliardäre in Russland. Damit war Russland international gesehen die Nummer 2 auf dem Gebiet; lediglich in den USA gab es mehr Superreiche. In diesem Jahr hat sich die Zahl der russischen Milliardäre hingegen auf weniger als ein Drittel reduziert - genau 32 sind übrig geblieben.

Unter denen, die heraus gefallen sind, sind u.a. fünf Baulöwen und ebenso viele Stahlbarone, vier Milliardäre aus dem Maschinenbau (wobei hier der Automobilsektor mit eingerechnet ist) und auch zwei Gas-Bonzen. Dies verdeutlicht auch, welche Bereiche besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen sind.

Keine Frau mehr unter Russlands Milliardären


Unter den Verlierern ist auch die Ehefrau von Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow, Jelena Baturina. Die Besitzerin des Baukonzerns Inteko musste ihren Platz auf der Milliardärsliste räumen.

Von den 4,2 Mrd. USD aus dem Vorjahr sind laut Forbes gerade noch 900 Mio. USD übrig geblieben. Baturina bleibt aber die reichste Frau Russland – und die einzige, die überhaupt zu den 100 reichsten Russen zählt.



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