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Ärzte sind manchmal gefährlicher als Krankheiten: eine Mutter mit Kind in der Ukraine (Foto: for.ua.com)
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Donnerstag, 06.10.2011

Gebärende Russin rettet ihr Kind – in Estland

Pskow. Medizinskandal: Zwei russische Krankenhäuser wiesen eine Schwangere ab, bei der sich eine Frühgeburt ankündigte. Mutter und Kind sind dennoch wohlauf – weil die Frau über die Grenze nach Estland flüchtete.

Zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes in einer Klinik in Tartu in Estland hat eine Frau aus Pskow von unglaublichen Erlebnissen in zwei russischen Kliniken berichtet: Ein Krankenhaus wies die Schwangere ab, da sie aus einer anderen Stadt sei, im anderen wollte man nur einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen.

Die im sechsten Monat schwangere Irina L. aus Pskow war mit dem Segen ihres Arztes zum Einkaufen von Babysachen nach St. Petersburg gefahren. Auf der Rückfahrt floss bei ihr das Fruchtwasser ab, weshalb ihre Begleiterin sie sofort ins nächste Krankenhaus in der Provinzstadt Luga im Leningrader Gebiet brachte.

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Keine Hilfe hier wie dort


Eine dortige Ärztin lehnte die Aufnahme der Frau aber ab – mit der Begründung, wenn sie aus Pskow sei, solle man ihr auch dort Hilfe leisten. Dabei haben russische Staatsbürger unabhängig vom Wohnort Anspruch auf medizinische Hilfe.

100 Kilometer weiter in der Pskower Geburtsklinik angekommen, wurde der Alptraum aber noch schlimmer: Ein dortiger Mediziner erklärte der Frau, dass das Kind in der 24. Schwangerschaftswoche schon nicht mehr zu retten sei, weshalb er sofort eine Abtreibung ansetzen wollte.

Irina L. hielt diese Argumentation für falsch, doch habe sich der Arzt geweigert, die Verantwortung für eine Frühgeburt zu übernehmen. Wenn sie versuchen wolle, das Kind lebend zu gebären, solle sie sich einen anderen Arzt suchen, habe er gesagt.

Medizinische Versorgung erst im Ausland gefunden


Das machte Irina L. auch – aber auf unkonventionelle Weise: Die Russin ließ sich zum 65 Kilometer entfernten Grenzübergang nach Estland bringen – wo die Grenzer für sie sofort einen Notarztwagen riefen.

In einer Klinik in Tartu brachte sie daraufhin einen Sohn zur Welt. Inzwischen ist die Frühgeburt über den Berg und soll in Kürze aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Kostenlose Versorgung ist so gut wie keine


Irina L. muss die Dienste der estnischen Ärzte jetzt zwar selbst bezahlen – hält dies aber für einen angemessenen Preis für die Rettung ihres Kindes. Doch das russische Gesundheitssystem steht zu Recht in der Kritik: „Das bedeutet also, dass in unserem Land die Gesundheitsversorgung zwar kostenlos, aber auch nicht vorhanden ist? Und von welcher Verbesserung der demografischen Situation kann man dann träumen?“, sagte sie gegenüber der Internetzeitung fontanka.ru.

Die beiden betroffenen Kliniken zeigen sich bislang gegenüber der Presse ebenso verschlossen wie gegenüber der werdenden Mutter.

Babytod statt Geburt - wegen Platzmangels?


Eine Frau, die zum gleichen Zeitpunkt in der Pskower Geburtsklinik lag, berichtete allerdings, dass zu diesem Zeitpunkt wegen Renovierungsarbeiten nur die Hälfte der Plätze zur Verfügung gestanden hätten – weshalb die Frauen zum Teil auf dem Korridor lagen. Möglicherweise hätte diese Situation den Arzt zu dem Schwangerschaftsabbruch anstatt der Rettung des Kindes veranlasst.

Die Pointe des Happy Ends der medizinischen Odyssee ist, dass Russland dadurch möglicherweise doch einen Staatsbürger verloren hat: Das in Russland „unerwünschte“ und deshalb in Estland geborene Kind hat nun das Recht, sich bei Erreichen der Volljährigkeit für die russische oder die estnische Staatsbürgerschaft zu entscheiden.



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