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Viele Kinder in Russland werden von ihren Eltern nach der Geburt im Stich gelassen (Foto: rufo)
Viele Kinder in Russland werden von ihren Eltern nach der Geburt im Stich gelassen (Foto: rufo)
Mittwoch, 18.08.2004

Das Geschäft mit der Adoption in Russland

Moskau. Nach China ist Russland der zweitgrößte „Kinderexporteur“ weltweit. In russischen Waisenheimen lebt etwa eine Mio. Kinder, die Zahl potentieller russischer Pflegeeltern ist hingegen relativ gering. Daher finden viele Kinder im Ausland eine zweite Familie. Die Vermittlung ist ein lukratives Geschäft. Nach unterschiedlichen Berechnungen kassieren Agenturen zwischen 7.000 und 40.000 USD.

95 Prozent der Kinder, die in Waisenheimen leben, haben noch leibliche Eltern. Denen wurde aus verschiedenen Gründen (z.B. Alkohol- und Drogensucht oder Abbüßung einer Gefängnisstrafe) das Sorgerecht abgesprochen. Wenn sich keine russischen Pflegeeltern für die jungen Waisen finden, dürfen auch Ausländer sie adoptieren. Doch oft wissen die kaum etwas über ihre neuen Kinder. Mit manchmal schwer wiegenden Folgen.

So begann vor einigen Monaten in den USA ein Prozess wegen Kindesmord. Das Opfer, ein gerade zweijähriger Junge aus Russland, starb an einer schweren Kopfverletzung. Der kleine Junge wies geistige und körperliche Störungen auf, von denen die Pflegeeltern bei der Adoption nichts wussten und mit denen sie offenbar nicht zurecht kamen.

Sie hatten bei einer Agentur 11.000 USD bezahlt, wurden von dieser aber völlig im Unklaren gelassen über den körperlichen und psychischen Gesundheitszustand des Jungen.

In den vergangenen acht Jahren sind in den USA zwölf russische Kinder von ihren Adoptiveltern getötet worden. Müssen die Pflegeeltern von den russischen Stellen also genauer überprüft werden? Die Normen sind eigentlich ausreichend, auch in den zwölf Fällen war keiner der Täter vorbestraft.

Bei Russland-Aktuell
• Adoption: Des Kanzlers neues Kind (17.08.2004)
• Putin, Schröder und die Adoption als Staatsakt (17.08.2004)
• Umfrage zur Kanzler-Adoption (18.08.2004)
Freilich gibt es Beamte, die sich für das Ausfüllen der Dokumente schmieren lassen. Im vergangenen Jahr kam es in Rostow am Don und Wolgograd zu Prozessen wegen Kinderhandel. Beamte sollen Bestechungsgelder genommen haben, um die „Formalitäten zu beschleunigen“.

Vor allen Dingen in den 90er Jahren gab es immer wieder Meldungen, dass russische Kinder als Sexsklaven oder Organspender ins Ausland verkauft wurden. Diese Horrornachrichten gehören inzwischen glücklicherweise der Vergangenheit an.

Sie sind kein Anlass, internationale Adoptionen von vornherein zu verurteilen. Die meisten der Kinder, die von Ausländern adoptiert werden, haben das Glück in einer intakten Familie aufzuwachsen und einer gesicherten Zukunft entgegen zu sehen.

(ab/.rufo)


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