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| Klawdia Schulschenko wurde mit dem Lied vom Blauen Tüchlein ein Sowjetstar | |
Freitag, 24.03.2006
Wie einst Klawdia Schulschenko
Moskau. Heute vor 100 Jahren wurde die russische Lili Marleen, Klawdia Iwanowna Schulschenko, in Charkow geboren. Ihr Lied „Blaues Tüchlein“ wurde zum Symbol des Sowjetwiderstandes im Zweiten Weltkrieg.
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Die Parallelen zur Sängerin Wilkie, der Hauptheldin aus Rainer Werner Fassbinders Film „Lili Marleen“, sind geradezu frappierend. „Ein kleines, hellblaues Tüchlein fiel schmale Schultern hinab“, sang die junge Darstellerin aus einem Leningrader Tingeltangel.
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Die Vorkriegsschnulze bekam nach Hitlers Überfall auf die UdSSR am 22. Juni 1941 einen neuen Text: „Pünktlich um vier in der Frühe haben sie Kiew bombardiert“. Der Refrain blieb. Ab 1942 gab es das „Blaue Tüchlein“ auf Schallplatte. Die zusammengebrochene Schallplattenproduktion war zur Hebung des Kampfgeistes der Roten Armee wieder aufgebaut worden.
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Ihr Ruhm schützte sie vor dem GULag
Als gemeiner Soldat tingelte die Sängerin an der Front von Stellung zu Stellung und wurde so populär wie keine andere. Später wurden angeblich Gewehrkolben mit den eingeritzten Worten „Für Stalin, für das Blaue Tüchlein“ gefunden. So entstand eine neue Legende.
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Nach dem Krieg geriet sie anders als die Fassbinder-Heldin nicht in Vergessenheit. Mit dem berühmten Jazzmusiker Leonid Utjossow (richtiger Name: Lejser Weissbeen) eng befreundet stieg sie zum Star erster Größe auf. Schulschenko leistete sich mitunter Dinge, die sich im Zeitalter politischen Terrors sonst niemand hätte leisten können, und überlebte.
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Schulschenko lehnte Einladung Stalins ab
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Einmal wies sie einen Lenin-Orden zurück, weil sie ihn nicht im Kreml, sondern „nur“ im Moskauer Bürgermeisteramt in Empfang nehmen sollte. Am 31. Dezember 1945 rief der Sohn des Diktators, Wassili Stalin, sie an, um sie zu einer Neujahrsparty im Kreml einzuladen. Es sei zu kurz, erwiderte Schulschenko. Sie habe bereits anderweitig zugesagt.
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Später brüskierte sie Chruschtschows Kulturministerin Jekaterina Furzewa, als diese vor einem Konzert Programmänderungen verlangte. „Sie waren Weberin, sind Kulturminsterin und können nicht wissen, was aus Ihnen morgen wird“, antwortete die Künstlerin. Sie selbst sei eine beim Volk beliebte Sängerin und werde es immer bleiben. Sie blieb es nach Furzewas Sturz wirklich noch jahrelang. Die russische Lili Marleen starb im ersten Perestroika-Jahr 1984.
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(adu/.rufo)
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