Geschichte Russland: Erste freie Demo auf dem Roten Platz
St. Petersburg. Der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ wurde in Russland erstmals 1891 begangen. Zu Sowjetzeiten war er ein Tag für Massenkundgebungen der Werktätigen, die in langen Kolonnen mit Transparenten und unter Hurrarufen an den Parteibossen vorbeidefilierten. 1990 brachte die politische Opposition neues Leben in den alten Feiertag.
Am 1. Mai 1990 zog im Anschluss an die offizielle Kundgebung eine von der Opposition organisierte Demo über den Roten Platz. Ihre Losungen schmeichelten der Staatsführung wenig, waren sie doch gegen den Kommunismus, den Sowjetstaat und gegen Parteichef Michail Gorbatschow persönlich gerichtet.
Gorbatschow und andere führende Politiker verließen aus Protest die Tribüne auf dem Lenin-Mausoleum. Die Fernsehübertragung wurde abgebrochen und die traditionelle Militärparade abgesagt. So etwas hatte es im Sowjetstaat noch nie gegeben. Zwei Jahre verlor der „Internationale Kampftag der Werktätigen“ endgültig seine Bedeutung, indem er in „Tag des Frühlings und der Arbeit“ umbenannt wurde.
Über die Perspektiven deutsch-russischer Zusammenarbeit diskutierten am 11.3. in Moskau Ex-Kanzler Gerhard Schröder und der Vizevorsitzende der Deutsch-Russischen Aussenhandelskammer, Alexej Mordaschow und einige hundert Unternehmer, moderiert vom Vorsitzenden des deutsch-russischen Forums, Ernst-Jörg von Studnitz. (Topfoto: Mrozek/.rufo)