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Erster Höhepunkt der russischen Malerei: Fresken und Ikonen von Andrej Rubljow (Foto: Tretjakow-Galerie)
Erster Höhepunkt der russischen Malerei: Fresken und Ikonen von Andrej Rubljow (Foto: Tretjakow-Galerie)
Dienstag, 28.12.2010

Maler Rubljow: Schau der Reste seines großen Erbes

Moskau. Ikonen des mittelalterlichen Malers Andrej Rubljow gelten bis heute als Ausgangspunkt der russischen Ikonenkunst. Zum vermutlich 650. Geburtsjahr des Meisters zeigt die Tretjakow-Galerie eine Sammlung seiner Werke.


Das runde Datum, an dem die Ausstellung „aufgehängt“ wird, gilt nur bedingt. Denn so viel Bedeutung für die ganze russische Malerei der Figur von Andrej Rubljow zugeschrieben wird, so wenig enthalten die Chroniken über sein Leben.

Man kennt weder das Geburtsjahr noch die Herkunft oder das Todesjahr des Autors der berühmtesten Dreifaltigkeitsikone. Bekannt ist nur, dass diese mit Rubljows anderen Ikonen und Fresken zwischen 1400 und 1420 entstanden ist.

Die Tretjakow-Galerie richtet sich lediglich nach sowjetischen Historikern aus, welche sich 1960 auf Rubljows 600. Jubiläum einigten: Damals drohte ein Abriss mehrerer von ihm ausgemalter altrussischer Kirchen, und das erklärte Jubiläum wurde zu einem guten Vorwand, die UNESCO auf diese Pläne aufmerksam zu machen und den Abriss zu verhindern.

Der Ganze Rubljow" unter einem Galeriedach


Die Ausstellung nimmt anderthalb kleine Säle ein. So bescheiden ist auch der Umfang des erhalten gebliebenen Erbes des wichtigsten russischen Ikonenmalers: einige Fresken oder gar Freskenfragmente und – in etwas besserem Erhaltungszustand - seine Ikonen.

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Dabei ist hier „der ganze Rubljow“ unter einem Galeriedach versammelt: neben der Tretjakow-Galerie selbst stellten das Historische Museum und das Russische Museum ihre Bestände zur Verfügung. Auch die Museen des Moskauer Kremls sowie der Städte Wladimir, Sergijew Possad und Swenigorod, in welchen Rubljow die Hauptkathedralen ausgemalt hatte, leisteten Beiträge.

Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden jedenfalls drei Werke aus der Blütezeit des Schaffens von Rubljow: die Dreifaltigkeitsikone und die Heiligenbilder „Christus Pantokrator“ und „Apostel Paulus“, welche üblicherweise ebenfalls in der Tretjakow-Galerie zu sehen sind.

Falsche Aufbewahrung oder kunstschädigende Nutzung


Wie auch vor 50 Jahren ist auch jetzt das angebliche Jubiläum des Ikonenmalers ein guter Anlass, die Öffentlichkeit auf die Erhaltung der altrussischen Kunst aufmerksam zu machen.

Der Heiland aus Rubljows Hand (Foto: Tretjakow-Galerie)
Der Heiland aus Rubljows Hand (Foto: Tretjakow-Galerie)
Viele Werke Rubljows und seiner Nachfolger haben bis heute gar nicht oder nur in einem schlechten Zustand überlebt. Dazu hat nicht nur die Zeit selbst beigetragen, sondern manchmal auch verunglückte Restaurierungen oder falsche Aufbewahrung in Museen und Kirchen.

Eine heftige Diskussion löste dabei das neulich verabschiedete Gesetz über Restitution des nach der Revolution verstaatlichten kirchlichen Eigentums aus. Dem Gesetz zufolge sollten die meisten Klöster aus der Kompetenz der Museen der Russischen Orthodoxen Kirche übergeben werden.

Selbst die „Dreifaltigkeit“ steht in diesem Zusammenhang im Zentrum eines Streites um den Wunsch der Kirche, die Ikone an den wichtigsten kirchlichen Festtagen aus der Tretjakow-Galerie ins Kloster von Sergijew Possad holen zu dürfen, für welches sie einst auch geschaffen worden war.

Die Museengemeinschaft tritt vehement dagegen auf, aus ihrer Sicht könne die Kirche die Unversehrtheit des knapp 600 Jahre alten Werks nicht gewährleisten.

Dieselbe Befürchtung gilt auch für viele Wandmalereien: Sie könnten die Atmosphäre in regulär benutzten Kirchen mit ihren brennenden Kerzen nicht lange überstehen. Schon heute seien dadurch nach Meinung der Museenvertreter die Fresken Andrej Rubljows in der Uspenski-Kathedrale in Wladimir gefährdet.

Über den endgültigen Nutzer des altrussischen Erbes wird es wohl noch lange diskutiert. Inzwischen kann man wenigstens Rubljow, dessen Werk ansonsten auf mehrere Städte des alten Moskauer Fürstentums verstreut ist, auf einmal im Lawruschinski Pereulok sehen.

Schon deshalb ist die Ausstellung einen Besuch wert, auch wenn es mit dem Datum, welchem sie gewidmet ist, nicht unbedingt stimmt. Die Ausstellung läuft bis Ende Februar.



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