Igor Iwanow hat nach seiner politischen Karriere einen Posten bei Lukoil gefunden (Foto: Archiv/.rufo)
Aktualisiert 18.10.2010 13:49
Igor Sergejewitsch Iwanow
Ex-Außenminister. Privatdozent und Vorstandsmitglied beim Ölkonzern Lukoil
Zitat: „Selbst im Schlaf denke ich darüber nach, was im Ministerium noch zu tun ist.“.
Geboren: am 23. September 1945 in Moskau.
Laufbahn: Abschluss des pädagogischen Instituts für Fremdsprachen. Verschiedene Funktionen im Außenministerium der UdSSR. Botschafter in Spanien. Stellvertretender Außenminister. Außenminister. Sekretär im nationalen Sicherheitsrat bis zum 18. Juli 2007. Ehrenprofessor an der Moskauer Linguistischen Universität. Vorstandsmitglied beim Ölkonzern Lukoil.
Feinde: Eduard Schewardnadse (Ex-Präsident Georgiens). Osama bin Laden
Skandale: Nachdem der tschetschenische Ex-Präsident Selimchan Jandarbijew in die Luft gesprengt und zwei Russen verhaftet werden, plaudert Iwanow versehentlich aus, dass sie zum Geheimdienst gehören.
Familie: Verheiratet. Eine Tochter.
Hobbys: Stierkampf (als Zuschauer).
(Foto: AP)
Laufbahn:
Seit 2009: im Board of Directors (einem dem Vorstand ähnlichen Gremium) beim Ölkonzern Lukoil. Neben ihm fand auch Ex-Wirtschaftsminister German Gref dort einen Posten.
18. Juli 2007: Entlassung als Sekretär des nationalen Sicherheitsrates - ersetzt durch seinen Stellvertreter Walentin Soboljew. Nach seiner Entlassung verkündet Iwanow den Rückzug aus der aktiven Politik. Er wolle sich künftig der pädagogischen Arbeit widmen, teilt er mit.
März 2004: Entlassung als Außenminister und Berufung zum Sekretär des nationalen Sicherheitsrates.
Januar 1995 – September 1998: Staatssekretär und Stellvertretender Außenminister.
Januar 1994 – Januar 1995: Stellvertretender Außenminister Russlands.
1991 - 1994: Botschafter in Spanien erst für die Sowjetunion, dann für Russland.
1989: Ernennung zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der UdSSR.
1989 - 1991: Leiter des Allgemeinen Sekretariats im Außenministeriums der UdSSR.
1987 - 1989: 1.Stellvertretender Leiter des Allgemeinen Sekretariats im Außenministeriums der UdSSR.
1986 – 1987: Stellvertretender Leiter des Allgemeinen Sekretariats im Außenministeriums der UdSSR.
1983 – 1986: Verschiedene Tätigkeiten im Außenministeriums, u.a. Referent des Außenministers.
1977 – 1983: 1. Sekretär, Botschaftsrat, Gesandter an der Botschaft in Spanien.
1973 – 1977: Oberingenieur einer sowjetischen Handelsvertretung in Spanien.
1969 – 1973: wissenschaftlicher Assistent am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.
1969: Abschluss des pädagogischen Staatsinstituts für Fremdsprachen „Maurice Thorez“ in Moskau.
Freunde und Team:
Leonid Dratschewski (Generalgouverneur von Sibirien) Nikolai Patruschew (FSB-Chef).
Feinde:
Eduard Schewardnadse (Präsident Georgiens). Iwanow beschuldigt ihn, die Terroristen in Tschetschenien zu unterstützen. Im Herbst 2002 bombardiert die russische Armee nach georgischen Angaben das Pankissi-Tal in Georgien, da sie dort tschetschenische Kämpfer vermutet.
Osama bin Laden. Bereits vor dem 11. September 2001 warnt Iwanow vor dem internationalen Terrorismus, den er auch immer im Zusammenhang mit der Tschetschenienfrage betrachtet. Igor Iwanow schließt schon 2000 auch eine Bombardierung des Taliban-Regimes in Afghanistan nicht aus, wo sich zu jener Zeit wahrscheinlich Osama bin Laden aufhält
Skandale:
Nachdem der tschetschenische Ex-Präsident Selimchan Jandarbijew in die Luft gesprengt und zwei Russen verhaftet werden, plaudert Iwanow versehentlich aus, dass sie zum Geheimdienst gehören. Iwanow wird kurz darauf als Außenminister entlassen und auf den Abschiebeposten des Nationalen Sicherheitssekretärs befördert.
Familie und Eltern:
Seit 1973 verheiratet mit Jewgenia Kosyrewa, der Tochter des damaligen Vize-Außenministers. Eine Tochter. Iwanows Mutter wohnt in der georgischen Stadt Achmeta, im Pankisi-Tal.
Hobbys, Charakter:
Hat eine Vorliebe für Stierkampf (Corrida), kommentiert sogar einmal live einen Stierkampf im Radio. Interessiert sich für Goya. Spricht fließend Spanisch und Englisch.
„Selbst im Schlaf denke ich darüber nach, was im Ministerium noch zu tun ist.“.
„Russland tritt fest dafür ein, dass die Völker Jugoslawiens die völlige Freiheit haben sollen, ihren Willen zu äußern ohne irgendwelchen Druck von innen oder von außen.“.
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)