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Makscharip Auschew wurde am Sonntag während einer Autofahrt erschossen (foto: ingushetia.org)
Makscharip Auschew wurde am Sonntag während einer Autofahrt erschossen (foto: ingushetia.org)
Sonntag, 25.10.2009

Erneut kaukasischer Menschenrechtler ermordet

Naltschik. Im Kaukasus ist wieder ein Menschenrechts-Aktivist getötet worden. Der inguschetische Oppositionelle Makscharip Auschew wurde in der Nachbarrepublik Kabardino-Balkarien in seinem Auto erschossen.


Das Attentat auf Auschew geschah während der Fahrt auf einer Landstraße: Ein anderes Auto zog gleich, dann durchsiebten die Attentäter mit Kalaschnikow-Salven Auschews Lada: Er war auf der Stelle tot, seine mitfahrende Kusine kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Am Tatort wurden später 60 Geschosshülsen gefunden.

Auschew war eine der führenden Oppositionsfiguren in Inguschetien, einer winzigen Nachbarrepublik Tschetscheniens. Letztes Jahr war er für zwei Monate auch Chefredakteur des Internetportals ingushetia.org, nachdem dessen Herausgeber Magomed Jewlojew verhaftet und Minuten später in einem Polizeiauto erschossen worden war.

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• Terroralarm in Inguschetien: Neue Kämpfe im Kaukasus (12.10.2009)
• Memorial muss Ramsan Kadyrow Schmerzensgeld zahlen (06.10.2009)
• Mörder von Estemirowa womöglich schon bekannt? (16.09.2009)
• Kadyrow-Vertrauter nennt Menschenrechtler Banditen (14.08.2009)

Trügerische Hoffnung auf Verbesserungen in Inguschetien


Diese Aufsehen erregende Liquidierung - Polizei und Gericht stellten ihn später als „Betriebsunfall“ hin – führte in Inguschetien erst zu Aufruhr, dann zu einem vom Kreml angeordneten Präsidentenwechsel: Nach dem Abgang des weithin verhassten Geheimdienstlers Murat Sjasikow und der Ernennung des moderaten Armee-Generals Junus-Bek Jewkurow betrachtete Auschew seine Mission bei dem kritischen Internetmedium als erfüllt und gab die Führung ab.

Bald darauf wurde er in den Expertenbeirat des russischen Menschenrechtsbeauftragten berufen. Auschew arbeitete mit der neuen inguschetischen Führung zusammen – von dem er sich ein Ende des gegenseitigen Blutvergießens zwischen Moskau-treuen Kräften und islamischem Untergrund in Inguschetien erhoffte.

Seit einem Mordanschlag auf den neuen Präsidenten Jewkurow im Juni dreht sich die Spirale der Gewalt dort aber noch schneller als zuvor.

Menschenrechtler im Visier


In den Konflikt werden zunehmend neutrale und gemäßigte oppositionelle Kräfte hineingezogen – und immer wieder geraten auch Menschenrechtler ins Visier der Todesschwadronen. So gab es auch bereits Mitte September den Versuch, Auschew zu entführen: Dank der Gegenwehr seiner Begleiter und von Polizisten eines nahen Postens scheiterte dies jedoch.

Im benachbarten Tschetschenien waren in diesem Sommer mit Natalja Estemirowa, Sarema Saidulajewa und deren Ehemann Ali Dschabrailow bereits mehrfach Menschenrechts-Aktivisten umgebracht worden, die sich vor allem um eine Aufklärung von Greueltaten und Verschwundenen-Fällen bemühten.

Tschetscheniens Machthaber Kadyrow: die Schlüsselfigur


Vom tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow und dessen Umfeld wurden Menschenrechtler als Helfershelfer der Separatisten und Terroristen gebrandmarkt. Kadyrow hat einerseits die Aufklärung dieser Verbrechen versprochen, ging andererseits aber auch gerichtlich gegen die Menschenrechtsorganisation „Memorial“ vor, deren Vorsitzender Oleg Orlow erklärt hatte, Kadyrow sei für den Estemirowa-Mord politisch verantwortlich.

Droht nun ein Aufstand in Inguschetien?


Auschews Tod könnte in Inguschetien eine neue Welle der Unzufriedenheit mit der diskreditierten Staatsmacht hervorrufen. Seine Familie appellierte über Ingushetia.org, sich am Haus des Ermordeten zu versammeln und auszusprechen.

In Inguschetien seine Ansichten und Einsichten frei zu äußern, ist allerdings gefährlich. Wie es in dem Appell heißt, hat „jeder, der es wagt, sich gegen die Staatsmacht auszusprechen oder die Wahrheit zu sagen, das gleiche Schicksal zu erwarten“ wie die beiden getöteten Oppositionellen Jewlojew und Auschew.

Im russischen Kaukasus herrsche eine Atmosphäre der Straflosigkeit für jede beliebige Tat, so Tatjana Lokschina, die Vize-Chefin des Moskauer Büros von "Human Rights Watch". Sich dort als Bürgerrechtler oder Oppositioneller zu betätigen sei inzwischen "faktisch eine Form von Selbstmord".



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