Alu Alchanow hat als Präsident in Tschetschenien mehrere Anschläge überlebt. (Foto: Ballin/.rufo)
Aktualisiert 02.02.2010 10:55
Alu Dadaschewitsch Alchanow
Ex-Präsident Tschetscheniens. Vize-Justizminister
Zitat: „Wenn ich mein Leben schätzen würde, wäre ich nicht nach Tschetschenien zurückgekommen.“
Geboren: 20.01.1957 im Gebiet Taldy-Kurganski (Kasachstan).
Laufbahn: Nach Armeedienst fing er bei der Polizei an, diente sich zum General empor. Im ersten Tschetschenienkrieg auf Seiten der Russen, beim Sturm Grosnys durch die Separatisten verteidigte er acht Stunden lang den Bahnhof, wurde dabei schwer verwundet. Innenminister Tschetscheniens unter Achmed Kadyrow. Nach dessen Ermordung wird er Präsident Tschetscheniens. 2007 abgelöst und zum stellvertretenden Justizminister Russlands ernannt. Mitglied der Kommission gegen Geschichtsfälschung.
Skandale: Wurde im August 2004 mit angeblich 73,5 Prozent zum Präsidenten Tschetscheniens gewählt. Bürgerrechtsorganisationen beklagten allerdings zahlreiche Verstöße bei der Durchführung der Wahlen.
Familie: Verheiratet. Drei Kinder.
Hobbys: Schreibt eine Doktorarbeit zum Thema: „Verdeckte Ermittlung unter den Bedingungen der Konflikte im Nordkaukasus“. Ist Fan des Fußballklubs Terek Grosny.
Alchanow als Redner (Foto: newsru)
Laufbahn:
2009: Alchanow wird Mitglied der vom Kreml gegründeten "Kommission gegen grobe Geschichtsfälschung zum Schaden Russlands".
15.02.2007 - Rücktritt als Präsident Tschetscheniens. Berufung zum stellvertretenden russischen Justizminister.
5.10.2004 – Amtseinführung als Präsident Tschetscheniens.
29.08.2004 – Bei den Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien bekommt Alchanow 73,48% der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbetetiligung liegt offiziell bei 85%.
2003 – 2004 – Innenminister von Tschetschenien.
2000-2003 – Direktor der Transportpolizei in Grosny.
1997 – 2000 – Polizeidirektor der Eisenbahnstation Schachtnaja im Gebiet Rostow.
1992-1997 – Arbeit in der Innenverwaltung der Transportbehörde für den Nordkaukasus. Erst Stellvertreter, dann Leiter der Abteilung.
1996 verteidigte er acht Stunden lang den Bahnhof von Grosny, als die Separatisten die tschetschenische Hauptstadt erstürmten. Alchanow wurde dabei schwer verletzt. Kämpfte im ersten Tschetschenienkrieg gegen Dudajew. Wurde mit dem Tapferkeitsorden ausgezeichnet. Nach der Machtergreifung Maschadows verließ er Tschetschenien.
1992 – schloss die Höhere Rostower Polizeischule mit Auszeichnung ab.
1983 – Abschluss einer Spezialschule für Beamte des mittleren Dienstes bei der Transportpolizei in Mogiljow.
Seit 1979 bei der Miliz, erst als Fahrer, dann als Ermittler bei der Kriminalfahndung.
Alchanow wurde in Kasachstan geboren, schloss aber in der tschetschenischen Stadt Urus-Martan die Schule ab. Dort war die Mehrzahl der Lehrer Russen, weshalb Alchanow akzentfrei russisch spricht.
Freunde und Team:
Putin empfing Alchanow zusammen mit Kadyrow jr. nach den Wahlen (Foto: Iswestija)
Alchanow selbst galt als Teamspieler von Präsident Wladimir Putin und dem in Tschetschenien sehr einflussreichen Premier Ramsan Kadyrow. Der intrigierte schließlich gegen Alchanow, um selbst die Macht ergreifen zu können.
Wurde im August 2004 mit angeblich 73,5 Prozent zum Präsidenten Tschetscheniens gewählt. Bürgerrechtsorganisationen beklagten allerdings zahlreiche Verstöße bei der Durchführung der Wahlen.
Familie und Eltern:
Verheiratet. Drei Kinder. Der Vater Alchanows starb kurz vor den Präsidentschaftswahlen.
Hobbys und Charakter:
Alchanow ist eher zurückhaltend (Foto: vesti.ru)
In der Übersetzung bedeutet der Name „Alu“ Leidenschaft. Doch Menschen, die ihn kennen, verweisen darauf, dass er ganz im Gegenteil sehr zurückhaltend und diszipliniert sei. Er gilt eigentlich eher als Befehlsempfänger, äußerte nie politische Ambitionen. Seine Biographie weist keine dunklen Flecken auf. Alles ist auf den ersten Blick ersichtlich.
Zitate:
«Ich habe keinen Grund, mit den Wahlen unzufrieden zu sein. Ich habe gewonnen.»
„Ich versuche, mich nicht all zu sehr vom Volk abzugrenzen.“
«Als gläubiger Mensch bete ich ständig dafür, dass das Blutvergießen in meinem Land aufhört.»
"Für Tschetschenien gibt es keinen anderen Weg als Bestandteil im Vielvölkerstaat Russland zu bleiben. Ich will Präsident werden, um Frieden auf tschetschenischem Boden zu schaffen und die frühere Kraft Tschetscheniens wieder auferstehen zu lassen."
«Das Volk darf nicht in Berg- und Ebenenbewohner unterteilen. Clans sind nicht der Weg zum blühenden und stabilen Tschetschenien. Wir müssen uns vereinigen.»
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)