Der junge Kirill Troussov gilt als Ausnahmetalent unter den Violinisten. Für den besonderen Ton ist auch sein legendäres Instrument mitverantwortlich. (Foto: troussov.com)
Dienstag, 13.09.2011
Violinist Kirill Troussov und seine legendäre Geige
Nürnberg. Kirill Troussov – der Ausnahme-Geiger und sein Ausnahme-Instrument. Der besondere musikalische Leckerbissen zu Gast bei einem Benefizkonzert der Nürnberger Symphoniker zum Auftakt der herbstlichen Konzertsaison.
Es fällt schwer zu entscheiden, über wessen Vita man zuerst berichten soll: die des Musikers oder doch besser von dessen Handwerkszeug. Etwas Besonderes sind beide mittlerweile im Pantheon der Musikweihen, auch wenn sie ein Altersunterschied von immerhin 280 Jahren trennt.
Eine legendäre Weltklasse an der Violine,…
Die eine Ausnahmeerscheinung, also der Künstler, wurde 1982 in St. Petersburg geboren. Als äußerst begabtes Kind nahm man ihn bereits im Alter von fünf Jahren in die Talentschmiede des Rimski-Korsakow-Konservatoriums auf, und ein Jahr später tritt Troussov bereits das erste Mal öffentlich auf.
Wie alle anderen Kinder spielte auch der kleine Kirill. Nur, er spielte nicht Fußball, sondern Geige. Schon mit sieben Jahren hatte er seinen ersten großen Auftritt als Solist mit dem Russischen National-Orchester in Moskau. 1990 fiedelte er bereits in Wien und Freiburg.
Die „Süddeutsche Zeitung“ bescheinigte dem heute knapp 30-Jährigen die Auszeichnung: „Eines der stärksten Violintalente seiner Generation!“ Überzogen ist das nicht. Schon im Jahre 1997 spielt er nicht nur die Erste Geige, nein er spielte die Stradivari “Le Renyier“ aus dem Jahr 1727.
…eine Geigenbauer-Legende...
Die andere Ausnahmeerscheinung ist zweifelsohne sein Instrument, inzwischen hat er ja das Modell gewechselt. „Die“ Stradivari, wer hätte nicht von ihr gehört. Dazu sei gesagt, eine Stradivari kauft man sich nicht einfach so, nein: Sie wird verliehen.
Der Norditalienische Geigenbaumeister Antonio Stradivari baute nicht nur seit 1667 Musikinstrumente, sondern er formte aus dem Holz für seiner Geigen Schätze. Besondere Schätze – Instrumente, die heute noch weltweit im Einsatz sind und eben „den besonderen Ton“ geben.
2006 bekam dann Troussov so etwas Besonderes in die Hand. Denn wer als er hätte besser damit umgehen können? Seine derzeitige Violine birgt eine besondere Geschichte. Sie heißt im Versicherungsdeutsch schlicht „Stradivari 1702 Brodsky“. Und dennoch hütet sie einen gewissen Schatz.
Wann und wo
16.09.2011, 19.30 Uhr – Nürnberg, Musiksaal der Nürnberger Symphoniker, Kongresshalle
…und das legendäre Instrument dazu.
Auf jener, ja ebendieser „Brodsky“ wurde 1878 in Wien die Uraufführung von Tschaikowskis Violinkonzert gespielt. Ihr Name stammt von ihrem früheren Besitzer Adolf Brodsky, und an diesem Instrument dürften sich bisher auch nur sehr wenige Laien versucht haben.
Kirill Troussov jedenfalls zeigte sich ihrer würdig und zaubert seither auf diesem Instrument seine Soli, wie sie nur aus der Hand eines Meisters gelingen mögen. Aber auch dafür ist die „Brodsky“ größtenteils verantwortlich. Ihr Klang wird in Fachkreisen als der Ton, der „tänzelt wie ein Kerzenlicht“ umschrieben.
Zudem bewegt sich der Ton einer Stradivari in einem Frequenzbereich, in dem das menschliche Gehör am empfindlichsten ist. Somit sind auch die leisesten Noten in großen Konzerthallen im gesamten Raum deutlich hörbar.
Über den Erlös dieser Benefizveranstaltung, bei der natürlich auch Tschaikowski zu hören sein wird, dürfen sich das Seniorenmagazin „sechs+sechzig“ und die Nürnberger „Lebenshilfe“ freuen. Und außerdem, wann hört man schon einmal eine echte Stradivari…
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