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| Russen voran - steht auf dem Plakat. Bei Großdemos der Rechten werden oft ausländerfeindliche Parolen gebrüllt (Foto: Ballin/.rufo) | |
Dienstag, 29.04.2008
Fremde und Fremdenhasser diskutieren an einem Tisch
Moskau. Vertreter von ethnischen Minderheiten, die in Russland leben, setzten sich mit Angehörigen rechtsnationalistischer Organisationen an einen Tisch. Ziel: Der gemeinsame Dialog zur Lösung zwischennationaler Konflikte.
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Es sind alles "Patrioten", die sich um die lange Tafel versammelt haben. Nur was die einzelnen Anwesenden zum Wohle Russlands fordern, könnte unterschiedlicher nicht sein. Auf der linken Seite sitzen Vertreter russischer Minderheiten, gegenüber rechte Nationalisten.
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Kein zweites Jugoslawien in Russland Eine Situation wie im ehemaligen Jugoslawien wolle man in Russland verhindern, erklärt der Vertreter der Organisation, welche die heutigen Gespräche initiiert hat. Es handelt sich um eine Vereinigung von Tschetschenien-Veteranen und Absolventen der Moskauer Lomonossow Universität.
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Die Konflikte zwischen einzelnen Nationalitäten im modernen Russland sollen wieder vermehrt mit Worten ausgefochten werden. Deshalb hat die Organisation auch erstmals Vertreter politischer Richtungen, die sich sonst nichts zu sagen haben, zu einer gemeinsamen Debatte geladen.
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| Achmed Asimow will keine Trennung von Kaukasiern und Russen (Foto: De Carli/.rufo) |
Gegenseitige Provokationsvorwürfe Achmed Asimow, Vertreter des russischen Kongresses der Kaukasus-Völker (RKNK), stellt von Anfang an klar: „Wir sind gegen Forderungen wie „Russland den Russen“ oder „ Kaukasus den Kaukasiern.“ Nicht die Frage unabhängiger Nationen stehe im Vordergrund, sondern das Ziel, die Region voranzubringen.
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Doch danach wird der Gesprächston schärfer. Alexander Potkin von der „Bewegung gegen illegale Immigration“ präsentiert auf seinem Laptop einen kurzen Film, der Jugendliche aus dem Kaukasus am Ostersonntag beim Aufführen ihres nationalen Tanzes im Zentrum Moskaus zeigen soll. Er sieht darin den Beweis, dass Kaukasier gezielt provozieren würden.
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Auf der anderen Seite werden Märsche von Rechtsradikalen ins Feld geführt. Dort gebe es massivste Drohungen gegen Russlands Minderheiten, erklärt ein RKNK-Vertreter. Die Debatte wird im Keim erstickt. Statt einer gemeinsamen Diskussion folgt jetzt Monolog auf Monolog.
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| Sewastjanow ist in der rechten Szene bekannt (Foto: De Carli/.rufo) | |
Eine zweite Runde in Planung Dabei bedienen sich vor allem die nationalistischen Vertreter in großem Stil braunen Gedankenguts. Alexander Sewastjanow von der NDPR (Nationale Reichspartei Russland) schildert eine Gegenwart, in der das natürliche Gleichgewicht der Völker Russlands aus dem Gleichgewicht gebracht worden sei.
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Er vermischt diese Aussage anschließend mit typischen fremdenfeindlichen Motiven wie der Verdrängung der „Einheimischen“ vom Arbeitsmarkt oder steigender Verbrechensraten verursacht durch Immigranten. Sein Lösungsvorschlag: „Wir sollten in Russland zu einer Völkerverteilung wie in den 50er Jahren zurückkehren.“ Kurz: Jeder soll gefälligst dahin zurück, wo er herkam.
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Nicht verwunderlich, dass in einem solchen Gesprächsklima keine gemeinsame Diskussionsbasis entstehen kann. Doch es ist sicherlich schon ein großer Schritt, wenn Vertreter so unterschiedlicher Ideen überhaupt bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen. Und es bleibt die Hoffnung, dass die erste Gesprächsrunde bloß dem Markieren der jeweiligen Positionen diente. Eine Fortsetzung ist angekündigt.
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(ldc/.rufo/Moskau)
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