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| In haushohen Strahlen donnert das Wasser durch die Ablassöffnungen der Staumauer (Foto: NTV/newsru) | |
Dienstag, 24.07.2007
Hochwasser-Drama an Staudamm im Fernen Osten
Blagoweschtschensk. Im Amurgebiet kämpfen Rettungsdienste mit einer menschengemachten Überschwemmungskatastrophe – mit der aber noch größeres Unheil von gerade sintflutartigen Ausmaßen verhindert werden soll.
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Am Donnerstag hatten die Betreiber des Seja-Wasserkraftwerkes begonnen, massenhaft Wasser aus dem Stausee von der Größe des Saarlandes abzulassen. Nach den stärksten Niederschlägen der letzten 40 Jahre in der dünn besiedelten Region zwischen BAM und Transsib drohte der Stausee von 2400 Quadratkilometer Fläche vollzulaufen und dann die 115 Meter hohe Staumauer zu beschädigen.
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| Schon im letzten Jahr mussten wegen Hochwassers die Schleusen an dem Kraftwerk geöffent werden (Foto: zges.ru) |
Gegenwärtig rauschen jede Sekunde etwa 4000 Kubikmeter Wasser durch die Ablässe der Talsperre sowie bis zu 1000 Kubikmeter durch die Turbinen. Nach den letzten Meldungen ist es damit gelungen, den Wasserspiegel des Stausees 60 Zentimeter unter der kritischen Marke von 319,30 Meter (über NN) zu halten. Jedenfalls stieg das Wasser heute nicht mehr weiter an und ging im Laufe des Tages um drei Zentimeter zurück.
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Notablass des Wassers gefährdet 13.000 Menschen
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Sollte der Wasserspiegel noch höher ansteigen, müssen an der Staumauer Notabflüsse geöffnet werden, durch die dann weitere 7000 Kubikmeter pro Sekunde zu Tal donnern würden.
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Dies brächte aber eine Überschwemmung des Seja-Tales mit seinem wertvollen Ackerland mit sich – was eigentlich durch den Bau der Talsperre für immer ausgeschlossen werden sollte. 15 Siedlungen stünden dann unter Wasser, 13.000 Menschen müssten evakuiert werden.
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68 Kubikkilometer Wasser drücken gegen die Staumauer
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Gegenwärtig bereiten die Rettungskräfte Zeltlager als Notmaßnahme vor, hoffen jedoch, dass sie sich als nicht notwendig erweisen werden. In jedem Fall muss eine Beschädigung - oder im Extremfall ein Bruch - der Staumauer um jeden Preis vermieden werden: Denn dann würde das 1975 in Betrieb genommene Kraftwerk mit 1300 Megawatt Leistung und alles, was sich auf weiter Strecke flussabwärts befindet, von den dort aufgestauten 68 Kubikkilometern Wasser vernichtet.
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400 Menschen haben ihre Häuser schon verloren
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Der russische Katastrophenschutz flog heute aus Moskau weitere Rettungskräfte in das Seja-Gebiet. Denn obwohl der Abfluss durch die Staumauer gesteuert wird, sind schon jetzt zahlreiche Menschen vom Hochwasser betroffen: 400 Menschen wurden bereits in Sicherheit gebracht, über 60 Häuser sind in den letzten Tagen von den Wassermassen überschwemmt worden.
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Den Bewohnern des überfluteten Dorfes Owsjanka wurden von der Gebietsregierung bereits Ersatzwohnungen in Blagoweschtschensk zugesagt. Vor Mitte August sei mit einem Nachlassen des mächtigen Stroms nicht zu rechnen, so der Katastrophenschutz.
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Ermittlungen gegen zuständige Beamte
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Die Staatsanwaltschaft des Gebietes hat unterdessen strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.
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Im Amurgebiet wurde der Vorwurf laut, die zuständigen Beamten und Kraftwerkstechniker hätten fahrlässig oder mutwillig zu spät mit dem Ablassen des zufließenden Wassers begonnen und so die kritische Situation heraufbeschworen. (ld/rufo/St.Petersburg)
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