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| Pyroshows gehören in den Moskauer Nachtclubs dazu ebenso wie die Gogo-Tänzer (Foto: Jahn/.rufo). | |
Dienstag, 27.03.2007
Stripclub-Brand: Spiel mit dem Feuer, jeden Abend
Christian Jahn, Moskau. Zehn Menschen kamen bei dem Brand im Stripclub 911 zu Tode. Die Tragödie kann sich jederzeit wiederholen. Strengere Kontrollen tun dringend Not. Dann sind auch weiterhin Pyro-Shows möglich.
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Sechs Männer und vier Frauen starben in der Nacht auf Sonntag in dem bekannten Moskauer Stripclub „911“. Die Tragödie nahm ihren Lauf, als sich ein Barmann bei einer Show-Einlage selbst in Brand steckte. Innerhalb weniger Minuten brannte der gesamte, hundert Quadratmeter große Klub. Rund 150 Gäste gelang die Flucht durch den einzigen, engen und gewundenen Ausgang ins Freie.
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Gogo-Tanz in den Flammen
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Dass gerade eine Striptease-Bar abgebrannt ist, wird womöglich so manchen Moralisten zu einer hämischen Bemerkung verleiten. Dabei kann sich eine ähnliche Tragödie jederzeit in jedem beliebigen Nachtclub und in jeder beliebigen Diskothek wiederholen. Denn pyrotechnische Einlagen, wie die „brennende Theke“, gehören in Moskau zum wirklich heißen Diskoabend einfach dazu:
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Dabei gießt ein Barmann großzügig Spiritus über den gesamten Bar-Tresen, entzündet den hochbrennbaren Streifen und schon züngeln die Flammen aufregend in die Höhe. Manchmal geschieht das, während gleichzeitig eine halbnackte Schönheit auf dem Tresen tanzt – so gesehen im mittlerweile aus anderen Gründen geschlossenen Nachtklub „Skaska“. Leichtsinnig ist das und doch ein Hingucker.
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Im Nachtleben, wo Coolness ein Muss ist, ist für Vorsicht und Sicherheit eben kaum Platz. Schlecht vorstellbar, dass der DJ die Musik unterbricht und die Gäste auffordert, einen Schritt von der Theke zurückzutreten. Dass anschließend der Barmann den halbnackten Tänzerinnen vom Tresen hilft, seine feuerfeste Jacke anzieht und ans Werk geht. Die Nummer wäre einfach nicht mehr heiß.
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Reiches Flammenfutter
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Doch selbst dann, wenn die Moskauer Klubbesitzer auf die feurigen Einlagen verzichteten, wäre das noch keine Sicherheitsgarantie: Viele Moskauer Klubs dürften modernen Brandschutz-Standards nicht entsprechen. Das gilt für Einrichtungen aller Kategorien – sowohl für Studentenklubs, wie das „Ogi“ auf der Potapowski-Gasse, das etwas schickere „Louvre“ ebendort oder auch für den Stripklub „Safari Lodge“ auf der Pokrowka-Straße. Sie alle sind im Keller gelegen und verfügen lediglich über einen engen Ein- und Ausgang!
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In vielen Klubs ist das Interieur zudem mit leicht entflammbaren Materialien dekoriert. Das mussten auch die Ermittler bei der Begehung des abgebrannten Stripclubs „911“ mit Entsetzen feststellen. Plüsch, Holz und Teppiche en masse. Reiche Nahrung für die Flammen.
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Erotik ja, aber nur geschützt!
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Man kann nur hoffen, dass die zuständigen Behörden nach dem tödlichen Unglück im Stripclub „911“ ihren Ansagen Taten folgen lassen. Dass sie tatsächlich schärfere Kontrollen in den Klubs durchführen und dann den einen oder anderen vorübergehend schließen, bis die Brandschutz-Anforderungen erfüllt werden.
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Mit klaren Regeln und Sicherheitsvorkehrungen sollten dann die Pyroshows auch in Zukunft möglich sein.
(cj/.rufo/Moskau)
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