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Michail Guzerijew ist einer der Skandal umwittertsten Milliardäre Russlands (Foto: TV)
Michail Guzerijew ist einer der Skandal umwittertsten Milliardäre Russlands (Foto: TV)

Michail Safarbekowitsch Guzerijew

Milliardär, Besitzer der Ölgesellschaft Russneft

Zitat: „Das Recht auf Eigentum sollte so heilig sein wie die Verfassung, die Bibel und der Koran.“

Geboren: am 9. März 1958 in Zelinograd (Kasachstan).

Laufbahn: Abschluss am Technologieinstitut für Leichtindustrie in Dschambul. Arbeit in einer Fabrik für Kunsthandwerk. In Grosny steigt er vom Fabrikarbeiter zum Generaldirektor der Fabrik auf. Mitbegründer einer sowjetisch-italienischen Möbelfabrik und einer Bank. Chef der Wirtschaftssonderzone „Inguschetien“. Duma-Abgeordneter für die LDPR, Vizechef der Duma. Präsident der staatlichen Ölgesellschaft Slawneft, nach seiner Entlassung gründet er den Ölkonzern Russneft. Nach Steuerbetrugsvorwürfen verliert er 2007 die Kontrolle über den Konzern und setzt sich nach London ab, gewinnt den Konzern aber 2010 wieder zurück.

Freunde: Junus-Bek Jewkurow. Wladimir Jewtuschenkow. German Gref

Feinde: Igor Setschin. Murat Sjasikow.

Skandale: 2007 flieht Guzerijew aus Russland, nachdem die Staatsanwaltschaft ihm Steuerbetrug und Geldwäsche vorwirft. Seinen Konzern Russneft stößt er für 3 Mrd. USD an Oleg Deripaska ab. Drei Jahre später werden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt und die Vorwürfe aufgehoben. Guzerijew kehrt aus London nach Russland zurück.

Familie: Verheiratet, zwei Söhne, eine Tochter.

Hobbys: Zehnkampf.


Laufbahn:



Juni 2011: Guzerijew und sein Neffe Michail Schischchanow kaufen das Moskauer Einkaufszentrum „Kaluschski“. Die Kaufsumme soll zwischen 100 – 160 Mio. Euro liegen. Der Kauf ist damit einer der größten Immobiliendeals der letzten Jahre.

März 2011: Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen Russlands belegt Guzerijew mit 2,5 Mrd. USD Rang 38, der Guzerijew-Clan gilt sogar als der zweitreichste in Russland, lediglich die Ananjew-Brüder sind noch reicher.

2010: Im Januar verkauft Deripaska Russneft an Guzerijew zurück, im April tritt dieser 49 Prozent der Aktien an Jewtuschenkow ab und im Juni wird Guzerijew zum Präsidenten von Russneft gewählt.

Herbst 2009: Die internationalen Haftbefehle gegen Guzerijew werden aufgehoben, die Ermittlungen werden eingestellt. Bis April 2010 werden dann Schritt für Schritt alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgezogen. Guzerijew kann nach Russland zurückkehren.

April 2008: Die russische Staatsanwaltschaft erklärt die Ermittlungen gegen Guzerijew für beendet. Dem Geschäftsmann wird u.a. illegale Geschäftstätigkeit und Geldwäsche vorgeworfen. Die russischen Behörden fordern die Auslieferung Guzerijews von Großbritannien.

Februar 2008: Guzerijews Global Investment Energy kauft die Rechte an der Erschließung von vier großen Ölfeldern in Aserbaidschan.

August 2007: Ein Moskauer Gericht erlässt Haftbefehl gegen den flüchtigen Guzerijew. Dieser hat kurz zuvor Russland verlassen. Seinen Ölkonzern Russneft verkauft er an Oleg Deripaska – doch diesem gelingt es nicht, die Kontrolle darüber zu etablieren, da Moskauer Gerichte das Geschäft stoppen.

Mai 2007: Das Ermittlungskomitee des Innenministeriums erhebt schwere Vorwürfe gegen Guzerijew. Er soll sich u.a. wegen illegaler Geschäftstätigkeit verantworten. Auf Kaution kommt er frei, darf aber das Land nicht verlassen.

2005: Guzerijew kauft 50 Prozent am Kohleförderer „Russki Ugol“.

September 2004: Guzerijew gehört dem Verhandlungsstab an, der während des Geiseldramas von Beslan im Auftrag der Regierung über die Freilassung der Kinder verhandelt.

Juni – Dezember 2003: Präsident von Assoneft, einer Vereinigung kleinerer und mittlerer Ölfördergesellschaften in Russland.

September 2002: Guzerijew gründet den Ölkonzern Russneft, der unter seiner Führung in die Top-10 der größten russischen Ölkonzerne aufsteigt.

Januar 2000 – Mai 2002: Präsident der staatlichen Ölgesellschaft Slawneft. Seine vorzeitige Abberufung soll Medienangaben nach damit zusammenhängen, dass er versucht hat, Einnahmen des Konzerns an seine Partner im Kaukasus zu verteilen.

1995 - 1999: Abgeordneter der Duma für die LDPR, wird dabei Vizesprecher des Parlaments. Obwohl 1999 wiedergewählt tritt er sein Mandat nicht mehr an, weil er da schon einen Posten als Chef der Ölgesellschaft Slawneft innehat.

1994 - 1995: Leiter der Sonderwirtschaftszone „Inguschetien“.

1992: Gründung der BIN-Bank, deren Präsident er seit 1993 auch ist. Nach dem Wechsel in den Staatsdienst übernimmt Guzerijews Bruder Sait die Führung der Bank.

1988: Gründung einer sowjetisch-italienischen Möbelfabrik im Kaukasus.

1982 – 1988: Arbeit in einem Betrieb in Grosny, Aufstieg vom Ingenieur zum Fabrikdirektor.

1976 – 1982: Abendstudium am Technologieinstitut für Leichtindustrie in Dschambul (Kasachstan), nebenbei Mitarbeiter in einer Fabrik für Kunsthandwerk.

1975: Nach dem Schulabschluss arbeitet Guzerijew zunächst als Lastenträger.

1961: Als Guzerijew drei Jahre alt ist, zieht seine Familie von Kasachstan nach Tschetschenien um.

Freunde:



Junus-Bek Jewkurow soll sich bei Präsident Dmitri Medwedew für die mögliche Rückkehr Guzerijews eingesetzt haben. Er selbst bedankte sich dafür auch bei Jewtuschenkow und German Gref. Seine engsten Freunde stammen freilich aus dem eigenen Familien-Clan.

Feinde:



Murat Sjasikow wurde Präsident der Republik Inguschetien, obwohl Chamsat Guzerijew, der ältere Bruder von Michail Guzerijew, als Innenminister selbst Ambitionen auf das Amt hatte.

Igor Setschin soll Medienberichten zufolge die Kampagne gegen Guzerijew geleitet haben, angeblich auch deswegen, weil dieser sich vor dem Yukos-Bankrott noch mit einigen Aktiva des einst größten Ölkonzerns Russlands eindeckte. Guzerijew selbst bestreitet freilich alle Feindseligkeiten.

Skandale:



2007 flieht Guzerijew aus Russland, nachdem die Staatsanwaltschaft ihm Steuerbetrug und Geldwäsche vorwirft. Seinen Konzern Russneft stößt er für 3 Mrd. USD an Oleg Deripaska ab. Drei Jahre später werden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt und die Vorwürfe aufgehoben. Guzerijew kehrt aus London nach Russland zurück.

Bei Slawneft wird Guzerijew wegen Korruption gefeuert. Er soll versucht haben, Slawneft-Gelder an seine Partner im Kaukasus zu verteilen. Ein Verfahren wird freilich nicht eingeleitet.

Eltern und Familie:



Guzerijews Eltern stammen aus dem Kaukasus, wurden aber unter Stalin zwangsweise nach Kasachstan ausgesiedelt. Erst 1961 konnte die Familie, wie viele andere auch, nach Tschetschenien zurückkehren.

Die Guzerijews sind heute einer der einflussreichsten und reichsten Clans in Russland. Sein älterer Bruder Chamsat war von 2004 – 2006 Senator im russischen Föderationsrat. Der jüngere Bruder Sait-Salaam verwaltet den gewaltigen Immobilienbesitz der Familie, seinem Neffen Michail Schischchanow gehört die von Michail Guzerijew gegründete BIN-Bank.

Guzerijew ist verheiratet und hatte zwei Söhne und eine Tochter. Sein Sohn Tschingis-Chan kam im August 2007 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Da zu der Zeit sein Vater in Moskau in Ungnade gefallen war, gab es zahlreiche Spekulationen über einen Mord an Guzerijews Wunschnachfolger.

Hobbys und Charakter:



Guzerijew ist „Meister des Sports“ in der Sportart Zehnkampf.

Er gilt als begnadeter Geschäftsmann. Versucht, sich nicht mit der großen Politik anzulegen.

Zitate:



„Das Recht auf Eigentum sollte so heilig sein wie die Verfassung, die Bibel und der Koran.“

„Das Business ist in seiner Entwicklung weiter als das Rechts- und Justizsystem, das auf dem Niveau sowjetischer Mentalität zurückgeblieben ist.“

„Ich fürchte mich schon vor gar nichts mehr: Ich habe dreimal alles verloren und von vorn angefangen. Nun fange ich ein viertes Mal an“

„Ich glaube an den Präsidenten und an den Premierminister.“

„Seit ich 13 Jahre alt bin, wache ich jeden Morgen mit dem Gedanken auf, wie ich noch einen weiteren Rubel verdienen kann.“


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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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