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Montag, 24.08.2009
Sechs “Schiff-Napper“ wohnten in einem Viertel Tallinns
Moskau/Tallinn. Sechs der acht in Moskau inhaftierten Piraten wohnten vor der Entführung der „Arctic Sea“ in dem vorrangig von Russen bewohnten Tallinner Stadteil Lasnamäe. Auch haben sechs der Männer in den Jahren 2001 bis 2005 wegen verschiedener Delikte Freiheitsstrafen in Estland abgesessen.
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In Estland wie in Russland haben zahlreiche Menschen in den vom russischen Fernsehen vorgeführten Schiffs-Entführern Bekannte, Verwandte oder Nachbarn erkannt.
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So glaubt eine Familie in Kursk in dem einzigen Piraten, der vom TV interviewt wurde, ein seit drei Jahren totgeglaubtes Familienmitglied zu erkennen. Andrej Lunew sei nach dem Untergang eines auf Kamtschatka stationierten Fischtrawlers für tot erklärt worden - obwohl nicht zweifelsfrei feststand, ob er wirklich bei der fraglichen Fahrt mit an Bord war.
Schwerkriminelle kann man die Männer den bisherigen von den Medien zusammengetragenen Erkenntnissen nach aber auch nicht nennen. Am meisten auf dem Kerbholz hat noch ein gewisser Alexej Buljew, der zwei Freiheitsstrafen verbüsste und mit Drogen und Erpressungsdelikten zu tun hatte. Außerdem soll er einmal versucht haben, im estnischen Paldiski einen Bus zu entführen.
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Gegenüber Bekannten oder auf ihren Internet-Seiten hatten einige der nun verhafteten Täter im Sommer angegeben, zum Arbeiten ins Ausland zu gehen – etwa als Wachmann nach Spanien oder als Sanitärtechniker nach Finnland.
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Nach Angaben der „Komsomolskaja Prawda“ hat es vor einigen Jahren schon einmal einen ähnlichen Fall gegeben: Ein englischer Geschäftsmann hätte in Estland eine Holzladung im Wert von drei Millionen Dollar eingekauft und auf ein ähnliches Schiff verladen, das anschließend verschwunden sei. Später sei der Frachter „irgendwo in Afrika“ wieder aufgetaucht – aber ohne Ladung, mit anderer Besatzung und einem neuen Eigner.
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Es handele sich also bei der Entführung der „Arctic Sea“ nicht um eine Nachahmung der Taten somalischer Piraten im Ostseeraum, sondern um eine „schon ausgearbeitete Technologie“.
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Aber auch wenn es bei dem Fall nicht um irgendeinen Geheimdienst-balasteten Fall des Waffenschmuggels oder ähnliches geht, bleibt doch die Frage nach den Hintermännern des "Schiff-Nappings".
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Irgendjemand wird ja wohl dieses Rollkommando kräftiger, aber glückloser Männer zusammengestellt und instruiert haben.
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