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Dieser Krater war bis Montag eine Turbine  des Wasserkraftwerkes (Foto: vesti.ru)
Dieser Krater war bis Montag eine Turbine des Wasserkraftwerkes (Foto: vesti.ru)
Donnerstag, 20.08.2009

Kraftwerk: Retter arbeiten bis zum Herzinfarkt

Abakan. In den Trümmern des zerstörten Wasserkraftwerkes am Jenissej ist heute der 17. Tote gefunden worden. 2.000 Helfer sind bei den Such-und Aufräumarbeiten im Einsatz. Ihr Chef erlitt einen Herzinfarkt.


Danijar Safiulin, Generalmajor beim russischen Katastrophenschutz und regionaler Leiter der Behörde in Sibirien, hatte den Großeinsatz an dem am Montag förmlich explodierten Wasserkraftwerk von Anfang an geleitet. Heute wurde er mit einem Sanitätsflugzeug in eine Moskauer Klinik geflogen: Während des Einsatzes hatte er einen Herzinfarkt erlitten. Auslöser war, so sagen die Ärzte, Übermüdung.

Einen Funken Hoffnung gibt es noch


An der Unglücksstelle sind inzwischen 2.000 Helfer im Dreischicht-Betrieb rund um die Uhr im Einsatz. Heute wurden drei weitere Leichen gefunden, die Zahl der Todesopfer erhöhte sich damit auf 17. Nach den gegenwärtig noch 57 Vermissten wird auch mit Hunden gesucht. Die Hoffnung, doch noch irgendwo Überlebende zu finden, ist zwar gering, aber noch nicht ganz aufgegeben.

Bei Russland-Aktuell
• Wasserkraftwerk: Kaum Chancen für vermisste Arbeiter (18.08.2009)
• 50 Menschen vermisst, Sintflut in Sibirien blieb aus (17.08.2009)
• Kraftwerksunglück: Anzahl der Toten erhöht sich auf 16 (20.08.2009)
Seit heute wird mit 33 Pumpen versucht, das Wasser aus den unteren Ebenen der zerstörten Maschinenhalle zu pumpen, um dort nach den restlichen Opfern suchen zu können. 130.000 Kubikmeter müssen nach Schätzungen des Katastrophenschutzes jetzt in den Jenissej abgepumpt werden, was zwei bis drei Tage dauern wird. Parallel werden die Trümmer mit schwerem Gerät abgetragen.

Neben trüben Wasser, Ölresten und den wirr durcheinander gewirbelten Resten der Turbinen, Generatoren und der eingestürzten Werkhalle macht auch Schlamm und Geröll den Rettern schwer zu schaffen. Einer von ihnen bezeichnete die Arbeit auf der apokalyptischen Unglücksstelle als„am Rande des größten Risikos“.

Ursachenforschung auf später vertagt


Die Ursache des Unglücks ist nach wie vor ein Rätsel. Ein vergleichbares Geschehen hat es auf der Welt noch nie in einem Wasserkraftwerk gegeben, sagte der Direktor des Sajano-Schuschensker Kraftrwerks, Alexander Toloschinow. „Es geschah, als das Aggregat lief. In diesem Moment wurden keinerlei Arbeiten an dem Aggregat vorgenommen. Das heißt, irgendetwas ist kaputt gegangen. Was genau, das klärt die Untersuchungskommission, wenn das Wasser abgepumpt ist. Dann kann man genau sagen, was die Katastrophe verursacht hat“.

Drei der zehn Turbinen des mit 6.400 MW Leistung größten Wasserkraftwerks sind bei dem Unglück völlig zerstört worden. Bislang weiß man nur sicher, dass die hunderte Tonnen schwere Abdeckung einer von ihnen plötzlich platzte.

Putin kritisert technische Schlamperei


Premierminister Wladimir Putin wird morgen an die Unglücksstelle fliegen, um die Hilfe für die Opfer sowie den Wiederaufbau des Kraftwerks zu koordinieren. "Was bei uns auf den Straßen abgeht, erinnert an Frontberichte. Das gleiche gilt für die Arbeit komplexer techischer Anlagen. Die technologische Disziplin ist sehr niedrig", so Putin.


Im nahen Ort Tscheremuschki wurden inzwischen die ersten vier Opfer der noch immer rätselhaften Katastrophe beerdigt. Einer der Toten, Roman Schtschin, war einen Tag nach dem Unglück Vater geworden: Seine Frau gebar inzwischen eine Tochter – und kehrte von der Beerdigung ihres Mannes gleich wieder in die Geburtsklinik zurück.



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