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Michail Kassjanow war bis 2004 Premierminister in Russland. Anschließend ging er in die Opposition (Foto: Djatschkow/.rufo)
Michail Kassjanow war bis 2004 Premierminister in Russland. Anschließend ging er in die Opposition (Foto: Djatschkow/.rufo)
Aktualisiert 24.07.2008 16:06

Michail Michailowitsch Kassjanow

Russischer Ex-Premierminister. Oppositionspolitiker

Zitat: “Der Schutz des Staates kann und ist nicht unsere Priorität. Unsere Priorität ist der Schutz des Privatvermögens.”
Geboren: 8. Dezember 1957 in der Stadt Solnzewo, Gebiet Moskau.
Laufbahn: Abschluss des Moskauer Instituts für Straßenverkehr. Arbeit bei der sowjetischen Staatsplan-Behörde Gosplan, erst als Ingenieur, dann als leitender Ökonom und schließlich Abteilungsleiter. Weitere Karriere im Handelsministerium der RSFSR. Finanzminister. Russischer Premierminister. Kurz vor den Präsidentenwahlen am 24.2.2004 geschasst. 2008 kurz vor den Präsidentschaftswahlen als Kandidat aus dem Rennen genommen.
Freunde: Gilt als Mann von Beresowski und Abramowitsch. Ist aber nicht fest an sie gebunden. Schien zwischenzeitlich zu den Vertrauten Putins zu gehören, bis er 2004 gefeuert wurde.
Feinde: Leute, die nicht aus dem Jelzin-Clan kommen.
Skandale: Kassjanow liefert Mitte der 90er Jahre angeblich vertrauliche Informationen darüber, welche Schulden die russische Regierung in nächster Zeit begleicht, wofür er zwei Prozent der Vertragssumme als Provision erhalten haben soll. Daher sein Spitzname “Mischa zwei Prozent”.
Familie: Verheiratet mit Frau Irina. Tochter Natascha ist Studentin.
Hobbies: Wie Präsident Putin fährt auch Kassjanow gerne Ski.


Michail Kassjanow (Foto: Djatschkow/.rufo)
Michail Kassjanow (Foto: Djatschkow/.rufo)
Laufbahn:

Januar 2008: Zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl kommt das Aus für den Kandidaten Kassjanow. Die Wahlkommission lehnt seine Bewerbung wegen gefälschter Unterschriften ab. Kassjanow hatte als unabhängiger Kandidat zwei Millionen Unterstützerunterschriften vorlegen müssen. Umfragen zufolge hatte Kassjanow allerdings nur etwa 1 Prozent der Wähler hinter sich.

Dezember 2007: Nach internen Querelen im Oppositionsbündnis "Anderes Russland" - dieses hatte Garri Kasparow nominiert - stellt sich Kassjanow selbst als Kandidaten bei den Präsidentschafstwahlen auf.

März 2007: Kassjanow muss seine Datscha an den Staat zurückgeben. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, sich die Immobilie während seiner Amtszeit als Premier widerrechtlich angeeignet zu haben. Kassjanow nennt die Entscheidung des Gerichts politisch motiviert, da die Ermittlungen seinen Angaben zufolge begonnen haben, nachdem er in Opposition zum Kreml trat.

24.2.2004: Kassjanow wird als Ministerpräsident entlassen.

Seit Mai 2000: Russischer Premierminister, übernimmt die Nachfolge von Wladimir Putin.

Seit Mai 1999: Finanzminister.

1999: Erster Stellvertretender Finanzminister.

1995 – 1999: Stellvertretender Finanzminister, Aufgabenbereich: Auslandsverschuldung und Beziehungen zu internationalen Finanzorganisationen.

1991 – 1995: Arbeit im Wirtschaftsministerium, Leiter der Abteilung für Auslandskredite und Auslandsverschuldung.

1990: Leiter der Abteilung für Außenwirtschaftsbeziehungen beim Staatskomitee für Wirtschaft der RSFSR.

1981 – 1990: Arbeit bei der sowjetischen Staatsplan-Organisation Gosplan als Ingenieur, leitender Ökonom, Abteilungsleiter.Abschluss des Moskauer Instituts für Straßenverkehr und Absolvent der Wirtschaftskurse bei Gosplan. Nach dem Wehrdienst Arbeit im Projekt- und Forschungsinstitut für Transportwesen bei der sowjetischen Baubehörde Gosstroj.


Freunde, Team:


Gilt als Mann von Beresowski und Abramowitsch. Ist aber nicht fest an diese gebunden.

Schien zwischenzeitlich zu den Vertrauten Putins zu gehören. Putin über Kasjanow: “Kasjanow arbeitet sehr gut, ich habe sogar vergessen ihn zu fragen, wo er geboren wurde.” (Anspielung auf Kassjanows Geburtsort Solnzewo, der Heimat des berüchtigten Solnzewo-Mafiaclans). Divergenzen mit Putin im Herbst 2003 nach der Verhaftung des Ölmilliardärs Michail Chodorkowski. Anschließend verliert Kassjanow bei einer Kabinettsumbildung seinen Posten als Premier.

Mit den Oppositionspolitikern Garri Kasparow, Boris Nemzow und Viktor Geraschtschenko verbinden ihn vor der Wahl 20008 kurzfristig gemeinsame Interessen.


Feinde:


alle, die nicht dem Jelzin-Clan angehören.

Pressekonferenz als Premier (Foto: Djatschkow/.rufo)
Pressekonferenz als Premier (Foto: Djatschkow/.rufo)
Skandale:


Trägt seit 1995 den Spitznamen “Mischa zwei Prozent”. Während seiner Arbeit mit russischen staatlichen Schuldpapieren kaufen einige Strukturen (unter anderem Mittelmänner des Kreml-nahen Wirtschaftsmagnaten Alexander Mamut) allgemein als wertlos betrachtete Schuldpapiere auf, die die russische Regierung anschließend unerwartet doch auszahlt. Vertrauliche Informationen darüber, welche Schulden in der nächsten Zeit beglichen werden, stammen angeblich von Kassjanow, wofür er zwei Prozent der Vertragssumme als Provision erhalten haben soll.



Das offiziell deklarierte Vermögen Kassjanows beträgt zum 1. Januar 2000 14.100 US Dollar und 120 000 Rubel (etwa 4000 US Dollar).



Familie und Eltern:


Verheiratet mit Frau Irina. Tochter Natascha ist Studentin. Jüngstes von vier Kindern in der Familie. Die Mutter arbeitet als Leiterin der Planungsabteilung bei der Bauorganisation Glawmosstroj. Der Vater ist zunächst Mathematiklehrer, später Schuldirektor.


Hobbies, Charakter:



Wie Präsident Putin fährt auch Kassjanow gerne Ski. Perfekte Englischkenntnisse, hat den Ruf eines erfolgreichen Verhandlungsführers. Verbirgt meisterhaft seine Gefühle. Trinkt gern Kaffee, ist aber der Meinung, dass zuviel davon gesundheitsschädlich ist. Raucher. Surft gerne im Internet, aber macht das lieber zu Hause als bei der Arbeit.


Zitate:


“Wir haben vorübergehende Schwierigkeiten, die in der Zukunft noch zu größeren Schwierigkeiten führen werden.”

“Wir sind dazu bereit, unseren guten Ruf teilweise zu opfern”

“Die neue Regierung wird aus den Anhängern des Präsidenten bestehen, damit es keine Abweichungen von der Regierungslinie mehr gibt.”

“Der Schutz des Staates kann und ist nicht unsere Priorität. Unsere Priorität ist der Schutz des Privatvermögens.”

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