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Wer in Russland vernünftig medizinisch versorgt werden will, sollte immer einen Packen Geld  dabeihaben. (Foto: newsru.com)
Wer in Russland vernünftig medizinisch versorgt werden will, sollte immer einen Packen Geld dabeihaben. (Foto: newsru.com)
Dienstag, 30.08.2011

Geld für medizinische Hilfe alle, Operationen ausgesetzt

Moskau. Die Jahresquoten für hochtechnologische medizinische Hilfe sind in Russland fast erschöpft. Komplizierte Operationen werden entweder um Monate verschoben, oder die Patienten müssen sie aus eigener Tasche bezahlen.

Für 267.500 Patienten (davon 50.000 Kinder) waren in diesem Jahr Sonderzuschüsse des Gesundheitsministeriums für komplizierte Operationen und Behandlungen vorgesehen. Am 10. August waren die dafür bereitgestellten 37,7 Milliarden Rubel (920 Millionen Euro) bereits zu fast 80 Prozent aufgebraucht.

Mit diesen Zahlen wartet heute die Zeitung „Kommersant“ auf. Alarm hatten Wohltätigkeitsstiftungen geschlagen, an die sich immer mehr verzweifelte Menschen um Hilfe wenden. „Alles fing mit einem Brief vom Gesundheitsamt Orenburg an, in dem wir gebeten wurden, Geld für die Behandlung eines Jungen zu sammeln, dem ein Zuschuss zusteht“, zitiert das Blatt den PR-Manager der Stiftung „Schenke Leben“.

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Absurditäten


Die Eltern betroffener Kinder erzählen, dass Ärzte ihnen vorschlagen, eine Behandlung selbst zu zahlen oder sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Die Wartezeit betrage drei bis sechs Monate. Für viele Patienten, z. B. Krebskranke, käme die Hilfe dann aber schon zu spät.

„Es kommt schon zu Absurditäten“, erzählt ein Arzt aus Jekaterinburg, dessen Name nicht genannt wird. „Patienten mit Prostata-Problemen werden zur Behandlung nach Samara geschickt, weil am Wohnort die Quoten schon erschöpft sind und in anderen Städten noch Geld da ist.“

“Am Bargeld der Patienten interessiert“


Es gibt viele Mutmaßungen über die Hintergründe der entstandenen Lage. Bei der Stiftung „Schenke Leben“ herrscht die Meinung vor, die Regionen hätten beim Gesundheitsministerium selbst weniger Geld als nötig angefordert, weil die Krankenhäuser „mehr am Bargeld der Patienten interessiert“ seien.

„Für die Krankenhäuser ist es vorteilhafter, am Jahresanfang weniger anzufordern und zur Jahresmitte Nachzahlungen zu erbitten“, sagt der Chefarzt eines Krankenhauses. „Aber dass die Quoten im Juli/August landesweit zu 80 Prozent erschöpft sind, ist noch nie vorgekommen.“

Das Gesundheitsministerium verletze das in der russischen Verfassung verbriefte Recht der Bürger auf kostenlose medizinische Versorgung, heißt die Kritik. Auch ohne den jetzt entbrannten Skandal hat die kostenlose Medizin einen schlechten Ruf – wer immer kann, nimmt kostenpflichtige Hilfe in Anspruch.

“Einen Packen Geld nicht vergessen“


„Der Staat selbst zwingt die Leute, sich kostenpflichtig behandeln zu lassen“, meint Alexander Sawerski, Präsident des Bürgerrates für den Schutz der Patientenrechte. „Wir haben die Beamten schon gefragt, was wir tun sollen, wenn ein Kind eingeliefert wird, dass kein Recht auf die Sonderquote hat.

Die Antwort war klar und deutlich: Die Eltern sollen nicht vergessen, einen Packen Geld mitzubringen.“



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