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Tu-134 der Pulkovo in Pulkovo (foto: ld/.rufo)
Tu-134 der Pulkovo in Pulkovo (foto: ld/.rufo)
Dienstag, 09.12.2003

Airlines Pulkovo und Rossija fusionieren

St. Petersburg. Russlands einzige voll staatseigene Fluggesellschaften Pulkovo und Rossija sollen zusammengeschlossen werden. Ein entsprechender Fusionsplan wurde von der Regierung beschlossen und Wladimir Putin zur Unterschrift vorgelegt. Der Präsident muss aber vorher noch eine Frage regeln: Schluckt im Endergebnis die Petersburger Pulkovo die Moskauer Rossija oder umgekehrt?

Im Prinzip ist die Fusion logisch: Beide Fluggesellschaften sind in Staatsbesitz und bislang nicht in Aktiengesellschaften umgewandelt. Fremde Minderheitenbeteiligungen gibt es also nicht. Das Sagen haben aber hier wie dort unterschiedliche staatliche Strukturen: Das Eigentum an Pulkovo, wozu sowohl die Fluggesellschaft wie auch der gleichnamige St. Petersburger Flughafen gehören, wird vom Ministerium für Staatsbesitz verwaltet. Rossija hingegen steht unter dem Scheffel der Präsidentenverwaltung, denn vornehmste Aufgabe dieses Unternehmens ist der Lufttransport des Präsidenten und der Regierungsmitglieder. Daneben unternimmt Rossija Linien- und Charterflüge. 2002 transportierte Rossija etwa 400.000 zahlende Passagiere. Pulkovo als drittgrößte Fluggesellschaft Russlands kam auf 2,07 Millionen Fluggäste.

In der zuletzt ausgearbeiteten Version des Fusionsplans soll nur der kommerzielle Teil von Rossija in die neue Staats-Airline eingehen. Der „Aviaotrjad Nr.1“, der exklusiv den Präsidenten und den Premierminister befördert, sowie die dafür bereit stehenden etwa zehn VIP-Maschinen bleiben in Kreml-Hand. Sie sollen weiter aus dem Staatshaushalt finanziert werden.

Rossija würde dennoch über 30 Flugzeuge und Hubschrauber sowie seine Basis am Moskauer Flughafen Wnukowo in die Ehe einbringen, Pulkovo verfügt gegenwärtig über 42 Maschinen. Hier wie dort ist der Maschinenpark ausschließlich russischer Herkunft. Mit über 70 Flugzeugen wäre die neue Airline nach Aeroflot mit 98 Maschinen zweitgrößte in Russland. Bei den Passagierkilometern würde sie aber immer noch hinter dem gegenwärtigen Zweiten, „Sibir“ aus Nowosibirsk (mit 45 Flugzeugen), rangieren.

Ziel des Projektes ist die „Minimalisierung der Ausgaben“, so ein Kreml-Sprecher. Während Pulkovo 2002 vor Steuern einen Gewinn von 42,9 Millionen Dollar verbuchte, bleiben Rossijas Wirtschaftsdaten unter Verschluss. Laut der Zeitung „Kommersant“ leidet Rossija darunter, dass zahlreiche staatliche Stellen die Kosten für vom Kreml genehmigte Flüge ihrer leitenden Kader anschließend nicht erstatten.

Obwohl im Fusionsplan die neue Gesellschaft unter dem Arbeitsnamen „Sojus“ (Union) firmiert, ist noch nicht klar, ob es zu einer Umbenennung kommt. Das Staatsbesitz-Ministerium plädiert für einen faktischen Anschluss von Rossija an Pulkovo, auch um die besser eingeführte Marke und erteilte Lizenzen zu erhalten. Der Kreml möchte hingegen die Kontrolle nicht ganz verlieren und vor allem die Chefetage der Airline in Moskau ansiedeln. Die beiden Gesellschaften befürworten den Zusammenschluss prinzipiell, schweigen aber zu dem Machtkampf hinter den Kulissen. Denn Putins Rolle beim Anschub der Fusion ist auch die eines Schiedsrichters, der zu entscheiden hat, wer letztlich wen schluckt.
(ld/.rufo)

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