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Krieg ohne zu schießen: Russische und ukranische Soldaten stehen sich an einem Kasernentor gegenüber (Foto: obozrevatel.ua)
Krieg ohne zu schießen: Russische und ukranische Soldaten stehen sich an einem Kasernentor gegenüber (Foto: obozrevatel.ua)
Montag, 03.03.2014

Krimkrise – Blockkonfrontation ist brandgefährlich

Von Sönke Paulsen, Berlin. Russland hat sich lange herausgehalten aus dem Machtkampf in der Ukraine - anders als der Westen. Putins Soft-Militärintervention auf der Krim wird nun als Anlass gesehen, Russland zu brandmarken.

Die Situation in der Ukraine ist unübersichtlich, noch schlimmer, sie ist interpretierbar. Verstanden hatte die westliche Öffentlichkeit und wohl auch große Teile der Ukrainer selbst, dass der Euromaidan eine Art Putsch war. Den Sieg hatten letztlich die Straßenkämpfer, die durchaus bezahlt und teilweise gut ausgebildet sogar der berüchtigten Berkut, der Eliteeinheit Janukowitschs, die Stirn boten.

In diese Stirn wurde dann auch geschossen, Scharfschützen wurden auf Befehl des Innenministeriums in Stellung gebracht. An die hundert Menschen ließen in den Straßen von Kiew ihr Leben.

Wie kam es zur Eskalation in Kiew?


Die Frage ist, wer die Lage eskaliert hat. Der Marsch der Millionen blieb schon im letzten Herbst ein Marsch der Hunderttausende, die Bevölkerung war nicht breit mobilisiert, wie beispielsweise in Leipzig und anderen ostdeutschen Städten kurz vor dem Fall der Mauer. Der Protest war gleichwohl legitim. Viktor Janukowitschwar dabei das Land zu einer Diktatur mit mafiösen Strukturen umzubauen. Kein Zweifel.

Als die Hunderttausende zum Jahreswechsel ausblieben, kamen die Dreißigtausend der Swoboda. Sie brachten Helme, Molotows, Stahlschilde und die Entschlossenheit mit, Janukowitsch zu stürzen. Sie stürzten ihn. Viele ließen ihr Leben.

Durchaus denkbar, dass der Präsident Weisung gab, gezielt Kämpfer zu erschießen, um der Bewegung den Mut zu nehmen. Die Menge niedergemäht, wie damals die Führung in Peking am Platz des himmlischen Friedens, hat er nicht. Dann wären ihm wahrscheinlich sogar die Berkut-Leute weggelaufen, bei einem solchen Befehl.

Ausschlag gab dann aber das Parlament. Die eigenen Leute wechselten die Fraktion, das Parlament verabschiedete den Präsidenten auf den Druck der Straße hin. Man sah keine Perspektive mehr mit Janukowitsch.

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• Die EU-Schocktherapie treibt die Ukraine in die Katastrophe (03.02.2014)

EU und USA heizten den Maidan an, trotz Rechtsdralls


Ohne die massive Unterstützung der USA und der EU, gerade Deutschlands, hätte dieser Staatsstreich von der Straße allerdings weniger Erfolg gehabt. Erinnern wir uns, wer sich alles auf dem Maidan neben Klitschko tummelte, von Westerwelle bis Göring-Eckardt war die deutsche Politprominenz mit den Demonstranten. Als die Hitlergrüße häufiger wurden, etwa zum Jahreswechsel, verpasste die deutsche Politik den Zeitpunkt, sich zu distanzieren.

Man übersah es einfach, die Lage war zu diesem Zeitpunkt ohnehin zu gefährlich, als dass sich unsere Politprominenz dann noch auf den Maidan gewagt hätte.

Die internationale Krise, die nun folgt und vielleicht zum Zerfall des Landes führt, ist auch durch deutsche Politiker und die massive Parteinahme der USA verursacht worden. Wenn die Ukraine zerrissen wird, werden Merkel und Westerwelle Fragen beantworten müssen. Der amerikanische Außenminister Kerry nicht so sehr, denn sein Kurs hat ein klares Ziel, das jeder kennt. Die Nato an die Ostgrenze der Ukraine zu bringen und damit Russland aus Europa abzudrängen.

Europa darf sich von den USA nicht spalten lassen


Aber ist Kerrys Politik unsere Politik? Wollen wir ein neues und verschärftes Blockdenken?

Niemand, außer der Regierung in Washington, kann in Interesse daran haben. Niemand in Europa. Der kalte Krieg ist seit fünfundzwanzig Jahren vorbei, eine Wiederbelebung der Blockkonfrontation wäre ein Anachronismus, der uns erheblichen politischen und wirtschaftlichen Schaden zufügt. Die Unvernunft Vieler in den Medien und der Politik spitzt die Lage aber weiterhin zu.

Dabei potenziert sich der Sog in die Katastrophe in der Ukraine von Tag zu Tag. Ein Fehler jagt den anderen. Erst das Verbot der russischen Sprache als Amtssprache durch die Übergangsregierung. Dann die absurde Vertreibung des Regierungschefs der Krim, als Ausdruck eines Machtkampfes, der sicher mit dem Maidan weniger zu tun hat, als man denkt. Dann die Gegenprovokation der Krim, das geplante Referendum zur Abspaltung von der Ukraine.

Damit wuchs die Gefahr einer militärischen oder paramilitärischen Intervention der Ukraine in der autonomen Region, die übrigens eine Verletzung der territorialen Integrität der Krim darstellen würde. Ein Fakt, welches in den westlichen Medien bisher nicht erkannt und reflektiert wurde.

Putin hat das Recht, seine Krim-Flotte zu schützen


Erst an dieser Stelle tritt Russland auf den Plan. Putin hatte weder bei Janukowitsch noch bei dem gesamten Geschehen, das auf seinen Sturz folgte, noch die Fäden in der Hand. Putin war Zuschauer, Akteure waren eher im Westen und der EU und bei den fanatischen Amerikanern zu finden, denen die EU noch zu zahm war. "Fuck the EU" war die Antwort auf diese relative europäische Zurückhaltung. Jetzt heißt es "Fuck Putin", weil er spät in dem Geschehen seine Zurückhaltung aufgibt.

Putin aber hat seine Flotte auf der Krim stationiert und vor allem die muss er sichern. Auch wenn seine Äußerungen, er müsse russische Staatsbürger auf der Krim schützen hohl und wenig glaubwürdig klingen, wird wohl jeder klar erkennen, dass Putin seinen wichtigsten Flottenstützpunkt überhaupt nicht aufgeben wird. Wer auf diesen neuralgischen Punkt drückt und dabei erklärt, Russland möge doch gefälligst stillhalten, ist selbst der Kriegstreiber!

Die Krim-Russen haben den Bogen überspannt


Wer hauptsächlich am Benzinfass zündelt, sind aber leider die Bürger der Krim selbst, zuvorderst die russischstämmige Mehrheit dort. Die sind schließlich nicht von der CIA gekauft oder unterwandert. Sie begehen einfach eine riesige Dummheit als Folge der Dummheit der Übergangsregierung in Kiew. Oder sie pokern ziemlich hoch.

Wie auch immer. An der Krimkrise tragen weder Amerikaner noch Europäer direkte Schuld, verhalten sich jetzt aber so, als hätte Putin die Krise heraufbeschworen, was genauso falsch ist. Diese Dummheit kann man eigentlich nicht mehr verzeihen, weil die fortgesetzten aggressiven Warnungen aus Washington Richtung Kreml die Situation ihrerseits anheizen.

Natürlich hat Putin das Recht, seine gepachteten Militärstützpunkte zu schützen, wenn in der Ukraine ein Putsch stattgefunden hat und die Lage vorsichtig gesagt unübersichtlich ist. Diplomatische Zurückhaltung aus Washington wäre also ebenso angezeigt, wie sie jetzt dankenswerterweise auch in Berlin geübt wird, in Brüssel ebenfalls.

Natürlich muss die territoriale Integrität der Ukraine gewahrt bleiben, aber auch die der Krim, die einen autonomen Sonderstatus hat. Vermutlich verhindert Putin durch die 2000 eingeflogenen Soldaten sogar einen Gegenputsch gegen den Hauptputsch in Kiew und beugt damit sogar einer Abspaltung der Krim von der Ukraine vor. Vielleicht will er das gar nicht, aber es ist das wahrscheinlichste Resultat seiner Sicherungsmaßnahme gegen paramilitärische oder militärische Übergriffe aus der Ukraine.

Sanktionen gegen Russland? Das bewahre Steinmeier


Vollkommen schräg ist dabei die Reaktion der USA und einiger europäischer Regierungen, den G8-Gipfel aufs Eis zu legen und Sanktionen anzudrohen. Vollkommen schräg, weil es an der tatsächlichen Situation vorbeiläuft und den russischen Präsidenten für sein bisher besonnenes Handeln sogar noch bestraft.

Der einzige der das erkannt zu haben scheint und halblaut in der Öffentlichkeit äußert, ist Frank Walter Steinmeier. Der deutsche Außenminister hat offensichtlich etwas mehr Verstand als Guido Westerwelle und rät von lautem Sanktionsgetöse deutlich ab. Natürlich sagt auch er, dass die territorialen Integritäten zu achten sind, aber er sagt auch, dass es wirklich an der Zeit ist, mit Putin in einem kontinuierlichen Dialog zu bleiben, den man nicht nach Belieben einfach aussetzen kann, wenn es mal gerade ganz gut passt, aus Russland wieder einen kalten Krieger zu machen.

Steinmeier hat es verstanden und kann sich hoffentlich durchsetzen. Wenn sich diese Vernunft aber nicht durchsetzt, stehen wir am Vorabend eines europäischen Krieges. Die Ukraine ist nicht Georgien und die Krim nicht Ossetien.

Wenn es dort Krieg gibt, mischen alle mit.

Wir hatten schon einen Super-Gau in der Ukraine, dessen radioaktive Schwaden über halb Europa zogen, es war das Kernkraftwerk in Tschernobyl, das explodiert war. Das reicht eigentlich. Einen Atomkrieg, ausgelöst durch die Ukraine, brauchen wir nun wirklich nicht!



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Johann Jäckel 15.03.2014 - 11:49

Demokratie ist: wenn das Volk kurzfristig bestimmt

und genau das gefällt keinem Großkapitalspieler in den USA+EU. Die USA beabsichtigen nur ein Ziel mit Europa: die EU in den TTIP zwingen. Damit das auch gelingt müssen andere Märkte der EU entzogen werden. So ein Markt ist die Ukraine und Russland. Die USA müssen dabei nicht selbst die größten Anstrengungen unternehmen, denn es gibt genug Politiker ohne klaren Durchblick in der EU und da ist vorweg die Deutsche Regierung zu nennen mit den stärksten Handelsbeziehungen mit Russland und der Ukraine. Einen Ukrainischen Gegenspieler mit Kapital im Rücken hat man in Wien aus dem Verkehr gezogen und diesen begehrt jetzt die US-Administration. Es geht dabei um Gas+Öl-Geschäfte und Blockade der Vermögen, oder einfach gesagt: einen getarnten Diebstahl der US-Kapitalisten.


malika 10.03.2014 - 14:12

meiner Meinung nach, Russland wurde provoziert. Und Provokanten (USA, EU)wussten genau was passiert und was zu erwarten. Ich glaube nicht, dass USA und EU dachten, dass Putin einfach so Krim und alle russische Waffen darin ihnen mit ganzer Ukraina schenkt. Die Gruende von USA ist klar (NATO, Rahe fuer Syrien, Neid auf Sochi und oekonomische Defolt im Land), aber was EU dadurch gewinnen moechte, ist mir noch nicht klar. Die Ukraia ist kein Griechenland, man kann einfach mit Geldschenken die Situation nicht loesen, weil in dem westlichen Teil, den die USA und EU bekommen wird(Ukraina wird in West und Ost Teil geteilt),gibt keine Herstellungsuntertehmen. Und USA und EU ernaehren ganzes Leben die (west)Ukraina, und wenn nicht mehr die (west)Ukraina kehrt zurueck nach Russland. Die USA und EU Massenmedien sind voll von Politik korrupiert und Europaier sind voellig disinformiert. Meine Gute denken Sie, dass die (west)Ukraina moechte Democratie oder EU? nein die moechte einfach leichtes Geldchen.


Royaler 08.03.2014 - 13:06

Immer mehr Russen verlassen Russland und leben lieber beim "Erzfeind"

Kommt doch mal rüber und schaut euch gerade mal da um, wo speziell die Oberlakaien Putins und ihre Mädels sich rumtreiben. Da muss man selber schauen, um das zu wissen, ganz abgesehen von den EU und Dollar Milliarden, die dieses Clübchen denn lieber gen Westen oder dann doch direkt in die Karibik Offshore schafft.
Der Trend nach Westen gehört doch zum \"guten Stil\" aller höteren Russen. Also nicht nur, dass alle Russen Westwaren lieben und man muss nicht Tagesthemen allein schauen, um die Luxusrussen mit ihren kleine Einkaufsstippvisiten auf die Platte zu kriegen, da machen die paar Russlandexilanten aus politischen Mittelschichtserwägungen den Braten nicht mal fett, obwohl sie sehr wohl das Salz in der Suppe sind. Also stark gebärdet, aber abgrundtief verlogen wie einst im Kaiserreich: NAch außen protzig hui, darunter aber himmelschreiend Pfui. Soweit eine kleine Gesellschaftsanalyse. Man widerspreche mir gerne! Vielleicht bin ich ja nur westlich verblendet und sollte mehr den ersten russischen Kanal schauen.


Royaler 08.03.2014 - 12:56

Mal ne Frage zum Abseits Gespräch

Gehe ich richtig in der Annahme, dass einer der beiden Hauptdebattanten ist dieser deutsch-russischen Diskussionsnische auf russland.ru eigentlich die Situaion in Russland, wie sie sich entwickelt und am besten noch in Richtung Diktatur unter Putin verstärkt, für günstig hält, günstig für die Art und Weise von ...und die Geschäfte selbst, die deutsche Firmen in Russland tätigen, gestützt durch viele putinffeundliche Berater, Schroeder z.B. ja bei Gazprom?
Alles unter dem Deckmantel: Wahres Verständnis für die russische Seite, für das Primelchen Putin, der ja nach außen gar kein Primelchen ist, sondern in bester Manier ein Hau drauf mit Köpfchen dank FSB als Hintergrundmachern. Das Verständnis für die Machtpolitiker Russlands, also nicht für die Bevölkerung, Kreml Astrologie u.s.w. Petersburger Dialog mit Herrn R., des Sonderexperten Putins für die Federale Deutsche Republik.


Paulsen-Consult 07.03.2014 - 21:07

Mein lieber Stoll,

von wem reden Sie eigentlich, und mit wem reden Sie?
Schön finde ich die Anekdote mit dem Mann aus Donetsk, der antwortet: Fahr doch mal hin, dann weißt Du es.
Aber wo soll denn der Angesprochene hinfahren und mit welchem Geld? Nach Griechenland doch wohl nicht, nach Italien vielleicht. Von der deutschen Botschaft kriegt er voraussichtlich kein Visum und England?
Ja, in London leben Russen und Ukrainer, die es sich leisten können. Nicht mal ich könnte in London meine Familie einigermaßen erträglich durchbringen, da braucht man viel Geld! Nach Deutschland kommt er gar nicht rein, aber selbst wenn er rein kommt, weil er einen deutschen Großvater hat oder jemand für ihn bürgt, dann dürfte er, wenn er der Mehrheit angehört für 3 Euro die Stunde putzen gehen oder wenn er die Sprache besser kann für 5 Euro bei Mc Donalds oder in der Altenpflege arbeiten, sich mit einer bescheidenen kleinen Wohnung zufrieden geben und nicht einmal wählen gehen, übrigens nicht einmal seinen Job könnte er frei wählen. Natürlich kann er bei uns einfach nur Schaufenster bummeln oder im KaDeWe Luxuswaren bewundern, was er aber in Dontesk inzwischen auch kann. Er kann sich die Sachen nur nicht kaufen. In Sachen sozialer Ungleichheit und Spaltung sind wir zwar noch nicht ganz so schlimm wie die Ukraine, aber die Idee, dass bei einer EU-Assoziierung baldiger Wohlstand für alle in der Ukraine winkt, werden doch auch sie nicht glauben, oder? Wenn doch, dann mache ich Ihnen einen Vorschlag:
Fahrn Sie doch mal hin.


Stoll 07.03.2014 - 20:06

Nennen Sie mir einen Grund, warum wir eigentlich die Europäische Union brauchen!\", forderte vor einigen Tagen im ukrainischen Donezk eine wütende pro-russische Demonstrantin einen britischen Reporter heraus. Ein junger Mann hörte das und entgegnete lakonisch: \"Fahre doch einmal hin. Dann weißt du es.\"


Stoll 07.03.2014 - 13:18

Dann können wir ja mal auf eine eventuelle Volksabstimmung der Tschetschenen gespannt sein, die seit Jahrzehnten für eine Unabhängigkeit von Russland kämpfen. Gib Dir einen Ruck Putin. Wo Du doch einmal bei Referenden bist, ob man lieber ein Bestandteil Russlands oder nicht sein will. Ach ja, einige Völker im Kaukasus wollen genau wie die Krimrussen dann eventuell bestimmt auch ein paar Referenden für eine Unabhängigkeit und Austritt durchführen. Ein Referendum jagt das nächste. In 40 Jahren ist Russland so groß wie Lichtenstein. Die Geschichte schreibt dann, dass das alles mal mit einem völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begann. Dem Anfang vom Ende Putins, der Russlands Größe verspielte.


Stoll 07.03.2014 - 13:12

Immer mehr Russen verlassen Russland und leben lieber beim Erzfeind

@Paulsen-Consult 06.03.2014 - 14:58

Hier ist die wirkliche Frage. Wollen sie in einer westlichen Gesellschaft leben, in der sie einigermasen frei über ihre Zukunft entscheiden, eine gute Mittelschicht hat und sie sich nach oben arbeiten können. Sich einen Standart leisten können und eine gewisse Stabilität haben. Oder lieber in einer russischen oder sogar chineschischen Gesellschft? Sie müssen sich nur mal die Lebens und Arbeitsbedingungen anschauen. Und noch was, wieso kommen und wollen so viele Menschen vom Osten und von armen Länder in die USA und Europa? In London leben mittlerweile zehntausende und in den USA hunderttausende gut ausgebildeter Russen. Weil hier noch eine gewisse Freiheit besteht. Kein Wunder ist die EU Osterweiterung so gefragt. Sie bringt Stabilität und Freiheit. Stellen sie sich mal vor wenn all diese Leute nach Deutschland kommen, denn wäre es ganz schön eng. Darum die Ost-EU Staaten aufbauen und unterstützen,dass die Leute in Ihren Ländern bleiben und sich eine eigene Zukunft bilden können.


Paulsen-Consult 06.03.2014 - 14:58

Da werden die westlichen Medien,

die natürlich nicht gleichgeschaltet sind, aber von ihren Chefredakteuren gut gebrieft wurden, dass im Zweifelsfall Putin der Feind zu sein hat, wohl wenig ausrichten.
Das Blatt, dass Putin derzeit in der Hand hat, ist so gnadenlos gut, dass sich die Gegenseite freuen kann, wenn es für die Ukraine nur beim Verlust der Krim bleibt. Teile des Donbas stehen auch schon in der Warteschleife.
Wie auch immer sind die Russen jetzt der einzige äußere Druck, der diese Übergangsregierung zusammenhält. Die Berater haben jeden Grund in Kiew jetzt schnellstmögliche Neuwahlen anzustreben, damit die dann folgende Regierung wieder einigermaßen Legitimität besitzt. Außer Buh-Rufen hört man derzeit aber aus Kiew relativ wenig.


Stoll 05.03.2014 - 18:20

In der DDR waren die Staatsmedien dem westlichen Trommelfeuer aus Radio und Fernsehen auf Dauer eindeutig unterlegen. Wenn es das in der Ukraine auch gegeben hätte, dann wäre Janukowitsch schon lange Geschichte. Doch die Staatmedien waren auf der Linie Janukowitschs und wurde auch brutal durchgesetzt. Wenn in Russland die Medien sich von Putin frei machen und ihre Aufgabe als 4.Macht im Staat wahrnehmen würden, würde sich vieles zum Besseren ändern. Denn die Korrupten und andere zum Nachteil der Menschen und des russischen Staates handelnde Personen fürchten die Öffentlichkeit, die freie und nicht gegängelte Medien anprangern könnten. Doch Putins Herrschaft ist der beste Deckmantel und gleichzeitiger Schutz vor Strafverfolgung.


KolomnaPiter 05.03.2014 - 17:59

Ukraine

Ich stimme dem Autor vollends bei!


smaenner 03.03.2014 - 18:51

Problem Entstaatlichung

Wir sollten aufhören, die Analogien der Vergangenheit zu bemühen, auch sind Unterstellungen zu einer neuen Ostgrenze/Erweiterung der EU bis zur Grenze der Ukraine reine Spekulation. Die EU hat mit Sicherheit kein Interesse an einer Erweiterung mit der Ukraine und der direkten Grenze zu Rußland. Viel problematischer sind die sich abzeichnenden Tendenzen zu einer symbolischen Politik, die mit permanenten Ausnahmezustand und Scheinregierungen operiert. Man solle nicht vergessen, dass eine solche Politik nur weiteren Extremismus fördert und nicht zu kalkulieren ist (s. Syrien, Libyen aber auch im Kaukasus). Also was spricht gegen einen Verhandlungstisch zwischen Ost und West (auch die Ukraine und Polen müssen beteiligt sein)? Niemand kann der russischen Seite das Recht absprechen, auf der Krim seine eigene Schwarzmeerflotte zu stationieren, auf der anderen Seite muss von Rußland auch das Recht der Westukraine anerkennt werden, neue politische Verhältnisse zu schaffen. Schließlich sind leere Mägen und Zukunftsängste in der Regel Auslöser für Veränderungen. Ob, das wäre fatal, nach einer kriegerischen \"Lösung\" oder eben jetzt am grünen Tisch, verhandeln werden die Parteien eh müssen. Im Ergebnis wäre die Verhandlungsmasse eine förderale Republik bzw. föderale Struktur und nicht die Spaltung des Landes, was auch nicht im Sinne Rußlands sein kann.


Jonas R 03.03.2014 - 14:06

Auch wenn ich nicht alle Positionen
uneingeschraenkt ist dies der mit Abstand sachlichste deutschsprachige Artikel zur Krise in der Ukraine, den ich in letzter Zeit gelesen habe.

Nachdem es in letzter Zeit bei Euch leider etwas ruhig wurde, jetzt (endlich wieder) ein richtig guter Artikel.


artist 03.03.2014 - 11:32

ich bin es leid, seit meiner Kindheit dem amerikanisch-europäischen Russlandfeldzug ausgesetzt zu sein, wieso sollen immer die Russen die Bösen sein?
Man muss schon böser Absicht oder ziemlich blöde sein um so mit dem
Feuer zu spielen.


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